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Die Mosel-Lieder
Place and Date of Creation
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Ihr Gatte ward begraben, ihr Sohn war noch ein Knab,Da mußte sic ergreifen gcwicht'gen Herrscherstal'.

Sic schantc böse Willkühr mit edler Kraft gepaart,

Als Funke sah sie glimmen die Glut, die offenbartViel spater, wollte wenden was noch im Keime schlief:Nach Licht, Gesetz und Ordnung laut ihre Stimme rief.

Einzogcn in die Wälder Fleiß, Wissenschaft und Kunst,

Der Bauer ward der Frohnc ledig durch ihre Gunst.

Die allcrschönstcn Blüthcn aus »ollem deutschen HainVersuchte sie zu hegen an der Weichsel Uferrain.

Der trotzige Adel grollte, daß er die Beute verlor'»,Vcrrath spann er im Dunkeln, brach los in jähem Zorn;So schwand im wüsten Toben des Lichtes Morgcublitz,

Und Richa mußte entfliehen von ihrem Kvnigssitz.

Was sic anr Herrschcrthume verlor, an Ehr und Glanz,Mocht nimmer sie betrüben, ihr Herz war Dcmuth ganz.Wenn eines durch ihre milde, ergebne Seele schnitt,

Wars: daß das Volk im Drange des wilden Aufruhrs litt.

Als drauf in späten Jahren gelegt der wilde Braus,

Sandt' sie mit den Kleinoden den Sohn ins Vaterhaus,Sie aber war erwachet vom glcißnerischcn Rausch,

Ein Thron um meine Ufer dünkt ihr gar böser Tausch.

Gottselig in der Stille, nach dort gewandt den Blick,Hinflosscn ihre Tage in ungetrübtem Glück;