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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Hold-Mezö-Vasarhely Hollabrunn.

Vaterlandsliebe, mit Widerwillen von den gegen-wärtigen politischen und socialen Zuständen ab,statt sich hineinzuleben und nach seiner Überzeugungdarin zu wirken, versenkt sich in den Hellenis-mus, der ihm als Urbild reinen, freien Menschen-thums erscheint, und folgt zugleich dem Stromeder mit dem allgemeinen deutschen Nationalgeistenicht in lebendigem Zusammenhänge stehenden Zeit-philosophie. Er stürmt selbstmörderisch in sich hinein,lehnt sich macht- und thatlos gegen die Gesetze derWeltgeschichte auf und hat doch vortreffliche Gedan-ken über die Nothwendigkeit sittlicher Begrenzung.Schönheit ist ihm das Höchste, die Natur wesent-lich schön, die Religion Liebe des Schönen; aberdie Prosa des Menschenlebens macht ihn krank u.elend. Er flüchtet sich aus der Härte desselben inLen Frieden der Natur, vorzüglich der bewußt-losen, und in die Anschauung der Kinderseelen.Bon der Rückkehr zu den Naturgebotcn erwarteter die sittliche Wiederherstellung. Er sagt: DieNatur ist schön, heilig; die Geister sind zum har-monischen Bunde mit ihr und im gegenseitigenVerhältnisse bestimmt; Gott ist die Liebe, Wahr-heit, Macht in allem. Dieß reicht aber nicht hin,die in seinen Dichtungen sich aufthuenden Ab-gründe des Pessimismus u. Nihilismus zu schließen.Auf der anderen Seite freilich drückt er schön underhebend die Weihe aus, die uns der Kampf mitdem Schicksal und das Leiden des Herzens gibt.Zarte, tiefe Menschenliebe, ideeller Seelenadel,reinste Keuschheit spiegeln sich in Allem, was ergeschrieben hat. Der entkeimende Wahnsinn ver-gißt oder birgt sich in der milden Ruhe des Ge-sanges. Der Schmerz wird hier zum Lächeln,das Leid zur verklärenden Erinnerung. Bedeutendist H-s griechisch-mystische (neuplatonische) Ge-dankentiefe, doch mehr im Hyperion und im Toddes Empedokles, als in den lyrischen Gedichten.Die Ausgangspunkte seiner meisten Productionensind persönliche Stimmungen, die bei der Verein-samung und dem gefährlichen Jnsichselbstversinkendes Dichtergemüthes leicht monoton werden undim Ganzen der biographischen Entwickelung undBestimmtheit, wie auch der vollen Anschauung desMenschenlebens entbehren, sich in einem beschränk-ten Kreise von Naturbildern bewegen und auchdiese nicht selten verschwimmen lassen. Doch ge-lingt unserem Dichter an einzelnen Stellen, vor-züglich des Hyperion, eine ausgezeichnete, mehr-zarte als gewaltige Plastik, und Empedokles zeigt,bei großartigen Ideen, bedeutsame Anläufe znrdramatischen Gestaltung. Hyperion ist in dermelodienreichsten, edelsten und blühendsten Prosa(nicht ohne Ähnlichkeit mit Werther) geschrieben.Die lyrischen Gedichte sind mit strengstem, oftübertriebenem Kunstfleiße durchgearbeitet. Zn frühentsagte H. dem Reime und zog die antiken Metravor: die horazischen bildete er im Ganzen ohnerhythmische Energie und vielfach incorrect; da-gegen schwebt eine leichte, schwungvolle Grazieüber seinen Distichen, n. auch die Hexameter sind,ohne strenge Negelrichtigkeit, mit seinem Ohr ge-bildet; anmuthig, dem Gedanken zart und leichtsich anschmiegend, sind die fünffüßigen Jamben;mit Glück bewegen sich die Hymnen im fessellosenRythmus. Auch in den Zeiten der Geistesnacht

gab es lichte Stunden, worin die Muse dem un-glücklichen Dichter sich nicht abhold zeigte. H,zsämmtliche Werke, herausgegeben von Ehr. Tb,Schwab, Stuttg. n. Tüb. 1846, 2 Bde.; vghA. Jung, F. H. und seine Werke, mit besonder»Beziehung auf die Gegenwart, Stuttg. und Tüb,1848. Zimm-rmniin.'

