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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hohenmauth

dieser schlug es aber aus u. die H. wurden 1806mediatisirt. Von diesen Grafen und Fürsten sindnoch besonders merkwürdig: 6) Friedrich

Ludwig, Fürst von H.-Jngelfingen, geb. 3.Jan. 1746 in Jngelfingen, machte im Alter von15 Jahren feinenersten Feldzug mit der Reichs'armee gegen Friedrich II., trat 1766 in preuß.Dienste, zeichnete sich, seit 1775 Oberstlieuteuaut,im Bayer. Erbfolgekriege am 8. Sept. 1778 beiLeopold aus, so daß er Oberst wurde. Im Feld-zuge gegen die Franzosen führte er als General-lieutenant eine preußische Division, mit der er sich

1793 bei Oppenheim, Pirmasens, bei Wegnahmeder Weißenburger Linien und bei Kaiserslauternauszeichnete, und 1796 den Neutralitätscordon ander Ems. In diesem Jahre folgte er seinemVater in Jngelfingen. 1800 wurde er Generalder Infanterie, 1804 preußischer Gouverneur derfränkischen Fürstenthümer und Generalinspectorder Breslauer Jnspection, befehligte 1805 und1806 die schlesischen und südpreußischen Truppen,mit den Sachsen zu einem Corps vereint, abermit denselben und dem Rüchelschen Corps beiJena geschlagen, führte er, an Stelle des beiAuerstädt gefallenen Herzogs von Braunschweigmit dem Oberbefehl betraut, sein Corps und diein Magdeburg gesammelten Reste der Hauptarmeenach der Oder zurück und capitulirte bei Prenzlau28. Oct. mit 17,000 Mann an Murat. H. legte,da ihm seine Rechtfertigung nicht gelang, nunseine Stelle nieder und lebte, da er schon imAugust 1806 die Regierung seines 1806 mediati-firten FürstenthumZ seinem Sohne abgetretenhatte, aus seinem Gute Slawentzitz bei Kosel inSchlesien. Die Franzosen nöthigten ihn, seinenAufenthalt in Frankreich zu nehmen, jedoch kehrteer von da 1808 nach Schlesien zurück, erhielt imKriege 181315 keine Anstellung u. st. 15. Febr.1818 zuSlawentzitz. 7)LudwigÄloy s Joachim,Fürst von H.-Bartenstein, geb. 18. Aug. 1765,trat 1792 als Oberst in die sranz. Emigrantenarmeeu. warb für dieselbe ein Regiment, focht mit dem-selben im Revolutionskriege, besonders beim Sturmaus die Weißenburger Linien; daun in HolländischeDienste getreten, machte H. mit seinem Regiment,

1794 fast umzüngelt, einen meisterhaften Rückzugvon der Insel Bommel hinter die Waal, trat nun

1795 in österreichische Dienste u. machte die Feld-züge 17961798 als Oberst, 1799 als General-major unter dem Erzherzog Karl mit. 1806 wurdeer Feldmarschalllieutenant und 1807 Gouverneurin Galizien. 1814 befehligte er eine österreichischeHeeresabtheilung bei Troyes, wo er zuerst dieweiße Fahne aufstecken ließ. 1815 trat er wiederin französische Dienste, Ludwig XVIII. ertheilteihm die alte Anciennetät wieder u. gab ihm dasSchloß Luneville zum Aufenthalt. Später wurdeer naturalisirt u. Marschall u. Pair von Frank-reich; er errichtete ein Fremdenregiment für Frank-reich, befehligte im Kriege mit Spanien 1823 dasdritte Corps u. st. 31. Mai 1829 in Luneville.8) Leopold Alexander, Prinz vonH. - W ald e nb nr g -S ch i l l in g s f ür st, ge-nannt den Wnuderthäter, geb. 17. Aug. 1794 inKupferzell, das 18. Kind aus der Ehe des ge-müthskranken Erbprinzen Karl Albrecht. Durch

