Hohenlohe. 381
ingen 1805 ausgestorben ist: in a. H.-Langen-burg, wozu ein Theil des Fürstenthums H. n.die obere Grafschaft Gleichen im Sachsen-Koburg-Gothaschen in ungetheilter Gemeinschaft mit H>-Kirchberg kam; Residenz: Langenburg; jetzigerChef ist: 1) Fürst Hermann, Sohn des am 12.April 1860 verstorbenen Fürsten Ernst, geb. 31.Aug. 1832, prenß. Generallieutenant, Mitglieddes Reichstages, folgte unter Verzichtleistung seinesälteren Bruders Karl, 1860 seinem Vater alsChef der Linie; vermählt feit 1862 mit Leopoldinegeb. Markgräfin von Baden; Erbprinz Ernst ist13. Sept. 1863 geboren, b. H.-Öhringen (sonstH.-Jngelfingen), besitzt einen großen Theil desFürstenthnms H., die Majoratsgüter Slawentzitz,Birava, Lassowitz, Lascowitz, Saussenberg, Byt-kow, Ujest, Bitschin und Wienskowitz in Ober-schlesien, und Oppurg, Kolba und Positz in Sach-sen; Residenz Ohringen und Slawentzitz; jetzigerThef ist: 2) Fürst Hugo, Sohn des 1853 ver-storbenen Fürsten August, geb. zu Stuttgart 27.Mai 1816; seit 1861 Herzog von Ujest, und seit1854 erbl. Mitglied des prenß. Herrenhauses:1842 trat ihm sein älterer Bruder Friedrich dasRecht der Erstgeburt und 1. Januar 1849 seinVater den Besitz ab; er ist württemb. General-major, prenß. General der Infanterie und erbl.Mitglied des prenß. Herrenhauses und seit 1847vermählt mit Pauline, Tochter des Fürsten KarlEgon von Fürstenberg; Erbprinz Christian Kraftist geb. 21. März 1848. 3) Prinz Adolf zuH.-Jngelsingen, Oheim des Vorigen, geb. 29.Jan. 1797; er war Mitglied des prenß. Staat^athsu. Marschall des schlesischen Provinziallandtages,auch 1850 Mitglied des Volkshauses beim ErfurterParlament, seit 1854 des prenß. Herrenhauses,Präsident desselben und 18. März bis 23. L>ept.1862 Ministerpräsident, st. zu Koschentin 24. April1873. Diese beiden Linien besitzen auch gemein-schaftlich die Herrschaft Ohrdrufs im Gothaschen;o. H.-Kirchberg, dazu die Ämter Kirchberg,Döttingen und Künzelsau nebst der Hälfte derGrafschaft Gleichen; Residenz: Kirchberg; letzterChef war Fürst Karl, Sohn des 1791 ver-storbenen Prinzen Friedrich Karl Ludwig, geb. 2.Nov. 1780, folgte seinem Vetter Ludwig 1836 u.st. 16. Dec. 1861, ohne Kinder zu hinterlasscn.L. die Linie H.-Waldenburg ist katholisch undwurde 1744 in den Reichssürstenstaud erhoben;sie theilt sich in: a. H.-Bartenstein, besitzt dieÄmter Bartenstein, Pfedelbach, Meinhardt undEindringen, Residenz: Bartenstein; erloschen imMannsstamm mit Fürst Karl August, geb. 1788,st. 1844; worauf die Besitzungen an Fürst Ludwigvon H.-Bartenstein-Jagstberg fielen. Nach dessenTode 1850 theilte sich die Linie durch seine zweiSöhne in an) H.-Bartenstein; jetziger Chef istFürst Karl, geb. 2. Juli 1837; bb. H.-Jagst-berg; diese Linie besitzt seit 1803 statt des AmtesOberbronn, die vormaligen wllrzburgischen Ober-ämter Jagstberg, Haltenbergstetten, Laudenbach,Braunsbach und den Würzburger Antheil an Neu-kirchen und Vorbachznnmern, zusammen 3 HW;Residenz: Haltenbcrgstetten; jetziger Chef ist: FürstAlbert, jüngerer Sohn von Fürst Ludwig, geb.22.Nov. 1842. k>. H.-Waldenburg-Schillings-
