Druckschrift 
Die Mosel-Lieder
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

Jetzt soll es cm das Scheiden, der edle Herr will fort!

Was bergen sich für Leiden in einem kleinen Wort!

Wer weiß, wie mm gekommen die wunderbare Kraft:Obschon das Thor weit offen, der Ritter bleibt in Haft.

Die Brücke ist gefallen nnd dennoch will der FnßNicht schreiten, in dem Herzen ist reif nicht der Entschluß;Ihm lacht die süße Freiheit auf Berg und Thal nnd Feld:Genieß die lang entbehrte mm auch, mein edler Held!

Darf er sich cingcstchen, was er im Herzen hegt,

Was sich in seinen Bnscn mit cwger Schrift geprägt?

Ihn mahnen die Gelübde, Entsagung, also heißtDie Antwort des Gewissens, die ihm das Herz zerreißt.

Noch einmal muß ich sehen dich, meines Lebens Licht,

Muß von dem Haupt entheben des Bannes tödtcnd Gewicht,Ich will nicht rasten nnd ruhen, bis ichs erlangt von Rom,Bis über dir sich wölbet anfs Neu der Kirche Dom.

Ich habe ausgcschüttct ob dir des Unglücks Horn,

Ich Hab an dir verdienet wohl beides, Haß nnd Zorn,

Doch lohntest du mit Milde; du nicht von dieser WeltOb hier getrennt, dort drüben wir wandeln einst gesellt."

Die Hände da sich fassen wie für die Ewigkeit,

Die glühndcn Lippen saugen sich aneinander beid;

Dann trennen sie sich gezwungen, die Hände lassen sich los,Der Kurfürst steigt zu Rosse, verläßt das stolze Schloß,