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Hohofengase —
für gewöhnlich verstopft ist. Die obere Öffnungdes Kernschachtes wird Gicht genannt, der Theil,wo die beiden Kegel mit einander zusammen-stoßen, u. der sich nicht selten zu einem Cylinderausdehnt, Kohlensack (äü). Der Kernschachtwar früher gewöhnlich offen, jetzt aber, wo mandie abziehenden H-gase auffängt, ist er mit Gas-fängen bedeckt. Den Schluß des Kernschachtesnach unten bildet der Boden- oder Sohlstein.Den Kernschacht umschließt der Rauh schacht(auch wol Nauhgemäuer). Er hat theils denZweck, dem ganzen Ofen den nöthigen Halt zugeben, theils die Wärmeausstrahlung zu vermin-dern u. ist verschiedentlich construirt. Der untereTheil des Rauhschachtes heißt Sockel, der obereOfenkegel oder Ofenpyramide. Im Falleder Sockel aus Mauerwerk besteht, befinden sichin demselben zu den Formen, znm Schlackenabflußund Eisenabstich 4 gewölbte Zugänge, wobei 4Pfeiler stehen bleiben. Bei alten H. schlossen diePfeiler eng an das Gestell an (H. mit einge-bautem Gestell), bei neuen trennt man sie hier-von (H. mit freistehendem Gestell). Rauh- undKernschacht sind, um der verschiedenen AusdehnungRechnung zu tragen, durch einen mit Sand,Ziegelbrocken oder Luft gefüllten engen Zwischen-raum, die Füllung, getrennt. Die an die Füllungstoßende Steinschicht des Rauhschachtes wird ausfeuerfesten Ziegeln (falsches Hemd) hergestelll.Der Rauhschacht wird gehörig verankert.— Nachder Art des Schlackenabflusses, wie man sagt,nach der Zustellung des H-, hat man Blau-öfen (Blaseöfen) oder Öfen mit geschlossenerBrust, bei welchen der Kernschacht gleichförmigniedergeführt und nur mit Öffnungen zum Ab-fluß der Schlacke und des Eisens versehen ist,n. Sumpföfen oder Öfen mit offener Brust, beidenen der unterste Theil der Vorderwand nachauswärts gerückt ist. Der unterste Theil desKernschachtes vor der Brust (m), da, wo dieSchlacke abfließt, heißt bei Snmpföfen Tümpel,u. ein Stein, der unmittelbar vor demselben nachaußen zu liegt u. über den die Schlacke abfließt,der Damm- od. W all st ein. — Unmittelbar zumH. gehören: Gebläsemaschinen, Windleit-ungsröhren, Minder hitzungsapparate(kst),Gichtgasfänge (etz), Gichtaufzüge mit derGichtbrücke, ein Gießhaus, Möller- oderMischhäuser, gewöhnlich auch Coaksöfeu, so-wie Erz-, Zuschläge-, Kohlenplätze undSchlackenhalden. Ueber die Schmelzung desEisens im H. s. Eisen. Ein großer H. erzeugttäglich 20—60,000 Roheisen.
Hohofengase sind die bei Gewinnung vonMetallen speciell des Eisens im Hohofen sich ent-wickelnden Gase. Sie sind im Wesentlichen einGemenge von Kohlenoxyd, Kohlenwasserstoff (bes.6ll«), Wasserstoff, Kohlensäure und Stickstoff.Nebenbei treten geringe Mengen von Ammoniak,Schwefelwasserstoff, Schwefel-, Arsen-, Zink- undBleidämpfe, Cyankalien u. flüchtige kohlensaureSalze der Alkalien auf. Den nicht zur Reduktionnöthigen Theil der H., welcher durch die Gicht desHohofens als Gichtgas abzieht, läßt man entwederan der Gicht als Gichtflamme verbrennen, od.fängt ihn durch Gichtgasfänge auf, leitet ihn durch
Hokkohühner.
