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Die Mosel-Lieder
Entstehung
Seite
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Ihr schlichten dunkle Locken sich um die Stirne rund,

Schwarzgrün und sanft erglänzend wie Moos auf Flusses Grund,Zu beiden Seiten der Schläfen bis in den Nacken recht,

Wo sie sich alle fügen geordnetem Geflecht.

Die Breite goldgewoben, erglänzet ob dem Haar,

Mit edlen Perlen der Tiefe gczicrct wunderbar,

Dann haftet in den Flechten im. Nacken ein güldener Pfeillind ragt zu beiden Seiten hervor ein gutes Theil

Dieselben Gewände flössen wie des Wasserfalles Schaum,

Der stolzen Glieder Schönheit verbargen sie wohl kaum.

So stand sic auf dem Rasen gelehnt au den Wcidenstamm,

Jndcß die Frcudcnthräne in ihrem Auge schwamm.

Sic hielt dieselbe Zitier in ihrer weißen Hand,

Fügte die wohlbekannten Gesänge kunstgcwandt:

Jetzt will ich cs beenden, was ich vorlängst begann!

Ertönte von ihrer Lippe, drauf hob sie also an:

Hoch auf französischem Throne ragt' jener Wnthcrich,Wälzt' in dein Lasterpfuhle der bösen Hölle sich,

Ucbt' rings an allen Völkern Vcrrath, Treulosigkeit,Sät' Gift ans und Verderben durch seine ganze Zeit.

1) Breite, Diadem.

2) Die Volkstracht der unteren Mosel, eine der schönsten deutschen Trachten.