Jetzt ist in der Todtcnstille das letzte Röcheln verhallt,
Die Stadt dampft dort nur ferne; sie ist verglommen bald.
Erreichet den gekrönten Wüthrich nicht das Geheul?
Ruht noch nach all den Freveln des Rächers Donnerkeil?
Ist denn der Himmel in diesen Wehtagen stumm und taub?Straft nicht die Friedensbrüche, unendlichen Mord und Raub?
Er ruht auf üppigen Pfühlen in seiner Dirnen SchoosUnd lächelt gnädig nieder dein wedelnden Schranzentroß,
Läßt Becher hoch sich füllen, schlürft gierig ein die Glut,
Indessen weit die Lande in Thränen und in Blut!
Hält wohl sich läppische Larven der Götter vor's Gesicht,
Spielt bei dem Bulermale mit der Donncrkcnle Gewicht,
Greift dann zum Rosenkränze, zu seiner Seele GewinnstTreibt er mit Schergen die Frommen zu seiner Kirche Dienst.
Da steh'n viel heuchelnde Sänger um die Lastcrstellen herum,
Und grölen, heulen und flöten von ewigem Lob und Ruhm,
Viel Speichellecker und Redner und Schreiber machen sich breit,Preisreden und salbadern von einer goldenen Zeit.
Schläft stets die ewige Rache? — Ich darf es melden nicht,
Darf dir nicht singen und sagen von drüben, von Gottes Gericht! —Schau hier an diesen Ufern haben die Teufel gewühltUnd ihre schnöden Lüste im Mcnschcnblnte gekühlt;
Noch raget der Trümmerhaufen, ein ewiges Nachcmal,
Dort auf des Berges Rücken, scharrt nieder in das Thal,Vorwarnend mit ernster Mahnung das weite deutsche Land,
Damit cs einig stehe, die Waffe stets in der Hand.