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Die Mosel-Lieder
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Schon lange ist verklungen was einstens Kallot sprachEh ich den Griffel führe zn des Vaterlandes Schmach,

Zu des Königs Lust, abhane ich mir selber den Arm;

Die Ehre soll uns bleiben, ob wir besiegt und arm!"

Eucharikirchlein grüße ich nun mit Wellengesumm,

Flieg um das Schloß Küstinens in schnellem Lauf herum,Wie gern ich stets gespiegelt die Burg an meinem Fluß,

Ein Sohn aus diesen Mauern schuf weiland nur Verdruß.

Ich zieh zur Mußenbrücke wo jene Zeit mir kehrt,

Da hier verbündet sannen viel Männer tiefgelchrt,

Des Wissens treulich Pflagen, gchcget edle Kunst,

Da noch die weiten Lande verhüllt von Nebclduust.

Des Münsters Thürme heben sich noch in kühnem Guß,

Auf tausend Ländern schwebet der Väter Ruf und GrußDer sich im Volke unten zu meinem Leid verlor.

Jetzt klingen fremde Laute der Horchenden ins Ohr,

Gemahnen an die Tage die hier so bald entflohnVor einem Völkersturme, vor einem Wettersdrohn,

1) Kallots eigne Worte, als Ludwig XIV, ihm austrug, seinen Siegerzugdarzustellen.

2) Der bekannte brandschatzende Jakobiner Küstine.

3) Mußenbrnck (I?ont-L-Lbori88ori) eine schön gelegene Stadt an beidenSeiten der Mosel, die durch eine Brücke verbunden, mit ungefähr 8000 Einwohnern,ehedem kaiserliches Lehen. Hier blühte einst eine deutsche Hochschule, die mit demJesuitenorden in Verfall gerieth.