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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hohenheim -

Braunschw. 1828, 3Bde.; Bilder aus dem Leben,Rint. 1833; Karl v. H., Untergang eines Jüng-lings von 18 Jahren (Biographie u. Tagebücherihres einzigen Sohnes, der sich in Bonn alsStudent erschoß), Brannschweig 1837; Rousseau,Goethe und Byron, ein krit.-literar. Umriß ausethisch-christlichem Standpunkt, Kassel 1847; DieJungfrau u. ihre Zukunft, Weimar 1854; undmehrere Jugendschriften heraus.

Hohenheim (Groß-H.), Schloß im OberamteStuttgart des Württemberg. Neckarkreises, zur Ge-meinde Plieningen gehörig; erbaut von HerzogKarl Eugen von Württemberg um 1768, einst be-rühmt wegen seines Parkes, jetzt wegen seinerland- u. sorstwirthschaftlichen Akademie, welche 1817vom Könige Wilhelm gegründet wurde n. 187524 Lehrer u. 79Studirende zählte. Mit ihr ver-bunden ist eine Acker», Garten- n. Obstbanmschule,eine landwirthschaftliche Versuchsstation für Fütter-ungs-, Vegetations- u. Feldversuche (1866 eröffnet),ein botanischer Garten, eine Muster-Rindvieh- u.Schafzucht, eine Flachsbereitnngsanstalt, vorzüg-liche Modellsammlung, Wollesammlung, Seide-zuchtanstalr u. Seidehaspelanstalt rc. Ferner be-stehen hier eine chemisch-technische Fabrik, eineFabrik für Ackergeräthe, die vorzugsweise nachOEuropa großen Absatz hat, eine Zuckerfabrik u.eine große Mahlmühle. Die Bombaste von H.,deren Abkömmling der berühmte TheophrastusParacelsus ab H. war, hatten einst an dieser Stelleeine Burg mit Gut, welches nach mehrfachenWechseln des Besitzstandes an einen Herrn vonGarb gelangte u. endlich dem Herzog Karl Eugenals Lehen anheimfiel. Vgl. Frölich, Das Schloßu. die Akademie H., Stuttg. 1870. H- Berns.

Hohenheim, Francisca, Reichsgräfin von,Herzogin zu Württemberg u. Teck, geb. 10. Jan.1748 in Adelmannsfelden, Tochter des Freiherrnvon Bernardin, war in Adelmannsfelden, an demihr Vater Antheil hatte, erzogen, heirathetc denalten bayrenther Kammerherrn, Freiherr v. Len-trum, wurde aber später mit dem Herzog KarlEugen von Württemberg bekannt, welcher die hef-tigste Leidenschasr für sie faßte, sie entführte und,als seine Gemahlin gestorben war, sie, zur Reichs-gräfin von H. erhoben, 1786 in morganatischerEhe heirathete. Sie wirkte auf das Günstigsteauf ihren Gemahl ein, stimmte ihn zum Land- u.häuslichen Leben um und wirkte segensreich fürLand u. Leute. Als ihr Gemahl 1793 starb, zogsie auf ihren Wittwensitz Kirchheim unter dem Teckn. st. daselbst 1811. Vgl. Vely, Herzog Karl vonWürttemberg u. F. v. H., 2. Aust., Stuttg. 1876.

Höhenkreis, 1) jeder Lurch das Zenith gehende,auf dem Horizont senkrecht stehende Kreis amHimmel; 2) astronomisches Instrument, womitman die scheinbare Höhe eines Gestirns genau nachGraden, Minuten u. Secunden bestimmen kann.Zu Beobachtungen der Höhe in der Ebene desMeridians dient der Meridiankreis, welcherseiner festen Aufstellung wegen gewöhnlich in gro-ßen Dimensionen ansgesührt ist u. bei sehr sorg-fältigem Bau größtentheils den Werth einer Stern-warle bestimmt. Zn Höhenbeobachtungen außer-halb des Meridians dienen kleinere Instrumente,welche man schlechtweg H-e nennt. Eine verticale

Hohenlohe.

