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Die Mosel-Lieder
Entstehung
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Ein Dichter ist geboren cm diesem Felscnhang,

Hier einer Brust entquollen ein höherer Lebensdrang.

Hier hob zu cwger Schönheit sich glühend Herz und Sinn,Hier trieb die hcilgc Sehnsucht von Stern zu Sterne hin,

Und wiederum zur Erde zu Kampf und kühner That,

Zu tilgen ans den Fluren des Aberglaubens Saat.

Nur wcngc Schritte abwärts am Pfad liegt Trittenheim '),Das grüßt die Nirc immer mit zanbcrkräftgcm Reim,

Weil dorten ansgegangcn auch ein gewaltiges Licht,

Des; Name in Wnndersagcn und Märchen sich verflicht.

Ein Wald von edlem Obste drängt das Gebirg zurück,

Und unter Blüthcn verstecket das Dorf sich vor dem Blick;

Du darfst dich gar nicht schämen, so laß dich kühn nur sehn,Du könntest mit manchen Städten noch in die Schranken gehn.

Mit leisem Gruß bnrchwallc ich mm das schöne Thal,

Da dringts zu meinen Ohren so laut mit eincmmal

Ist cs das Horn des Jägers, das ans dem Gebirge ruft?

Sind» Harfen geschiedener Sänger fortwcbcnd über der Gruft?

1) Johannes von Trittenhcim, Abt zu Spanhcün, einer der gelehrtesten Männerseiner Zeit, der durch seine Neider in den Nuf der Teufelsbannerci kam, geb. 1162.Von Kurfürst Joachim wurde er nach Berlin berufen 1502, starb als Abt deSSchottenllvstcrs in Würzburg 1516 und hinterließ Schriften, die ins Gebiet derGottcsgclehrtheit, Scclenlunde und Naturwissenschaft schlagen.