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Die Mosel-Lieder
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Sic faßt bei jeder Hand eins der zarten Kleinen:Fleht,

Sein hartes Herz, sein großes, nicht lang euch widersteht!

O fleht ihn an um Frieden!" Sic neigt demüthig sich,

Die Kleinen erhoben die Händchen zum Fürsten inniglich.

Doch wie die holde Rede von der Gräfin Lippe schmolz,

Er mocht nicht viel crwiedern in seinem zerknirschten Stolz;Sie ehrte auch sein Schweigen, wies Dach ihm und Gefach.Da schritt er durch die Räume gar manchen lieben Tag,

In stattlichen Gemächern, wie in die Luft gebaut,

Hoch über des Flusses Wellen, vor denen dem Blicke graut,Gar stattliche Gemächer, doch Freiheit hat auch Reiz,

Von Lanzen war gezogen davor ein starres Kreuz.

Gedenk nun deiner Siege im fernen welschen Land,

Wie Brescia und Mailand sich dir zu Füßen wand;

Wie du bei Esling prunktest, und wie das stolze Metz,

Das sich empört, gebändigt durch dich zu dem Gesetz.

Wohl war dem edlen Kurfürst gar wundersam zu Muth,

Doch tröstet ihn die Gräfin, goß Ocles auf die Fluth,

Durch die gewölbten Hallen ihr Harfenspiel erklang,

Daß sie den finstern Nnmuth in des Helden Seele zwang.

Die Kleinen mit Tändeln und Kosen anskletterten am Knie,Spielten auf seinem Schoose und Märchen heischten sie:

Noch einmal sollst du erzählen vom Ritter im Zauberschloß,Bald wünschte er zu bleiben, wünscht bald sein Flügelroß!"