Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
387
Einzelbild herunterladen
 

Hoheiizollcrn. 387

md II., Burggraf, Feldoberster u. GroßhofmeisterKaiser Friedrichs II., st. 1260. Allgemein wer-den aber Kourad III. und Friedrich III. alsKonrads II. Söhne angeführt; Konrad III. st.1314; Friedrich III. heirathete 1246 Elisabeth,Herzogin von Meran, erbte aus der Hinterlassen-schaft des letzten Grafen von Andechs die Burg-grafschaften Bayreuth, Kadolzburg rc. und erhieltvom Kaiser Konrad IV. mehrere Lehen. ZurWahl des Kaisers Rudolf von Habsburg trug erals treuer Freund viel bei, focht mit ihm gegenOttokar von Böhmen und erhielt dafür mehrerefränkische Lehen, andere, wie Schwabach u. Cam-merstein, kaufte er 12S2 von König Adolf. Er legteden Grund zur Macht der jüngeren Linie H. undst. 1297. Sein zweiter Sohn, Friedrich IV.,folgte ihm 1300, da der ältere, Johann I., jungstarb. Er that Kaiser Heinrich VII., befand, imKriege gegen Böhmen, wesentliche Dienste, standauf Seiten Ludwigs des Bayern gegen Friedrichvon Österreich, focht bei Mühldorf, wo sich Fried-rich von Österreich einem Lchnsmanne des Burg-grafen gefangen gab, erwarb Hof, Wunsiedel, Ans-bach rc. und st. 1332. Nun folgten in directerLinie Johann II., st. als Augustinermönch 1357,u.FriedrichV. Letzterer stand bei Kaiser KarlIV.in großer Gunst, welcher ihm mehrere Lehen unddem Sohne Johann seine Tochter Margaretha indie Ehe gab. 16. März 1362 wurde er Neichssürst,1368 Reichsfeldhanptmann und kaiserl. Vicarius;1397 dankte er zu Gunsten seiner beiden Söhne ab u.st. 1398 auf der Plassenbnrg, die er sich Vorbehal-ten hatte. Sein Sohn Friedrich VI. erhielt fürseine Tapferkeit und Treue von Kaiser Sigis-mund, außer seinen fränkischen Besitzungen, dasKurfürstenthum Brandenburg erst pfandweise, dannals wirklicher und erblicher Kurfürst, als solcherFriedrich I.; er st. 1440. Sein älterer Sohn,Johann der Alchymist, erhielt die fränkischenBesitzthümer, sein jüngerer, Friedrich II. mitden eisernen Zähnen, aber die Marken u. dieKur. Nachdem der Elftere 1464 gestorben war,fielen die fränkischen Besitzungen an die Kurlinie.Friedrich II. folgte sein Bruder Albrecht Achil-les (st. 1486), ihm succedirte H) in der Kur seinSohn Johann Cicero; dieser Zweig nahm 1701die Königswürde von Preußen an, s. u. Branden-burg und Preußen; L) in der MarkgrafschaftAnsbach der zweite Sohn, Friedrich der Äl-tere, dessen Zweig 1791 die seit 1769 vereinig-ten Länder Ansbach u. Bayreuth an Preußen ab-trat, s. u. Ansbach; 6) in der MarkgrafschaftBayreuth (Knlmbach) folgte der dritte Sohn,Sigismund, welcher 1495 unvermählt st., worauffein Land dem Bruder Friedrich d. Ä. zufiel.

