3
Schwarzgrün und zart, langwallcnd, wie Moos auf des Flusses Grund,Zichu sich die dunkeln Locken ihr um das Antlitz rundUnd wogen über die Schulter und über den Nacken hinein,
Als vermöchten sie zu bergen bas blendende Elfenbein.
Perlschnüre, Heller und klarer, als wie beim MorgcnthanIn den Spinnennetzen hangen auf der sonnbeglänzten An,Verschlingen sich zu Knoten im dunkeln Lockengewind,
Umgeben mit ihrem Schimmer das Antlitz hold und lind.
Die Wangen heben sich purpurn hervor durchs zarte Weiß,Gleichwie durch lichte Kristalle der Bnrgnnderrcbc Preis;,
Die Lippe gleicht der Kirsche, gereift am Gülscr Hang ^);
Man schaut unausgesprochen ans ihr den Hochgesang.
Die Angen, ja die Angen: welch wunderbarer StrahlAns einem blauen Himmel! wer nur ein einzigmalGeschaut in seinem Leben in jenes scl'ge Licht,
Der wird es auch vergessen sein ganzes Leben nicht.
Bald sprach es draus wie Wonne, bald cs wie Wehmnth sprachtDaß hoch das Herz- gehoben, daß fast das Herze brach;
Uni ihre Scidcnwimpcr erglänzte es verklärt,
Da sie sich züchtig neigte von einer Thräne beschwert..
Die Augen, ja die Augen, welch wunderbarer Schein,
Der Herz und Geist und Sinnen im Blitz, genommen ein;
1) Das Dorf Güls unweit Koblenz ist durch die Güte seiner Kirschen berühmt..
1 *