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Die Mosel-Lieder
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Mehring lehnt an dem Berge, dem waldgckrdnten sanft,

Der Zcllerhof ') in Trümmern liegt an des Flusses Ranft,Seit Raima Zell die edle in des Scheiterhaufens RauchErstickt, grünt in der Halle dort auf der Fliedcrstrauch.

Der Bischof schwur, sie übe urböscn Zaubers Macht.

Wohl übte sie auch Zauber durch ihrer Glieder Pracht,

Durch ihres Auges Leben, durch ihres Geistes Licht,

Durch ihres Herzens Tugend, Unschuld und Zuversicht.

Ihr Geist zieht durch die Thale vor einer Zcugcnschaar,

Die gleichem Wahn gefallen; der Waller nimmt sic wahrIm Zwielicht oft und winket Segen dem stillen Zug;

Doch ihren finstern Richtern dem gibt er seinen Fluch!

Nun grüß ich Klüserode am Hange langgedehnt,

Das gern der lnstgc Zecher in seinem Durst erwähnt;

Dort aus dein Thale, reichlich gesegnet niit Obst und Halm,Springt freudig mir entgegen, Brautjungfrau hold, die Salm.

Ist Leiven klein und gringc, zieht es auch rasch mich fort,Kann ich doch nimmer scheiden ohn ein erquickend Wort;

1) Erzbischof Johann VII. sich in wcnig Jahren 6S0V Menschen an der Moselals Zauberer durch Schwert und Holzstoß hinrichten. Siehe Hocker die Mosel S. 105.

2) Es heißt eine Gurgel weit wie Klüserode haben.

3) Geburtsort des Johannes bon Leiven, üo I^Lvania, Dichter und Stern-krmdiger des 14ten Jahrhunderts, verdienter noch durch seine Aufklärungsverjuche,gestorben als Chorherr in St. Simeon in Trier.

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