Röhren (ii) (s. Tafel Hüttenkunde II, Fig. i)weiter, reinigt ihn gewöhnlich durch Leiten überWasser- u. längeren Nöhrenleitungen, in denender Flugstaub sich absetzt, u. benützt ihn dann zurErhitzung von Dampfkesseln, Winderhitzungsappa-raten, znm Rösten von Eisensteinen rc. Glatzel.
Hohofcnschlacken, Schlacken von der Eisenerz.Verhüttung, bestehen aus Kieselsäure, Thonerde u.Kalk, mit einem wechselnden Gehalt an Mag.nesia, Mangan u. Eisen. Sie sind grün, gelb-braun, grau, schwarz oder blau gefärbt. Schwefel,sowie sehr kalkreiche H. zerfallen sehr leicht aufeuchter Luft. Wasser auf heiße H. gegossen machtdieselben bimsteinartig. Man verwendet sie alsPflaster- u. Baumaterial, in grannlirtem Zustandezur Mörtelbereitung, als Zusatz für Flaschenglas,u. nach I. Lürmann zur Darstellung von Alaun,indem man sie zu dem Zwecke zunächst mit Salz-säure zersetzt, aus der Lösung die Thonerde nebender Kieselsäure mit kohlensaurem Kalk fällt, dieThonerde in Schwefelsäure löst, wobei die Kiesel-säure zurückbleibt n. dann wie überhaupt bei derAlannbereitung weiter verfährt. Glatzel.
Höhscheid (Höheschcid), Stadtgemeinde im KreiseSolingen des preuß. Regbez. Düsseldorf, bestehtaus 106 einzelnen, befand. benannten Ortschaften,Eisengießereien, Hammerwerke, Fabrikation vonMessern, Scheeren, Waffen rc., viele Schleiskothenu. Schmieden, welche zum Theil für die SolingerFabriken arbeiten; 1875: 9958 Ew.
Hohwald, Kirchdorf im Kreise Schlettstadtdes Regbez. Unter-Elsaß (Elsaß-Lothringen), inreizender Lage an der Andlan u. dem Feuerfeld;beliebter Sommeraufenthaltsort, viele Villen,Badeanstalt; 1875: 649 Ew. In der Nähe der1049 m hohe Rathsamhäuserstein, der Neuner-stein, einige Wasserfälle u. prächtige Waldungen.
Hokkohühner, Oraoiäao i^rA., Familie derHühnervögel, Schnabel mäßig lang, dick, gewölbt,an der Spitze übergebogen, Schwanz flach abge-rundet, bei einigen zum Radschlagen eingerichtet,keine Sporen; leben gesellig in Wäldern Amerikas,Eier weiß mit rauher Oberfläche; Fraß: Knospenu. Früchte. Gattungen:6rax, Höckerhuhn, eigent-liche H., kenntlich an der gefärbten Wachshautüber der Schnabelwurzel und der kammförmigenHaube aus dem Kopfe; von der Größe des Tritt-Huhns; Hausthiere in Südamerika. Arten: Bra-sil i a nis ch e s H o k k o h u h n, 0. alsotor^., schwarz,unten weiß, Wachshaut gelb; gezähmt auch in Eng-land, schreit Hocko; im Alter entwickelt sich auf derSchnabelwurzel ein Fleischhöcker; l7rax <7r«r>., Helm-Huhn; Scheitel, Gesicht u. Kehle sind befiedert, ander Schnabelwurzel ein Höcker; Art: GehelmterPauxi, 17. ^alsatus, ikauxi Anlsata lkisimn.,die Erhabenheit am Kopfe ist fast von der Größedes Kopfes, hellblau, steinhart; Schnabel roth,Rücken schwarz, Bauch weiß; Südamerika; i?ons-lops siker»-., Jaku; Schnabel dünner, Kopf be-fiedert, Kehle u. Augenkreis nackt, an der Kehleein Fleischlappen; variirt sehr in der Farbe; Arten:Guan, ?. ermtata, L?m., mit Federbusch, grün-röthlich, metallisch glänzend; LIsloaAris 77., Puter;Schnabel kurz u. stark, oben gewölbt. Der nackteKopf warzig, am Grunde des Oberschnabels einFleischkegel, Kehlhant mit Fleischlappen, Schwanz