Säule ist innerhalb eines verticalen Hohlcylindersdrehbar und trägt an ihrem unteren Ende einenhorizontalen Kreis, auf welchem man mittels einesmit der äußeren Säule fest verbundenen Verniersdie Größe der Drehung bestimmen kann. Dasobere Ende der inneren Säule trägt die horizon-tale Achse eines drehbaren verticalenKreises; außer-dem ist aber ein gleich großer concentrischer Kreisfest mit ihr verbunden, so daß man an einer aufeinem der beiden Kreise ausgeführten Theilungmittels des am anderen befindlichen Verniers auchdie Größe dieser Drehung messen kann. Die Achsedes beweglichen Verticalkreises trägt ein Fernrohr,welches sich mit dem Kreise zugleich dreht u. dasman so einstellt, daß das zu beobachtende Gestirnin der Mitte des Fadenkreuzes erscheint. Hierausliest man an den Verniers die Höhe u. das Azi-muth ab. Früher waren die Quadranten, bes.die Mauerquadranten, die wichtigsten Höhenmeß-werkzeuge des praktischen Astronomen. Specht.'

Hohenleuben (Markt-H.), Marktflecken imLandrathsamt Gera oder dem Unterländischen Bez.des Fürstenthums Reuß j. L., an der Leuba,Schloß, Rettungshaus, Strumpfwaarenfabrikation,Wollen-, Leinen- u. Baumwollenweberei, besuchteMärkte; 2456 Ew. In der Nähe das fürstlicheschloß Reichenfels.

Hohenlimburg, so v. w. Limburg.

Hohenlinden, Kirchdorf im Bez.-Amt Ebers-berg des bayer. Regbez. Oberbayern, Flachsbau;900 Ew. Hier im Französischen Nevolutionskriegam 20. Oct. 1800 Waffenstillstand zwischen Öster-reich und Frankreich und 3. Dec. 1800 Sieg derFranzosen unter Moreau über die Österreicher u.Bayern unter Erzherzog Johann.

Hohenlohe, sonst Grafschaft, später Fürsteu-thum im Fränkischen Kreise; 1802: 935HjIcw(17 IIW) mit 60,000 Ew.; 1805: 1761 Uslrw(32 (UM) mit 108,000 Ew.; wurde durch dieRheinbundsacte mediatisirt und ist jetzt größten-cheils zu Württemberg (wo das Haus H. dasErbmarschallsamt erhalten hat), kleineren Theilszu Bayern geschlagen.

Hohenlohe, altes Geschlecht, welches seinenUrsprung von Eberhard, Herzog von Franken,Bruder des deutschen Königs Konrad I. ableitet;es besaß in grauer Vorzeit das Stammschloß H.und Güter in dem fränkischen Kocher«, Jagst-,Tauber- n. Gollachgau. Durch die Söhne desGrafen Gottfried von H., des Vertrauten KaiserHeinrichs VI., theilte sich das Haus in zwei Linien:H.-Brauneck u. H.-Hohenlohe, erstere erlosch1390, und auch von der 1340 wieder getheiltenzweiten Linie erlosch der Zweig H.-H. 1412, undes blieb nur der Zweig H.-Sp eck selb, dessenHaupt Georg 1510 ein Familienstatut zur Er-haltung des Familienbesitzes errichtete und dessenSöhne Ludwig Kasimir und Eberhard diebeiden noch blühenden Linien H.-Ne uenstein u.H.-Waldenburg stifteten. Die Neuen-steinische Hauptlinie ist lutherisch, Li« Re-gierenden, nebst dem Erbprinzen, wurden 1631zu Grafen von Gleichen und 1764 zu Reichs-fürsten erhoben und die Linie theilt sich jetzt, nach-dem die ältere Linie H.-Ne uenstein in, denZweigen H.-Weikersheim 1756 und H.-Öhr-