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Holda u. Holde
Gebüschen; 14. lavatus (Honiggras), dicht rasigmit dicht behaartem Stengel u. Blattscheiden u.mit einwärts gekrümmter Granne der männlichenBlüthe; ans trockenen Wiesen häufig. Beide sindFultergcäser. Eogler.
Hoüm u. Holde (deutsche Myth.), s. Holle.
Holder, Julius, Advocat und Führer der^ nationalen Partei in Württemberg, geb. 24. März1819 in Stuttgart, studirte 1837—41 Cameraliab u. Jura in Tübingen, trat 1842 in den Staats-^ k dienst u. wurde als Regierungsrath ins Ministerium1 s des Innern berufen. 1849 in den Landtag gewählt,
- stimmte er mit der demokratischen Partei. 1853s schied er wegen politischer Mißliebigkeit aus dem! Staatsdienste u. ließ sich als Advocat in Stutt-gart nieder. 1856 wieder in den württembergischen! ! Landtag gewählt, gehörte er demselben 12 Jahrean u. bildete aus den freisinnigen Elementen dieI Fortschrittspartei, welche in steter Opposition gegenLas Ministerium Linden stand. Er war 1862 Mit-begründer des deutschen Abgeordnetentages u. 1866Gründer der deutschen Partei in Württemberg,auch nachher Leiter des Landescomitös, welchesl; jür den Anschluß an Norddeutschland agitirtc.ü 1871 und 1875 in den Deutschen Reichstag ge-! wählt, hielt er sich zu den Nationalliberalen. Seit! s Frühjahr 1875 ist er Präsident der Württemberg.
! s Abgeordnetenkammer.
Hölderlin, Jo Hann Christian Friedrich,deutscher Dichter, geb. 29. März 1770 zu Lauffenj am Neckar, unweit Heilbronns, Sohn eines Kloster-verwaltungsbeamten. Im 2. Jahre verlor er denVater; die vortreffliche Mutter folgte einem zweitenGatten in das Landstädtchen Nürtingen am Neckar,verwittwete 1779 zum zweiten Male und erzogmit schweren Opfern, von ihrer Mutter unterstützt,
- ihre 4 unmündigen Kinder. H. besuchte die la-^ leinische Schule zu Nürtingen. Dem Wunsche derj i Mutter folgend, entschied er sich, 14 Jahre alt,^ für das Studium der Theologie und trat tu LasA nahe gelegene niedere Seminar zu Denkendorfein; Herbst 1786 kam er in Las niedere SeminarA zu Maulbronn, wo er, aus einmal weit von den! Seinigen entfernt, sich einer strengen klösterlichen^ Aufsicht unterwerfen mußte und in seinem Um-U gange sehr beschränkt wurde. Die erste Liebe u.die Hingebung an Ossian, Schubart, Schiller,Klopstock entwickelten sein Dichtertalent; danebenkamen seine ausgezeichneten musikalischen Anlagenmehr und mehr zur Geltung, und zugleich erwarber sich ungewöhnliche Kenntnisse im Griechischen.Herbst 1788 trat er in das theologische SeminarTübingens. Die hier der freien Entwickelung ge-^ > zogenen Schranken erweckten im Dichter den Oppo-sitionsgeist ; Rousseau, die französische Revolu-^ tion, die voranstrebende Zeitliteratur, besondersKant und Schiller, wirkten mächtig zündend aufsein Herz, und die Menschheitsideale, denen er sichmit schwärmerischer Begeisterung hingab, empfingendurch die verklärende Neproduction des elastischenAlterthums ihr ästhetisches Gepräge. Außer Kantund Schiller nährten Platon und Spinoza undder Umgang mit Hegel und Schelliug seine tiefeNeigung zum Philosophiren, und frühzeitig reifteseine pantheistische Weltanschauung. Nur die Liebezu seiner Mutter hielt ihn noch bei der Theologie.
— Hölderlin.
Als die Hauptaufgabe seines Lebens betrachteteer die Poesie; das hohe Vorbild, dem er in ihrnacheifcrte, war Schiller. Im Verkehr mit denMenschen war H. schüchtern, wo er aus sich her-austrat, liebenswürdig, von bezaubernder «Schön-heit; die Freunde verzogen ihn. Herbst 1793 ver-ließ er Tübingen, wo er im letzten Jahre be-reits den Hyperion angefangcn hatte. Er wurdeErzieher in der Familie des Freiherrn von Kalbin Waltershausen in Thüringen, verweilte mitseinem Schüler einige Zeit in Jena, ging Ende1794 mit Frau von Kalb nach Weimar, nahmaber bald seine Entlassung und siedelte nach Jenaüber, wo Fichte sein bewunderter Lehrer, Schillersein väterlicher Freund war. 1795 kehrte H. nachHause zurück. Januar 1796 trat er als Hof-meister in die Familie des Frankfurter BankiersGontard ein. Hier ergriff ihn die leidenschaft-lichste Liebe zur Frau des Hauses, die er unterdem Namen Diotima verherrlichte. Um Ostern1798 erschien der 1. Band seines Hyperion. ImSeptember verließ H. seine Stelle und Frankfurtohne Abschied genommen zu haben und ging nachHomburg, wo sein treuer Freund Sinclair wohnte.Um Ostern 1799 erschien der 2. Band des Hyperion.Im Sommer beschäftigte sich H. anhaltend mitdem Tod des Empedokles, der sicher nie vollendetwurde. Im folgenden Sommer kehrte er, schat-tenähnlich, in die Heimath zurück; dann gab erLen Kindern eines Stuttgarter Freundes Unter-richt; sein Gesundheitszustand erschien gefährlich.Im December ging er in eine Hofmeisterstelle zuHauptwil, nicht weit von Konstanz. Im April1801 kehrte er in seine Heimath zurück. Er nahmhierauf eine ihm unter vortheilhaften Bedingungenangebotene Hauslehrerstelle beim Hamburg. Consulin Bordeaux an, überschritt im eiskalten Decemberdie beschneiten, damals höchst unsicheren Gipfelder Auvergne. Im Juni 1802 entfernte er sichunerwartet von Bordeaux, wanderte in den heiße-sten Dommertagen durch Frankreich, Paris mitinbegriffen, von einer Grenze zur anderen n. trafzu Anfang des Juli im Zustande verzweifeltstenIrrsinns plötzlich bei seiner Mutter zu Nürtingenein. Nicht unwahrscheinlich hatte er noch in Bor-deaux die Nachricht von Diotimas Krankheit undauf der Reise, wenn nicht früher, die Nachrichtvon ihrem Tode, 22. Juni, erhalten. Er bliebvorerst in der mütterlichen Obhut. In dieserZeit schrieb er an seiner zwischen Tiefsinn undgeistiger Auflösung schwankenden Uebersetznng desKönigs Oedipus und der Antigone (erschien Frank-furt 1804). Im Sommer 1804 holte ihn Sin-clair nach Homburg ab, wo ihn der Landgraf mitkleinem Gehalte als Bibliothekar anstellte. DerZustand des Unglücklichen verschlimmerte sich. ImHerbst 1806 brachte man ihn zum letzten Heilver-suche in das Klinikum zu Tübingen; aber dieKur steigerte das Übel. Man gab Len Dichterbei dem Tischlermeister Zimmer und dessen Fa-milie in Kost und Obhut, und er konnte nichtbesser aufgehoben sein. Während sein Körperallmählich -wieder anflebte, verkam sein Geist.1826 erschien die Ausgabe seiner Gedichte vonUhlaud und Kerner. H. starb in Tübingen 7.Juni 1843. H. wendet sich, bei schwärmerischer