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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Holland.

H. fiel nun mit Hennegau u. Seeland an Mar-1 garetha, die zweite Tochter Wilhelms III., Ge-l mahlin des Kaisers Ludwig des Bayern, welchedieser damit belehnte. Nach Lein Tode ihres Ge-mahls kehrte sie 1349 nach H., das indessen ihrSohn Wilhelm V. verwaltet hatte, zurück. Die-sem, dem ersten Grafen von H. aus dem HauseBayern, gab sie H. und Seeland gegen Zahlungeiner Apanage und Überlassung von Hennegau.Da Wilhelm diese Versprechungen nicht hielt, wollteMargarethe ihm die Regierung wieder entreißen^ u. hier entstanden die Parteien der Hoeks (lls-mati,d. i. die mit Angelhaken versehenen, so genannt,weil sie spottweise ihre Feinde wie Kabeljaus an^ Angeln zu sangen versprachen, auch Rothe Mützen),Anhänger der Gräfin Margaretha u. des Adels,u. der Kabeljaus (Lssliatü, weil sie ihre Geg-ner, wie der Kabeljau die bleiernen Lockfische, ver-schlingen wollten, auch Graue Mützen genannt),Anhänger Wilhelms, auf dessen Seite fast ganz H.war, die Vertreter der Rechte der Städte. Mar-garethens Partei siegte zwar in einem Seetreffenbei Beeren 1351, wurde aber bei der unvorsicht-igen Verfolgung bei Brielle geschlagen u. gezwun-gen, nach England zu fliehen. Dort kam eineAussöhnung zu Stande, worin bestimmt wurde,daß Margaretha Hennegau, Wilhelm aber die übri-gen Provinzen behalten, Letzterer auch der Mutterdie bedungene Apanage zahlen solle. Nach demTode Margarethens 1355 wurde Wilhelm V. 1357wahnsinnig (st. in Quesnoi 1389) u. nun brachder alte Zwist wieder aus, indem die KabeljausWilhelms V. Gemahlin, Margarethe von Lancaster,als Regentin bestätigt, die Hoeks dagegen Wil-i Helms Bruder, den Bayernherzog Albrecht, zumRuward (Regenten) haben wollten; Letzteredrangen durch, Albrecht wurde Regent und nachWilhelms Tode Graf von H., Seeland u. Henne-gau. Anfangs blieb er in den Streitigkeitenzwischen Hoeks und Kabeljaus neutral, späterA aber begünstigte er die Letzteren durch Einfluß sei-ner Geliebten, Adelheid von Polgeest, welche dieHoeks aus Rache dafür ermordeten. NachdemAlbrecht die Friesen noch besiegt hatte, st. er 1404.Sein Sohn Wilhelm VI. setzte den Krieg gc-i gen die Friesen, die von Geldern und Brabantunterstützt wurden, fort u. st. 1417, nachdem erseine Tochter Jacobäa (Jacqueline), die 1415! mit Johann, Dauphin von Frankreich, verheirathetu. seit 1417 Wittwe war, als Erbin von H. ein-gesetzt hatte. Die Hoeks leisteten dieser Bestimm-ung Folge, dagegen unterstützten die Kabeljaus denVatersbruder der Jacobäa, Herzog Johann vonBayern, früher Bischof von Lüttich, dann aus demI geistlichen Stande geschieden n. setzten denselben inden Besitz von H. Jacobäa heirathete nun denHerzog Johann IV. von Brabant, u. als sie sichvon diesem wieder getrennt hatte, den EnglischenHerzog Humphrey von Gloucester u. bekriegte mitdiesem ihren Oheim und ihren vorigen Gemahl,der ihr Hennegau vorenthielt; sie wurde aber 1423gefangen u. ihrem Vetter Philipp von Burgundausgeliefert; zwar entkam sie der Haft, und auchHerzog Johann von Bayern st. 1424 in Haag;i allein der Herzog Philipp von Burgund wurde! zum Ruward und nächsten Erben der Grafschaft

