394
Holbcrg — Holous.
seiner Gattin wieder getrennt, gab er in Negens-burg u. München Concerte, wurde in Wien Theater-dichter, hierauf in Regensburg Schauspieler. Nach-dem er die Schauspielerin Maria Renner zeche-licht hatte, machte er in Gemeinschaft mit dieserKunstreisen, übernahm später die Direktion desBamberger Stadttheaters, von 1816—1819 dieRegie des Hoftheaters zu Hannover, leitete nachdieser Zeit das ständische Theater in Prag undkehrte 1825 als Hostheaterdirector nach Hannoverzurück, wo er bis 1841 erfolgreich wirkte. Mehrökonomische als künstlerische Talente brachte er alsDirektor des Hofbnrgtheaters in Wien (1841—49)zur Geltung. Nachdem er noch 4 Jahre lang dieÖkonomiegeschäfte des Burgtheaters u. Hofopern-hauses als Vorstand besorgt hatte, quittirte er denDienst u. st. 5,Sept. 1855 zu Wien. Als Bühnen-dichter hat H. keine höhere Bedeutung, seineStücke sind mit Geschick für ein großes Publicumzurecht gemacht und wollen in erster Linie nurunterhalten. Sie erschienen gesammelt als: Theater,Rudolst. 1811, 2 Bde.; Neuestes Theater, Pest1822 f., 5Bde.; u. Dilettantenbühne, Wien 1826.Die bekanntesten seiner Schau- n. Lustspiele sind:Fridolin (nach Schillers Gang nach dem Eisen-hammer), Das Turnier zu Kronstein, und DerWunderschrank. Unverzeihlich ist seine Bearbeitungvon Kleists Käthchen von Heilbronn, dagegen vonWichtigkeit sein biographisch-dramaturgisches Werk:Deutsches Bühnenwesen, Wien 1853, von demleider nur ein Th eil erschienen ist. H-s dritteFrau, Julie, geb. Göhring, verw. Arthur, zeich-nete sich in jugendlich munteren u. tragischen Lieb-haberinnen-, später in Anstandsdamen- u. Charak-terrollen aus. Kürschner.
Holberg, Ludwig Freiherr v., geb. 3. Dec.1684 zu Bergen in Norwegen, Sohn eines Ober-sten; studirte in Kopenhagen, machte trotz seinerDürftigkeit wiederholentlich größere Reisen nachEngland, Holland, Deutschland, Frankreich, Italien,lebte eine Zeit lang in Kopenhagen von Sprach-unterricht, wurde 1717 Professor der Metaphysikin Kopenhagen, 1720 Consistorialassessor u. Pro-fessor der (latein.) Beredtsamkeit, 1730 der Ge-schichte, 1737—51 Quästor der Universität; er-warb ein bedeutendes Vermögen, wofür er Land-güter einkaufte, die er der Akademie zu Soröetestamentirte, u. die 1747 zur Baronie erhobenwurden; gest. den 28. Jan. 1754 in Kopenhagen,begraben in Soröe; vgl. Dänische Literatur. Seineersten literarischen Versuche, aus der Zeit von 1711bis 1714, Inbroäuotion bik äs suroxälsüs Liberoklivtoris; Inbroäuotion bii Plabur- oz §o1üsrobtsn,find nicht sehr bedeutend. 1719—20 erschien daskölnische Epos koäsr kaars (Parodie auf dieÄueis), u. bald darnach einige andere SatireinSeine vornehmsten Schriften sind die Komödien,die seit 1722 erschienen, unter welchen wol be-sonders hervorzuheben: von xolltislcs Lanäevt-öbsr; äsan äs Uranos; llspps paa Lj sr^st;Larsslvtuon; laookr von Illxbos; Henriolr oZiksrnllls; Iliz-sssv von Itllaoia. In lateinischerProsa erschien in Leipz. 1741: Moolaii Lümiiitor subtsrrsnsum (zunächst mit Gullivers Reisenzu vergleichen, die auch als Vorbild gedient). H.hat auch andere opuvvula labina, 1737 f., z. B.