II. Die ältere Schwäbische Linie wurde vonFriedrich II. (st. 1218) gegründet. Sein Sohn,Graf Friedrich mit dem Löwen, st. ca. 1251; ihmfolgte sein Sohn, Graf Friedrich der Erlauchte,der 1259 das Kloster Stetten gründete, wohin erdas Erbbegräbniß verlegte; er spielte eine großeRolle u. erhob sein Haus zu Ansehen; 1288 re-signireud, starb er Mai 1289. Von ihm stammtedirect ab Friedrich der Öttinger, der 1402 dieErbtheilnng mit seinem Bruder Eitel Friedrich I.dornahm u. von da an mit ihm in steter Fehde

lag. Unter ihm zerrütteten die Finanzen desHanfes, 1416 kam er in die Acht, wurde 1422belagert u. sein Schloß H. von den Reichsstädten8. Mai 1423 zerstört; lange war er in Mömpel-gard gefangen; er st. nach ruhelosem Leben 1443auf einer Reise nach dem Gelobten Lande; Jo-docus Nikolas, seines 1439 verstorbenen edlenBruders Eitel Friedrich großer Sohn, baute diezerstörte Burg H. seit 1454 wieder auf, stand alsRath in württemb. Diensten, löste aber sein Landvon der neuerlichen Abhängigkeit von Württemberg,schuf die Hohenzollernsche Landesordnung und st.1488; Eitel Friedrich II., sein erhabener Sohn,war beim Kaiser Maximilian I. Geh. Rath, Ober-hofmeister u. Kammerrichter (1495), brachte 1504das Reichserbkämmereramt an sein Haus, ver-tauschte die schweizerische Herrschaft RLzüns, welcheeinst durch Heirath an sein Haus gekommen war,gegen Haigerloch und st. 1512 in Trier. EitelFriedrich, Jugendfreund Karls V., st. 1525 inPavia. Dessen Sohn, Karl I., welchen KaiserKarl V. in Spanien erziehen ließ, erhielt nachErlöschen der Grafen von Werdenberg 1529 dieGrafschaften Sigmaringen u. Beringen und warPräsident des Reichshosraths. 1558 vereinigte eralle hohenzollernschen Lande unter sich, 1575 erließer die Erbeinigung, verordnete, daß seine Söhnevon Anna von Baden theilen sollten, n. st. 1576.

^.) H.-Hechingen. Stifter dieser Linie warEitel Friedrich III., älterer Sohn Karls I.; erbekam die eigentliche Grafschaft Zollern, baute dasSchloß zu Hechingen, wonach er seine Linie nannte,n. st. 1605. Sein Sohn Johann Georg leistetedem Kaiser als Kammerrichter u. ReichshosrathS-präsident gute Dienste, wurde deshalb 28. März1623 zum Reichssürsten erhoben, jedoch mit derBestimmung, daß seine nachgeborenen Söhne denGrafentitel fortführen sollten, u. st. 1623. SeinSohn, Fürst Eitel Friedrich IV., k. k. Oberst,wurde 1653 in das Reichsfürstencollegium zu Re-gensburg eingeführt; unter ihni, einem ganz un-tauglichen Regenten, wurde während des Dreißig-jährigen Krieges das Land und bes. die Stamm-burg H. von den Schweden und Württembergernverwüstet, da er Katholik u. kaiserl. General war,u. die Burg H. von den Württembergern, dannvon den Kaiserlichen genommen. Da sie damalsein wichtiger strategischer Punkt war, so erhieltÖsterreich, um diesen festzuhalten, gegen 5000 Fl.oas Besatzungsrecht auf H., welches es erst 1798anfgab. Eitel Friedrich IV. st. 1661 ohne männ-liche Erben, sein Bruder Philipp Friedrich,bisher Domherr zu Köln und Straßburg, folgteihm u. st. 1671. Sein ältester Sohn, FriedrichWilhelm, geb. 1663, ein Despot, kaiserl. Feld-marschalllieutenant u. Coinmandant von Freiburg,erhielt 1692 vom Kaiser den Fürstentitel für alleseine Nachkommen, schloß 1692 einen Erbvertragmit Brandenburg und st. 1735. Unter ihm gabes ernstliche Unruhen wegen der Fronen u. Ab-gaben. Ihm, der aus dem Lande eine großeJagd gemacht, folgte sein Sohn Friedrich Lud-wig, geb. 1688, österr. Feldmarschalllieutenant,der auch in stetem Streite mit den Unterthanenlebte u. 1750 starb. Sein Vetter u. NachfolgerJoseph Wilhelm, geb. 1717, änderte durch

25 *