H. u. Seeland erklärt. Noch eine Zeitlang ver-theidigte sich Jacobäa; doch als ihre Heirath mitGloucester für illegitim erklärt wurde und sie sichheimlich mit einem seeländischen Edelmann ver-mählt hatte, mußte sie zu Gunsten Philipps vonBurgund auf ihre Grafschaft verzichten (1428) u.die Geschichte H-s verschmilzt nun mit der Bur-gunds. Mit diesem Herzogthnm kam H. durchMaria, Erbtochter von Burgund, an Maximilianvon Österreich, dann durch Karl V. u. Philipp II.an Spanien, riß sich mit den anderen nördlichenProvinzen im 16. Jahrh. von Spanien los undhildete eine der sieben vereinigten Provinzen.17951896 bildete die Provinz einen Theil derBatavischen Republik, 18061810 des KönigreichsH.; über dieses Königreich, welches Napoleon sei-nem Bruder Ludwig gab, u. welches nach deffenAbdankung 1810 ein Theil von Frankreich wurde,bis es 1813 wieder an das Haus Oranien kam,s. u. Niederlande (Gesch.). Wenzelburger.»

Holland, 1) Henry Richard Bassall, LordH., geb. 23. Nov. 1773, eine der ausgezeichnet-sten Persönlichkeiten der neuzeitlichen engl. Aristo-kratie, einziger Sohn von Stephen Fox, zweitemLord H. u. Neffe des berühmten Staatsmanns u.Redners, Charles James Fox, in Eton und Ox-ford erzogen, bereiste dann Europa, lernte inItalien die Gattin Sir Godfroy Websters kennenund mußte nach einem skandalösen Ehescheidungs-proceß dem beleidigten Gatten nach Ansspruch derGeschworenen 6000 Pfund St. zahlen. Späterheirathete er sie und nahm ihren FamiliennamenVassall so lange an, bis er 1797 als Lord H. seinenSitz im Oberhause einnahm, wo er eines der be-deutendsten Mitglieder der Opposition wurde; ersprach gegen den Krieg mit Frankreich, gegen die'Nationalschuld, gegen die Suspension der Habeas-corpnsacte, drang ans eine Reform der Parla-mentswahl rc. 1802 ging er nach Spanien, umseine Gesundheit herzustellen; 1804 zurllckgckehrt,trat er wieder ins Parlament u. gegen die Toriesauf, trug auch daraus an, den Minister Melvillein Anklagestand zu versetzen. Unter dem Mini-sterium Fox wurde H. Siegelbewahrer. 1808rieth er Spanien gegen Napoleon zu unterstützen,verwendete sich 1814 ernstlich für die Sache derNeger und verlangte, daß man die Negersklavenmehr als bisher geschehen, im Christenthume un-terrichten solle. Zur Zeit des Congresses in Wiengegenwärtig, erhielt er wegen sarkastischer Notizenvon der österreichischen Polizei die Weisung, dieStadt zu verlassen. 1830 unter dem MinisteriumGrey, kam er als Kanzler des Herzogthums Lan-caster in das Cabinet, welche Stellung er auch1835 im Ministerium Melbourne einnahm. Beider Orientalischen Frage vertrat er mit Clarendonn. Lansdowne die französische Partei u. st. 22. Oct.1840 in London. Während seiner Lebenszeit warsein Wohnsitz Holland Honse, wo seine ihn fünfJahre überlebende geistreiche Gattin als leitenderGeist glänzte, der berühmteste Tempel des Witzesu. der Gastfreundschaft, dessen sich England rüh-men konnte (vgl. Princeß Lichlenstein: Lollanckllonss, Lond. 1873). Er schr. politische Aussätzeund Gedichte, übersetzte einige Lustspiele aus demSpanischen, eine Nachricht von dem Leben u. den