Höhcmnessung.

den Jesuiten Riehl erzogen, kam er nach Wien,wählte, ungeachtet seine Linie in Gefahr stand, aus-znsterben, den geistlichen Stand, studirte in denSeminaren zu Wien u. Tyrnau u. auf der Uni-versität Ellwaugen, wurde Canonicus im Stiftezu Olmütz u. 1815 in Bayern Subdiaconus undPriester, ging 1816 nach Rom n. ward von denJesuiten auf dem Llonts Oavallo aufgenommen,lebte mit ihnen in geistlichen Übungen u. erhieltdie päpstliche (seitdem dreimal erneuerte) Vollmacht,Rosenkränze, Crucifixe rc. zu weihen. 1817 kehrteer nach München zurück, von da nach Bamberg,wo er seit 1816 Rath beim Domcapitel war. Vonden Freisinnigen als Obscurant gehaßt, wurde erdagegen vom Volke wegen seiner außerordentlichenPredigtgabe und seiner Sanftmuth sehr gepriesen.In Bekehrungsversuche verwickelt, versuchte er sichdurch eine eigene Schrift zu rechtfertigen. 182gtrat er mit Martin Michel, einem Bauer zu Un<terwittighausen im Badischen, später allein, bes.in Franken, mit Wundercurversuchen auf, wurdeaber von Rom ans an den Beschluß des TrideutinerConcils erinnert, daß Wunder ohne Prüfung desBischofs nicht zugelassen werden sollten. Daraufhin erklärte H. seine Wunderkraft für erschöpft u.reiste nach Wien und Ungarn, wo er Großprobstund Domherr in Großwardein und Abt von St.Michael von Gaborjan, auch Bischof von Sardicain part., Assessor der Comitate Bihar, Borsodund Arad wurde, fortwährend zu einer bestimm-ten Stunde für die Hilfe suchenden Kranken beteteund sie auffordsrte, ihr Gebet mit dem feurigenzu vereinen. Er st. 14. Nov. 1849 in Vöslanbei Wien. Über die Wundercureu des FürstenH. erschienen eine Menge Schriften. Er selbstschrieb verschiedene Predigt- u. Erbauungsbllcher.U) Prinz Gustav Adolf, Bruder von H. 5),geb. 26. Febr. 1823 in Schillingsfürst und seiti.866 Cardinal. Nachdem 1870 der Kirchenstaatmit der Besetzung Roms durch die königlichenTruppen vollends an das Königreich Italien an-nectirt worden war, verließ H., mit päpstlicherGenehmigung, Rom und lebte seitdem in Deutsch-land. Im April 1872 hatte ihn der deutscheKaiser zu seinem Botschafter am päpstlichen Hofeausersehen, aber der Papst nahm ihn nicht an.Der Cardinal, seit 1876 wieder in Rom, zählt zuden Gegnern der an der Curie herrschenden Parteiund halte während des vaticanischen Concils, demer übrigens nicht opponirte, den nachmaligen alt-katholischen Priester, Prof. Friedrich aus München,als theologischen Beirath bei sich. Henne-Am Rhyn.'

Hohenmauth (Myto Vysoke), Stadt u. Haupt-ort in dem gleichnam. böhm. Bez. (Oesterreich),an der Lautschna, Station der Österreich. Staats-bahn, mit 3 Vorstädten; schöne alterthümlicheDechanteikirche; Tuchmacherei, Gerberei, Zucker«fabrik, Bierbrauerei, Getreide- u. Sägemühlen rc.,Landwirthschaft; 6018 Ew.

Höhenmessung (Hypsometrie), beschäftigt sichmit der Bestimmung Ler gegenseitigen Höhenlagevon Punkten an der Erdoberfläche. Unter derabsoluten Höhe eines Punktes versteht man seineEntfernung von der idealen Meeresfläche, welcheman sich auch unter den Continenten fortgesetztdenkt. Man hat drei verschiedene Methoden der