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Hohentwiel — Hohenzollern.
15. Dec. 1854, den Namen Grafen u. Gräfinnenv. H. u. Bergen anzunehmen u. das BergenscheWappen mit dem Hohenthalschen zu vereinen.Das Geschlecht zählte mehrere hohe Staatsmännerunter seinen Gliedern u. erwarb bedeutende Be-sitzungen inPrenßen (Prov. Sachsen), Großherzogth.Sachsen-Weimar u. Königreich Sachsen. Lagai.
Hohentwiel, Domäne ans einem allein stehen-den, 692 rn hohen Kegelberge des Randen, zumOberamte Tuttlingen, Württemberg. Schwarzwald-kreis, gehörig, eine Enclave in Baden, mit Über-resten einer ehemals wichtigen Bergsestung u. mitherrlicher Aussicht ans die Alpen u. den Bodensee.Die Veste soll schon vom Kaiser Maximin im 3.Jahrh. gegründet sein. Hier lebte um 980 diegelehrte Herzogin Hadwig von Alemannien (vgl.Victor Schessels Ekkehard) und hier saß im ExilHerzog Ulrich von Württemberg, der im Jahre1521 Liese Veste von einer Wittwe von Klingen-berg kaufte. Im Dreißigjährigen Kriege wurdesie vom Oberst Wiederhold ruhmvoll vertheidigtn. 1800 von den Franzosen geschleift. Sie dienteauch längere Zeit als Staatsgesängniß; u. A. saßhier I. I. Moser 5 Jahre lang gefangen. Vgl. vonMartens, Gesch. von H., Stnttg. 1857. H-Berns.
Hohenwart zu Gerlachstein, Rabenspergu. Raunach, ein uraltes, ursprünglich aus Bayernstammendes Geschlecht, welches zu Anfang des 13.Jahrh. in die Herzogthümer Kärnthen u. Krainübersiedelte, seit dem 14. Jahrh. das Erblandtruch-sessenamt in Krain u. der Wendischen Mark besitztund 1767 in den Grafenstand erhoben wurde.1) Graf Sigismund Anton, Fürst zu Gerlachs-stein, geb. 1730 in Gerlachsstein; wurde Jesuit,studirte in Gräz und ward Lehrer der Universal-geschichte am Theresianum in Wien u. Religions-und Geschichtslehrer der 4 ältesten Prinzen desGroßherzogs Leopold von Toscana in Florenz.Als dieser Kaiser wurde, kehrte H. nach Wien zu-rück, wurde 1803 Erzbischof von Wien und Fürstvon Gerlachsstein, erhielt später den Vorsitz beider Hoscommission in deutschen Schulsachen u. st.1820. 2) Graf Karl Sigmund, zweiter Sohndes jetzigen Chefs des Hauses, des Grafen Andreas,geb. 12. Febr. 1824, Besitzer der Herrschaft Rau-nach, Erblandtruchseß in Krain u. der WindischenMark; studirte die Rechte, trat in den Staatsdienstu. war nach einander Comitatsvorstand in Fiume,Landeschef in Kärnthen, Statthalter in Oberöster-reich und 4. Febr. 1871 Präsident des Minister-rathes, dem Habietinek, Schasste, Jirecek, v. Holz-gethan u. Scholl angehörten u. als dessen SeeleSchasste galt. Indessen schon 26. Oct. gab H.,da seine Ausgleichsplane mit Böhmen zu den fürÖsterreich unannehmbaren Fundamentalartikelnder Böhmen sühnen, seine Entlassung, die ihm30. Oct. wurde. H. ist seitdem im österr. Reichs-rathe Führer der Rechtspartei. Lagal.
Hohenzierih, Dorf im Großherzogth. Mecklen-burg-Strelitz; großherzogl. Lustschloß und Park;370 Ew. Hier starb 19. Juli 1810 die KöniginLuise von Preußen.