fürst, dazu gehören die württembergischen ÄmterWaldenburg, Kupferzell, Adolzfurt, Orthal u. diebayerische Herrschaft Schillingsfürst; 4 UM.,15,150 Ew.; Residenz: Knpferzell bei dem altenStammschloß Waldenburg; jetziger Chef ist: 4)Fürst Friedrich Karl, Sohn des am 15. Juni1843 als Senior des Hohenloheschen Fürstenhausesverstorbenen Fürsten Karl Albrecht, dem er be-reits 1839 infolge väterlicher Cession succedirtwar; er ist geb. zu Stuttgart 5 Mai 1814,russischer General und Flügeladjutant des Kaisers;vermählt seit 1840 mit Therese, Tochter des Für-sten Philipp Ernst, von H.-Schillingsfürst; seinältester Sohn ist Erbprinz Nikolaus, geb. 8. Sept.1841. Sein Oheim war Prinz Alexander (s. u.8). In der Herrschaft H. - Waldenburg-Schillingsfürstin Bayern, welche Fürst FranzJoseph durch Abtretung seines Bruders KarlAlbrecht erhielt, folgte nach dessen Tode 1841,sein dritter Sohn Philipp Ernst, geb. 24. Mai1820, nachdem seine älteren Brüder Victor undChlodwig refignirt hatten, s. u. Ratibor. NachPhilipp Ernsts Tode (3. Mai 1845) folgte ihm,vermöge Vertrags vom 15. October 1845, imFebruar 1846 sein jüngster Bruder 5) FürstChlodwig, geb. 31. März 1819; seit 1847 ver-mählt mit Marie, Tochter des Fürsten Ludwigvon Sayn-Wittgenstein - Berleburg (geb. 1829).Er und sein älterer Bruder Victor erbten vondem letzten Landgrafen Victor Amadeus von Hessen-Rheinsels-Rothenbnrg 1834 das Herzogthum Ra-tibor, das Fürstenthum Korvey. Victor wurde1840 vom König von Preußen zum Herzog vonRatibor, Choldwig zum Prinzen von Ratibor u.Korvey ernannt. Als bayer. Reichsrath wirkteer seit 1849 für Reform der deutschen Bundes-verfassung, verlangte nach dem Kriege von 1866Anlehnung an Preußen und befürwortete bei demKönig ein Verfassnngsbündniß mit Preußen. Dasich dies als unausführbar erwies, hielt er inseinem Programm vom Dec. wenigstens an einerAllianz der süddeutschen Staaten mit Preußenunter dessen Kriegsführung fest und wurde ansGrund desselben 31. Dec. 1866 zum MinisterdeS königl. Hauses und des Auswärtigen ernannt.Auf der Stuttgarter Conferenz im October 1867wirkte er für Einführung der allg. Wehrpflicht inden süddeutschen Staaten und zu gleicher Zeitauch für die Zolleinigung mit NorLdeutschland.Er wurde 1868 erster Vicepräsident des Zollpar-laments. Infolge des Wahlsieges der klerikal-patriotischen Partei 1869 gab er 26. Nov. seineEntlassung als Minister, zog sie aber auf Wunschdes Königs zurück. Seine Stellung wurde jedochso schwierig, daß er nach dem Mißtrauensvotumder Kammer vom 12. Febr. 1870 wirklich zurllck-trat. Im Deutschen Reichstag war er von 1871 bis1874 erster Vicepräsident; 23. Mai 1874 wurde erals Botschafter des Deutschen Reiches in Frankreichaccreditirt. Sein älterer Sohn ist PhilippErnst, geb. 5. Juni 1853. Bis 1803 hattendie Fürsten H. sechs Stimmen im FränkischenGrafencollegium und kamen in diesem Jahre ausdie Fürstenbank. Zwar bot Napoleon dem Fürstenvon H.-Bartenstein an, wenn er dem Rheinbundbeiträte, sein Land als Souverain zu behalten.