Epigramme u. Mittheilungen über sein Leben ge.schrieben. Von seinen geschichtlichen u. geograph-ischen Werken nennen wir: vanmarks Lstorig1732 s.; HminäskiA Lirüsllisboris, 1738; Öonjöäislco Historis, 1742; Vanmarks o§ Norgso !Lssllrivslss, 1729. Seine Lloralslrs Paulier s1744, u. Lpisblsr, 1748 f., sind Sammlungenallerlei kleiner Aufsätze (Art von Canserien, zuvergleichen z. B. den Montaigneschen). Von denvielen Ausgaben der Komödien ist bes. zu nennen !die von Liebenberg besorgte, 8 Bde., Kopenhagen !1848—54; auch billige Ausgaben in einem Bande !den Liebenbergschen Text enthaltend; die neuesteAusgabe von Peder Paars, besorgt von Lieben-berg, erschien ebd. 1863, u. Hioolaii Llimü Itsr,besorgt von Elberling, ebd. 1866. Auch von denwichtigsten historischen n. moralisireuden Schriftensind noch neuerdings Ausgaben erschienen. EineGesammtausgabe der Werke existirt nicht; Kopenh. ! '1804—14 erschienen ausgewählte Werke, besorgt ^von Rahbek. Eine deutsche Ausgabe der Komö-dien erschien 1746 ff., Kopenhagen, besorgt vonLaub, u. eine andere Kopenh. u. Lpz. 1759—78,
5 Bde. Peder Paars erschien Deutsch 1750 undwieder 1764, besorgt von Scheibe, u. NicolanSKlim oft, so 1743, 1828 (letztere Übersetzung istBd. 15 von Brockhaus Bibliothek class. Romaneu. Novellen des Auslandes); Weiteres zur Biblio-graphie s. Prutz, namentlich S. 126 ff. Von denvielen Werken über H. nennen wir: Rob. Prutz,
L. H. nebst Auswahl seiner Komödien, Stnttg. u.Äugsb. 1857 (überschätzt H-s Bedeutung); A.Legrelle, ü.oonsiäsrs oomms imitabsur äs Kollers,Par. 1864; O. Skavlan, kl. vom Loinsäiskorkattsr,Christiania 1872. Die beste Biographie ist L. W.Smiths K-v I-svnst, Kopenhagen 1858; andereSchriften über H. s. N. M. Petersens Dän. Lit.Geschichte, Bo. 4 S. 492 ff. In Kopenhagenwurde ihm 31. Qct. 1875 ein Denkmal (sitzendeStatue) errichtet.
Holburn-Head (Howburnhead), Vorgebirgeam Pentland-Kanal an der Nordküste der schott-ischen Grafschaft Caithneß.
Holcke, Heinrich, General im 30jähr. Kriege,geb. auf der Insel Alsen, diente unter KönigChristian IV. von Dänemark, 1627—1629 alsOberst gegen Wallenstein, wurde bei Neurodegeschlagen, war dann Anführer eines FreicorpsJäger zu Pferde unter Wallenstein, wohnte derEinnahme von Prag als Generalwachtmeister bei,eroberte Eger, wurde Feldmarschall u. Graf, sochlbei Leipzig u. Lützen u. st. 30. August 1633 inÄdorf. Schroot.
lloleus L., Pflanzengatt, aus der Familie der6ramillsas-?oöiäsaö-^vsllöLs (III. 1.), naheverwandt mit ^.vsna;, aber von anderer Tracht,mit meist 2blüthigen Ährchen, deren untere Bliith:zwitterig, wehrlos, deren obere männlich, begranntist mit rückenständiger, gerader, zuletzt zurllckge-bogener Granne; Griffel sehr kurz; Narbe federig,an der Blüthenbasis heraustretend: Arten: 5-mollis D. (Darrgras, Pserdegras) mit kriechenderGrundachse u. Ausläufern, kahlem, nur an denKnoten etwas behaartem Stengel u. mit über dieHüllblätter hervortretender Granne der männlichenBlüthe: in mäßig feuchten Wäldern u. schattigen