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Hohenstein -
! wegen seiner Tapferkeit vom Kaiser Heinrich IV.,weichem er treu gegen Rudolf von Schwabenbeigestanden u. für welchen er in mehreren Schlach-ten tapfer gefochten hatte, dessen Tochter Agneszur Gemahlin u. das Herzogthum Schwaben er-hielt; sein älterer Sohn, Friedrich (s. d. 53)der Einäugige, folgte ihm (1105) in Schwaben,während der jüngere, Konrad, 1112 vom KaiserHeinrich V. das Herzogthum Franken erhielt.Nach dem Tode Heinrichs V. hatten Beide Hoff-nung, die Kaiserkrone zu erhalten, aber der Erz-! bischof Adalbert von Mainz u. der Legat Gerhard! leiteten die Wahl auf Lothar, Herzog von Sachsen,u. ein Krieg entspann sich nun mit diesem n. denStaufern, welchen erst der Friede zu Mühlhausen1135 endigte. Konrad entsagte dem Titel alsKönig von Italien, welchen er seit 1128 geführthatte, u. erhielt wie sein Bruder sein Hcrzogthnmzurück. Nach Lothars Tode 1137 wurde Konradals Konrad III. zum deutschen König gewählt;aus dieser Wahl aber entwickelte sich die Feind-schaft zwischen den Ghibellinen, den Anhänger»der Staufer, und den Welfen, den AnhängernHeinrichs des Stolzen, welcher ebenfalls Kaiserwerden wollte. Der Sohn des Kaisers Konrad III.,Friedrich von Rothenburg, erhielt nach dessen Tode(1151), da er erst 7 Jahrs alt war, die Kaiser-krone nicht, vielmehr wurde sie Konrads Bruder,Friedrich I. (s. d. 1) dem Rothbart, zuTheil, welcher dagegen seinem Neffen Las Herzog-thum Schwaben gab; seine Nachfolger als deutscheKaiser waren seine Söhne Heinrich VI. (s. d.),welcher zugleich das Reich der Normannen inUnteritalien erbte u. in Besitz nahm, u. Philipp,u. nach dessen Ermordung durch Otto v. Wittels-bach der Sohn Heinrichs VI., Friedrich II.,welcher den welfischen Gegenkaiser Otto IV. vonBraunschweig bezwang; dessen Sohn Konrad IV.,welcher die Kaiserkrone mit Übergehung seinesBruders, des bereits erwählten römischen KönigsHeinrich (welcher, da er sich gegen den Vaterempört hatte, im Gefängniß starb), erhalten hatte,st. 1254 in Italien. Friedrichs II. unehelicherSohn Manfred bemächtigte sich nach Konrads IV.Tode der Krone von Sicilien, wurde jedoch durchKarl von Anjou, welchem der Papst dieses Reich1266 geschenkt hatte, daraus vertrieben und fiel26. Febr. 1266 bei Benevent. Karls ungerechteRegierung erregte den allgenreinen Haß, man riesKonradin, den einzigen Sohn Konrads IV.,herbei. Dieser schlug zwar Karl von Anjou,wurde aber 1268 gesaugeu u. 29. Oct. in Neapelhingerichtet. So erlosch der echte Mannsstammder Staufer; Manfreds Söhne, Friedrich, Heinrichu. Anselm, starben im Kerker, ebenso Enzio, Man-freds Bruder, zu Bologna. Die Tochter Fried-richs II., Margarethe, war die Gemahlin desLandgrasen Albrecht des Unartigen von Thüringen,wodurch der Haß der Welfen auch auf das HausThüringen überging; Manfreds Tochter, Constanze,heirathete den König Peter von Aragon. DieAllodialbefitzungen der Staufer kamen nach Er-löschen des Hauses theils an Bayern, theils anBaden n. Württemberg, die Herzogthllmer Fran-ken u. Schwaben gingen ein. Vgl. Deutschland(Gesch.), Schwaben (Gesch.), Sicilien (Gesch.);
Piereis Lmverlal-CoiiverlatioiiL-rcriloii. 6. Ausl. X.
- Hohenthal.
Raumer, Gesch. derH. u. ihrerZeit, Lpz. 1823—25,6 Bde., 4. A. 1871. Henne-Am Rhyn.»