Hold Mezö-Vasarhely, s. Hödnegö.

Holeschan (Holleschau, mähr. Holesov), Stadtund Hauptort im gleichnam. mähr. Bez. (Öfter,reich), an der Rnssawa; Schloß in italien. Stilmit großem Garten, 2 Kirchen, darunter eineschöne Dekanatskirche, Synagoge, Tuch- u. Leinen-weberei, Handel mit Wachs, Honig, Häuten,Wolle rc.; 5 Jahrmärkte; 5282 Ew.

Holies (Holitsch), Marktflecken im ungar. Co-mitat Neutra, an der March; k. k. Lustschloß mitchinesischen Sälen u. Kapelle, Spanische Schäferei,Porzellanfabrik; 4939 Ew. Bei H. wurden an>17. Juni 1758 die Preußen unter Meyer vonden Oesterreichern unter Daun überfallen und ansdas Hauptcorps zurückgeworfen. Hier am 30. Dec,1805 Bestätigung des Preßburger Friedens vonösterreichischer Seite.

Holk, s. u. Hulk.

Holkar, Familienname der Mahrattenfurskn,welche seit 1724 in dem ostindischen Reiche Jndor,seit diesem Jahrh. unter Anerkennung der engli-schen Souveränetät, herrschen. Der Stifter warMnlhar-Rao-H., ein Landmann, dann Soldat,1728mit Jndor belehnt. Weiteres s. Jndor. Thielemann.

Holkham, Dorf in der engl. Grafschaft Nor-folk, etwa 3 Icm von Wells und unweit der Nord-seeküste; prachtvolles Schloß der Grasen von Lei-cester mit Gemälde- und Sculpturen-Sammlungund Bibliothek; etwa 700 Ew. Im Park eine37 m hohe korinthische Säule zum Andenken anden Agronomen Coke, Grafen von Leicester.

Holklampe, s. u. Klampe.

Holl, 1) (die Hohle, Höhlung) die innere Tiefedes leeren Schiffes, wie sie zur Berechnung deSLonnengehalts oder des Laderaumes gemessenwird; vgl. Schiffsvermessung. 2) (engl, stolä) derganze Laderaum. 3) (engl, stull) der Schiffskörper.

Holl, Frank, engl. Genrcmaler der Gegen-wart, geb. zu London 1845, ward am University-College das. erzogen und 1860 Schüler der I.Akademie. Er zählt zu den beliebtesten KünstlernEnglands und zeichnet sich durch eine gewisseInnigkeit der Empfindung aus. Seine bekannte-sten Werke sind: Die Mutter und ihr krankesKind; Abraham opfert Isaak (1863); Heimkehrvon der Kirche (1864); Eine Farrenkraut-Samm-lerin (1866); Das Gottesgericht; Der Genesende(1867); Neuigkeiten von der See (1871); DieJahreszeiten(l872); Das Milchmädchen; DerÜber-lebende (1873); Verlassen (1874); Ein Deserteur(1874); Der Herr hats gegeben, der Herr hats ge-nommen, sein Name sei gepriesen ( 1869 ). Regnet.

Hollabrunn(Ober-H.), Marktflecken im gleichn.Bez. des Erzherzogthums Österreich unter derEnns, am Göllersbach, Station der Österreich.Nordwestbahn; Real- und Obergymnasium, vieleGewerbe, guter Acker-, Obst- und Weinbau;2365 Ew. Hier 16. Nov. 1805 Sieg der Fran-zosen unter Murat über die Russen unter Bagra-