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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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^ Hohenmölsen -

' H.i g.) Die genaueste Methode, das Nivellement,ist im Princip sehr einfach: Man bestimmt denHöhenunterschied zweier nahe gelegener Punkte,mdem man auf beiden einen getheilten Maßstab! (Nivellirlatte) vertical aufstellt und von einem

i dritten Punkte auS mit einem Fernrohr, dessen

' Absehlinie durch eine Libelle horizontal eingestelltwird (Nivellirinstrunient), nach den Latten visirt.Die Differenz der erhaltenen Lattenablesungen stelltsofort den Höhenunterschied beider Punkte dar.Durch Wiederholung der ganzen Operation kannman den Höhenunterschied zweier beliebig ent-legener Punkte bestimmen. Der mittlere znfürchtende Gesammtfehler eines solchen Nivelle-mentszuges wächst nicht in einfachem Verhältnißmit der Länge des Zuges, sondern nur im Ber-hältniß der Quadratwurzel. Man kann z. B. einNivellement von 1 1cm Länge etwa auf 1 mm ge-nau ausführen, folglich ein Nivellement von 1001cmLänge entsprechend diesem Ouadratwurzelgesetzauf 10 mm genau. Die Nivellemsntsresultateliefern natürlich zunächst nur relative Höhen, u.nur wenn man den Meeresspiegel selbst mit indas Nivellement aufnimmt, oder an einem Punktevon bekannter absoluter Höhe anschließt, kann mandurch ein Nivellement absolute Höhen gewinnen.Aus verschiedenen Gründen kann man im Innernder Continente u. selbst Europas heutzutage dieabsoluten Höhen kaum auf 1 m sicher verbürgen,obgleich einzelne Nivellements viel genauer untersich übereinstimmen, b) Bei der zweiten Methode,der trigonometrischen H., bestimmt man denHöhenunterschied zweier entlegener Punkte aufeinmal. Nachdem man die horizontale Ent-fernung beider Punkte anderweitig, etwa durchTriangulirung, ermittelt hat, mißt man noch indem einen derselben den Höhenwinkel aus denzweiten, d. h. den Winkel, welchen der Sehstrahlnach dem entfernten Punkte mit ber Horizontebenedes Standpunktes bildet. Bei der Berechnungdarf man die Erdkrümmung nicht vernachlässigen;dieselbe beträgt auf 1 Icm Entfernung bereits7,g am u. wächst nahezu mit dem Quadrat derEntfernung. Außerdem hat man bei der trigono-metrischen H. zn beachten, daß das Licht in derungleich dichten Atmosphäre sich nicht geradlinigfortpflanzt, sondern hier die Erscheinung derStrahlenbrechung (Refraktion) zeigt; für kürzereEntfernungen kann man annehmcn, daß die Licht-bahn ein nach unten concaver Kreisbogen ist,dessen Halbmesser etwa 8mal so groß ist als derErdhalbmesser. Beide Ursachen wirken einanderentgegen; infolge der Erdkrümmnng erscheint einentfernter Punkt zu tief, infolge der Refractionerscheint er zu hoch. Die Refraction hängt vondem Zustande der Atmosphäre ab. Obgleich dietheoretische Beziehung zwischen Refraction, Tempe-ratur n. Barometerstand bekannt ist, hat man dochden trigonometrischen H-en bis jetzt noch nicht dieSicherheit der trigonometrischen Horizontalmessun-gen (wobei die Refraction außer Betracht bleibt)zu geben vermocht, weil der Zustand der Atmo-sphäre beständigen Schwankungen unterworfen ist.Durch die trigonometrische Methode kann man dieHöhen unzugänglicher Punkte messen, was beikeiner anderen Methode der Fall ist. o) Die baro-

- Höhenrauch.

metrische H. ist zwar die am wenigsten genaue,allein sie ist in der Anwendung sehr einfach undbietet das einzige Mittel, um über die absoluteHöhe eines vom Meere entfernten Punktes unab-hängig von anderen Operationen einen Aufschlußzn erhalten (S. hierüber den Art. Barometer).Diese Methode wird sehr allgemein angewendet;so ist z. B. Alles, was wir über die Höhenver-hältnisse des Innern von Afrika oder Australienwissen, so gewonnen worden. Wenn man längereZeit, womöglich ein ganzes Jahr lang, an einemPunkte beobachtet, dabei die regelmäßigen periodi-schen Schwankungen verfolgt, allgemeine meteoro-logische Erfahrungen zn Hilfe zieht, so kann mandie absolute Höhe eines Punktes in unbekanntemLand vielleicht auf 1020 in sicher bestimmen.Viel genauer lassen sichrelative Höhenbarometrischmessen; beobachtet man gleichzeitig am Fuße einesBerges u. auf dessen Gipfel, so läßt sich darnachdie Höhe auf wenige Meter sicher berechnen.Eine besondere Art von H., welche ihrer Naturnach zu der barometrischen gehört, ist die thsrmo-metrische. Man weiß, daß die Temperatur dessiedenden Wassers von dem Druck der umgebendenLust abhängt. Unter einem Luftdruck von 760 mmsiedet das Wasser bei einer Temperatur von 100 " 0 .(wodurch der Siedepunkt 100" 0 . definirt ist).Wenn der Luftdruck auf 750 mm sinkt, siedet dasWasser bei 99,sg°, will man also aus der Tempe-ratur des siedenden Wassers einen Schluß auf denLuftdruch,machen u. dabei noch Sicherheit von 1 mmhaben, so muß man ein Thermometer (Hypso-thermometer) haben, welches noch 0,«^ oder Lr"sicher abzulesen gestattet. Schreiber, Handbuch derbarometr. Höhenmessungen, Wenn. 1877. Jordan.

Hohenmölsen, Stadt im Kreise Weißenfelsdes preuß. Regbez. Merseburg, unweit der Rippach;besuchte Märkte (Vieh, Butter, Käse u. Böttcher«waaren), Braunkohlengruben; 1875: 2556 Ew.

In der Nähe 15. Oct. 1080 Schlacht zwi-schen Heinrich IV. u. dem Gegenkaiser Rudolf v.Schwaben, in der Letzterer tödtlich verwundetwurde. Die Schlacht wird auch Schlacht an derElster oder bei Merseburg genannt.

Höhenordnung, das Verhältniß der einzelnenTheile einerSäule nebst Gebälk zum unteren Durch-messer.

Hohenpriesterliches Amt Christi, s. u. JesusChristus. Hohenpriesterliches Gebet, dasGebet Jesu vor dem Beginn seiner Leiden, Joh. 17.

Höhenrauch (Haar-, Heide-, Hehr-, Heer-,Land-, Moor-, Sonnenranch), ist ein nebeliges Me-teor ohne feuchten Niederschlag, daher auch trocke-ner Nebel genannt. Der Himmel verliert bei demH. seine reine blaue Farbe u. über dem Horizonterscheint er bis zn einer Höhe von mehrerenGraden schmutzig mit einem Stich ins Röthliche.Der Nebel ist oft so dicht, daß inan Gegenständeschon in der Entfernung von Meile verschleiertn. undeutlich sieht u. daß die Sonne beim Unter-gehen blutroth erscheint, ja sogar ganz verschwin-det, ehe sie noch wirklich unter den Horizont hinab-gesunken ist. Der H. ist gewöhnlich mit Nordwest-wind u. einer sehr großen Trockenheit verbunden.Durch seine große Verbreitung n. die ihn beglei-tenden Umstände ausgezeichnet ist der H. von