Hohenstein, 1) Stadt im Kreise Osterode despreuß. Regbez. Königsberg, am Amelang u. Mispel-See; 1312 erbautes Schloß, Gymnasium, freund-licheAnlagen,Wollenweberei; (1875) 2644Ew. DieStadt ist 1333 (1337) angelegt. 2) Fabrikstadt inder gräflich Schönburgischeu Receßherrschaft derkönigl. sächs. Kreishauptmanuschaft Zwickau, aufdem Abhänge des Pfaffenberges (weite Aussicht),Station (H.-Ernstthal) der Sächs. Staatsbahnen,mit Ernstthal (s. d.) zusammengebant; starkeBaumwollenweberei u.-Spinnerei, Fabrikation vonWachstuch, von Wollen-, Seiden- und Strumpf-waaren, Kattundruckerei, Bleichen; (1875) 5726Ew. H. ist Geburtsort des Naturforschers G.H.von Schüben u. des Erfinders des Pianofortes,Schröder. In der Nähe das seit 1766 bekannteund seit 1830 mit Badehans, Trinkhalle rc. ver-sehene sehr besuchte H-er Bad, ein eisenhaltigesMineralbad, mit welchem auch Moor-, Dampf- u.Douchebäder nebst einer Molken- und Kaltwasser-heilanstalt verbunden sind. Vgl. Beckert, DasBad H., Lpz. 1843. S- Berns.
Hohenstein, ein gräfliches Geschlecht, welchesdie aus der, 1835 geschlossenen morganatischen Ehedes Herzogs Alexander von Wllrtemberg (geb.9. Sept. 1804) mit Claudine Gräfin von H., geb.Gräfin Rhedey von Kiß-Rhede (st. 1841), ent-sprossenen Kinder umfaßt, nämlich Claudine (geb.1836), Franz (geb. 27. Aug. 1837, seit 1863 zumFürstenvonTeck erhoben) u. Amalie (geb. 1838).
Hohenshbnrg, s. u. Syburg.
Hohenthal, Adelsfamilie in Sachsen, welcheursprünglich aus Tirol stammt, aber wegen ihresÜbertritts zur Protestantischen Kirche von dort zurZeit der Reformation fliehen mußte, nachmals ihreBesitzungen verlor, dem Adel entsagte u. unbekanntlängere Zeit in Sachsen lebte. Erst gegen Endedes 17. Jahrh. ließ der Stammvater des jetzigengräflichen Hauses v. H., Peter Hohmann, der,geb. 26. Juli 1663 zu Könnern im Saalkreise,als Leipziger Kauf- u. Handelsherr in hohem An-sehen stand u. sich ein bedeutendes Vermögen, so-wie Grundbesitz erworben hatte, sich das Adels-diplom vom Kaiser Karl VI. erneuern u. erhieltals Edler Panner von Hohenthal, Herr aufHohenprießnitz, Crostewitz, Groß- u. Klein-Städ-teln, Delitzsch, Göhren, Cröbern, Wallendors,Groß- u. Propst-Deuben u. Möckern 2. März 1717vom selben Kaiser wegen seiner vielen Verdienstedie Reichsritterwürde. Er st. 2. Jan. 1732 inLeipzig, wo er Hohmanns Hof n. Hohenthals Hausgründete. Seine 3 jüngeren Söhne wurden 2.Nov. 1733 in des heil. röm. Reichs Pauier-Frei-herrnstand, die 3 älteren 22. Sept. 1736 zu Neichs-Panier-Freiherren u. 7. Aug. 1790 wurden 5 Frei-herren von H. im kursächs. Neichsvicariat in denReichsgrafenstand erhoben. Gras Karl Adolf,Herr auf Knauthain, Knautnaundorf und Lauer,wirkl. Geh. Rath des Königreichs wachsen, Mit-glied der Ersten Kammer und Vorsitzender Standdes Leipziger Kreises, geb. 27. Nov. 1811, erhieltfür seine Desceudenten aus der Ehe mit der Gräfinvon Bergen, Wittwe des Knrsürsten Wilhelm II.von Hessen (s. a. Berlepsch 4) das Recht, ä. ü.W-md. 25