Hohenzollern, altes, festes Bergschloß im ehe-maligen Fürstenth. Hohenzollern-Hechingen, 2 ümsüdl. von der Stadt Hechingen, ans dem 855 mhohen H., die Stammburg des hohenzollernschen
Fürstenhauses. Es ist im 8. od. 9. Jahrh. ge-baut, wurde 8. Mai 1423 von 17 vereinigtenschwäbischen Reichsstädten erobert u. zerstört, 1451wieder aufgebaut, 1634 von den Württembergernnach einjähriger Blokade erobert, 1635 von denBayern genommen u. 1650 von den Kaiserlichenbesetzt. Hier wurde 23. Ang. 1851 dem KönigFriedr. Wilh. IV. von Preußen, als dem neuenLandesherrn, gehuldigt. Das Schloß war bis1850 Ruine und wurde von da bis 1855 vomKönig Friedr. Wilh. IV. von Preußen nach demalten Grundriß wieder aufgebaut. Ein mit Ba-steien u. Eckthürmchen versehenes Siebeneck kröntmit 15—19 m hohen Mauern den steil abfallen-den Felskegel, welcher äußeren Befestigungslinie ^die Umzüge der Auffahrtsanlagen als Vorwerke !dienen; innerhalb des Siebenecks erhebt sich das jeigentliche Schloß mit 5 Thürmen, dessen Seiten-flügel auf der einen Seite mit der hergestelltenkatholischen Kapelle, auf der anderen mit einerneuen evangelischen Kirche enden. Von den öStockwerken des Schlosses sind die beiden unterengewölbt u. dienen ausschließlich den Zwecken derVertheidigung. Im Burggarten eine ErzstatueFriedr. Wilh. IV. 1856 wurde es armirt underhielt eine preußische Besatzung. Vgl. Graf Still-fried-Alcantara, H., Beschreibung u. Geschichte derBurg H., Nürnb. 1872. H- Berns.'
Hohenzollern (Gesch.). Das Haus H. ist einesder ältesten Häuser Deutschlands; sein Ursprung ißurkundlich bis zum 11. Jahrh. nachzuweisen, woseine Stammväter, reiche Güterbesitzer in Schwa-ben, Grafen des Gaues waren und die Bnrg H,innehatten; alle früheren Glieder sind ungewiß.
Die ersten unter dem Familiennamen anftreten- >
den Grafen von Zollern sind Burchard u. Wezel, j
die in einem der Parteikämpfe in Heinrichs IV. ^Jugend 1061 fielen. Graf Adalbert vergällte Güteran das neue Kloster Alpirsbach und wurde dortselbst Mönch ca. 1098. Sein Verwandter Fried-rich (gen. Waute) war der erste Klostervogt zu >Alpirsbach u. st. vor 1125. Von seinen Söhnenfolgte ihm der älteste, Friedrich, der ebenfallsKlostervogt in Alpirsbach wurde u. ca. 1142 starb.Graf Berthold erwarb sich durch die Dienste,welche er in der Entscheidungsschlacht bei Tübin-gen zwischen den Gneisen und dem PfalzgrafenHugo 1164 Letzterem geleistet hatte, einen Namen,kämpfte 1175 mit Berthold von Zähringen u. st.nach 1188. Ohne einiger Nebenlinien zu ge-denken, halten wir uns an den Hauptstamm.Friedrich I., Graf von Zollern, wurde ca. 1192Burggraf von Nürnberg, dessen Erbin er gehei-rathet, begründete das zollerisch-nürnbergische HauSu. st. ca. 1197. Dessen beiden Söhne Fried-rich II. u. Konrad gründeten nach der gewöhn-lichen, jedoch nicht unbestrittenen Meinung die bei-den Hauptlinien des Hauses H., die Schwäb-ische, welche im Besitz der Stammgüter blieb,und die Fränkische, aus der später das HauSBrandenburg-Preußen hervorging. >
I. Die jüngere Fränkische oder Burggräs- !lich-Nllrnbergische Linie wurde nach der ge-wöhnlichen Angabe 1200 von Konrad, zweitemSohne Friedrichs I., gegründet. 1218 wurde erBurggraf in Nürnberg und st. ca. 1230. Kon-