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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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398 Holland.

lich ist sehr hart und wird hauptsächlich zu wasser-dichten Bauten verwandt. Die Provinz ist einHauptsitz der Genever- oder Kornbranntweinfabri-kation (vorzugsweise in der Umgebung von Schie-dam). Der Genever wird meist nach England,Amerika und selbst nach Ostindien und Australienausgeführt. Das zu seiner Fabrikation nöthigeGetreide wirv größtentheils ans Rußland undPreußen bezogen. Andere wichtige Erwerbszweigcsind: Reepschlägerei, Ziegel- und Topfbrennerei,Thonpfeifenfabrikation, Schifffahrt, Schiffbau,Seefischerei, ein äußerst lebhafter Handel, sowolnach dem Binnen- als nach dem Anslande. Ein-tcheilung in die Gerichtsbezirke 'sGravenhags,Leyden, Rotterdam, Dordrecht, Gorkum u. Brielle.Hauptstadt ist Haag. H> B-rns.

Holland (Gesch.). Zur Zeit der Römer wurdeSüd-H. von den Batavern, Nord-H. von denFriesen bewohnt. Elftere wurden schon im 5.,letztere im 8. Jahrhundert von den Franken un-terworfen und unter Karl dem Großen christia-nisirt. Unter den Grafen, welche das Land regierten, zeichneten sich feit 1V. Jahrh. aus: Diet-rich I., Sohn Gerolfs, eines friesischen Grafen,welcher das Land von Karl dem Einfältigen 322als Lehen erhalten haben soll; ihm folgte wahr-scheinlich um 963 sein Sohn Dietrich II., dermit den Friesen siegreich kämpfte u. 988 st.; seinSohn Arnold der Gentner, welcher den Krieggegen die Friesen fortsetzte; Dietrich III. derJerusalemmer, sein Sohn, besiegte die Friesen,baute Dordrecht, zog in das Gelobte Land u. st.1039, unter ihm kommt der Name H. zuin erstenMal urkundlich vor; sein Sohn Dietrich IV.kriegte mit dem Grasen von Flandern, dem Bi-schof von Utrecht u. dem Kaiser Heinrich III. u.kam 1049 in Dordrecht um; Florens I., seinBruder, setzte die Fehde fort u. wurde 1061 eben-falls getödtet; Dietrich V., sein Sohn, folgteihm unter der Vormundschaft seiner Mutter Ger-truds; deren 2. Gemahl, Graf Robert von Flan-dern, vertheidigte des Stiefsohnes Recht gegen denBischof von Utrecht, welcher die Belehnung mitH. vom Kaiser Heinrich IV. sich erschlichen, wurdeaber bei Leyden von den kaiserlichen Hilfsvölkernbesiegt u. verjagt; nun nahm Graf Gottfried vonLothringen den Titel Graf von H. an, wurde aber1076 ermordet, u. Dietrich V. kam wieder in denBesitz von H.u. st. 1091. Sein Sohn Florens II.der Fette schloß 1106 ein Bündniß mit KaiserHeinrich V. gegen Flandern (das erste Mal, wo sichdie Grafen, die vormals immer mit den Sachsengegangen waren, an einen König fränkischen Stam-mes anschlossen); Florens st. 1122. Sein ältesterSohn Dietrich VI. wurde von seinem Oheim,dem Kaiser Lothar von Sachsen, mit dem Oster-und Westergau belehnt; seine Mutter Petronella,welche die Vormundschaft führte, suchte für ihnVergebens Flandern zu erobern, mußte 1127 u.1132 mit den empörten Friesen kämpfen, geriethmit dem Bischof von Utrecht in Streitigkeiten; erselbst zog 1139 nach Palästina u. st. nach seinerRückkehr 1157. Sein Sohn Florens III. führtemit Flandern einen unglücklichen Krieg, wurde1168 gefangen und mußte alles Land westwärtsvon der Schelde von Flandern zu Lehen nehmen,

