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Doch über wenige Tage pocht nächtlich cs ans Thor,
Ein Bote reicht' den Zettel dem Pförtner drohend empor:
Ans dem war ausgeschrieben der schwere Kirchenbann,
Die Gräfin sei verrufen, verstoßen vor jedermann.
Erbleichend stand Lauretta, schwer traf sie dieser Schlag,
Schon dachte der Erzbischof, daß sic darnicderlag;
Doch sie blickt auf zum Himmel: „Ich Habs geschworen scsi,Mag mich der Bann erdrücken, Schwur sich nicht wenden läßt
Ob mir auch finster drohe der heilgc Papst in Rom,
Und mehr der Feinde, ich stehe: ein Felsen in dem Strom;Kurfürst, Ihr habt» begonnen, auf Euch fällt cs zurück,
Was mir und allen Andern erwächst für Mißgeschick!"
Unbeugsam blieb die Gräfin bei aller Wetter Drohn,
Und ach, sie wußte zu bitten mit sanftem süßen Ton/
Daß endlich Trotz und Starrsinn vor ihrer Milde schmolz,Daß vor der Anmuth endlich bezwungen aller Stolz.
Dort in der hohen Halle ward er besiegelt reichUnd vielfach unterzeichnet der endliche Vergleich:
Der Kurfürst läßt zertrümmern zu Birkenfeld das Schloß,Gibt die crrungnen Lande dem achten Grafcnsproß,
Und gutgcwogncr Heller baar dreißigtausend PfundGelobt er zu entrichten, und thut es männlich kund.
Gesühnt ist da die Fehde, aufrasselt das Eisenthor,
Die Brücke sinkt behende, das Gatter schnellt empor.