auch Walchercn u. mehrere Scheldeinseln an Fla»,dern abtreten. Auch mit den Westfriesen wucher durch seinen Bruder, den Bischof von Utrechtin unglückliche Kriege verwickelt; endlich schloß ersich 1188 dem Krenzzng an u. st. 1190 in Antiochien.Sein Sohn Dietrich VII. wurde in einer Fehdegegen den Bischof von Utrecht von dessen Verbün-deten, dem Herzog von Lothringen, gefangen u. st.1203. Auf Verlangen der Stände folgte ihm 'einBruder Wilhelm I., obgleich testamentarisch fest-gesetzt war, daß ihm seine Tochter Ada, Gemahlin ?des Grafen von Loon, folgen sollte; Wilhelm hielt >sich im Besitz der Grafschaft; focht hierauf fürEngland gegen Frankreich, als er aber 1211 jder Schlacht bei Bovines gefangen wurde, mitFrankreich gegen England, weshalb ihn der Papst,Englands Bundesgenosse, in den Bann that. Eimachte dann einen Kreuzzug, nahm Damiette inÄgypten u. st. 1223. Sein Sohn F lorens IV.bekriegte den Bischof Otto von Utrecht bis issz,focht dann gegen Groningen u. wurde nach einen,Turnier verrätherisch 1234 getödtet. Ihm folgtesein »jähriger Sohn Wilhelm II., welcher (ISI?)vom Papst zum deutschen König ernannt wurde. ,

Er führte gegen Margaretha von Flandern glück- llich Krieg und kam 1256 auf einem Zuge gegendie rebellischen Friesen, indem er mit seinem Pferdein einen Sumpf versank, um (erst 1282 wurde fei»Leichnam ansgefunden). Für seinen zweijährige»Sohn Florens V. führte der Oheim Florens ». idann der Graf Otto von Geldern die Vormund- ^schaft. Seit einiger Zeit gehörte Seeland mitzum Besitzthum der Grafen von H. Hierdurch,nächtiger geworden, bekriegte Florens, mündig ge-worden, die Westfriesen u. schlug sie 1282 u. ISS?;führte Krieg gegen Utrecht u., mit dem Herzogevon Kleve u. von Brabant verbunden, gegen de»Grafen von Geldern. Mit einem Thcile des Adelsuneinig, wurde er in Utrecht durch List 1297 auf-gehoben und später ermordet. Sein unmündigerSohn Johann I., st. schon 1299 in Haarlem,und mit ihm erlosch der Mannesstamm der alle»Grafen von H.

DerSohnAdelheids, der Schwester Wilhelms U.,Johann von Avesnes, Graf von Hennegau, folgtenun als rechtmäßiger Erbe als Johann II., u.durch ihn wurde H. mit Hennegau vereinigt. Erführte unglücklich Krieg mit Flandern und verlor ^fast sein ganzes Land, jedoch erhielt er dasselbedurch die Treue seiner Unterthanen u. die Tapfer-keit eines natürlichen Sohnes Florens III., Wittevan Haamstede genannt, wieder; auch mit de» ,aufrührerischen Seeländern kriegte er, diese vo» 'den Flamändern unterstützt, wurdendnrchdieTapfer-keit seines Sohnes Wilhelm mit französischer Hilfe ^wieder unterworfen; er starb 1304. Sein Soh»Wilhelm III. endigte den Streit mit Flandern !1323 mit einem leidlichen Frieden; besiegte 1313WestfrieSland u. vereinigte es mit seinen Besitz-ungen. Er gab den Abgeordneten der Städte das !Recht der Mitwirkung an der Regierung. Als er .1337 starb, folgte ihm sein Sohn Wilhelm IV, >der 1343 gegen die heidnischen Lithauer zog, nach >seiner Rückkehr Utrecht vergeblich belagerte u. 134b ^

bei Stavoren gegen die aufrührerischen Friesen blieb-Mit ihm st. der hennegauische Mannstamm aus.