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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hofspeise

Hofspeise (Mußtheil), ein Theil des Speise-vorrathes, welchen die Ehefrau bei dem Tode desMannes nach dem ehelichen Güterrechte mancherGegenden im Voraus neben ihrem sonstigen Erb-recht erhält.

Hofstelle, in Marschländern so v. w. Bauernhof.

Hoswyl (ehem. Wylhof), Besitzung im Schwei-zer Kant. Bern, 8 icm nördl. von der Stadt Bern,bekannt durch die ehemaligen Fellenbergschen Lehr-anstalten (s. Fellenberg).

Hogan, John, irrscher Bildhauer, geb. 1800zu Tallow iu der Grafschaft Waterford, erhielt seineSchulbildung in Cork, ging 1824 durch mehrereKunstfreunde (namentlich Lord Tackley) unterstütztnach Rom und bildete sich dort zum Bildhauer,kehrte 1851 nach Irland zurück n. st. Ende März1858 in Dublin. H. ist der größte BildhauerIrlands. Hauptwerke: Ein todter Christus (ineinem Karmeliterkloster in Dublin), eine Hiberniaund die O'Connell - Bildsäule in der Börse zuDublin. Regnet.»

Högarth, William, berühmter engl. Zeichner,Kupferstecher u. Maler, geb. 27. März 1697 inLondon; lernte bei einem Silberschmied Kupfer-stechen, stach Kupfer für Buchhändler, legte sichdann mit wenig Glück auf Porträtmalen, warglücklicher mit den Entwürfen kleiner Familien-u. Gesellschaftsstllcke u. wurde 1723 zunächst durchseine Blätter zu Butlers Huäibras bekannt. Hier-durch wurde er gewöhnt, das Auffallende im Lebenaufzufaffen und auf dem Nagel mit Bleistift zuentwerfen, was er dann später zu größeren, meistsatirischen Compositionen benutzte. Sein erstesWerk dieser Art war der Weg einer Buhlerin,in sechs Blättern; dann folgte Das Leben einesLiederlichen, in acht Blattern, Die Pnnscbgesell-schaft, Die vier Tageszeiten, Der unglücklicheDichter, Schauspielerinnen in einer Scheune, Derwüthende Musikant (1741), Die Wahl eines Parla-mentsmitgliedes (1755), in vier Blättern,, DieHeirath nach der Mode (letztere in sechs Ölge-mälden in der Nationalgalerie in London), DieZeitläufe (1762) u. a. m. Seine Werke erregtenAufsehen, sie wurden studirt, erklärt, nachgestochenu. a. von Riepenhausen), von Trnsler, JrelandLond. 179198, 3 Bde.), Cook (Lond. 1802,2. Aufl. 1808, 3 Bde.), Nichols u. Steedens er-läutert u. endlich von Lichtenberg, Gött. 1794 bis1831, 13 Bde., meisterhaft commentirt. Seinletztes Werk war Das Ende aller Dinge, woriner alles Zerfallende untergehend darstellte; vierWochen darauf st. er, 26. Oct. 1764 in Leicester-fields; er schrieb: Zergliederung der Schönheit,Lond. 1763; eine neue Ausgabe von H-s Werkenin 130 Blättern wurde 18201822 unter NicholsLeitung in London veranstaltet; andere in Leipzig(3. Aust. 1841) u. Stuttg. (1839 f.). H. verstandes mit bitterster Ironie u. einschneidender Satiredie Schattenseiten des socialen Lebens, die Lügeu. Falschheit, die Thorheiten u. Laster der ver-schiedenen Klassen der Gesellschaft zu geißeln underweist sich so als ein Geistesverwandter seinesZeitgenossen Fielding. Der Beifall, den H-s Blätterin Deutschland fanden, kommt zum Theil ausRechnung der früheren Vorliebe für die englischeLiteratur des 18. Jahrh. u. zum nicht minderen

Hogg.

auf Rechnung Lichtenbergs, dessen Witz aus diegrobkörnigen Erfindungen des englischen Malerseinen ihnen eigentlich fremden Schimmer von Geistwarfen. Regnet.»

Hogarth-Snnd (früher Cumberland-Straße),Meerbusen des Atlantischen Oceans an der SOKüstevon Baffins-Land(NAmerika),zwischen Cap Enderbyu. C. Albert (C. Mercy).

Hogendorp, Gysbert Karl, Graf von H.,niederländ. Staatsmann, geb. 27. Oct. 1762 inRotterdam; machte 1778 in preußischen Dienstenden Bayer. Erbfolgekrieg mit u. kehrte dann insein Vaterland zurück. Nachdem er NAmerikabesucht (1783), studirte er in Leyden, unter Bei-behaltung seiner 1782 erhaltenen Offizierstelle iuder Garde, gab dieselbe aber 1785 ans, als diePatriotenpartei immer mehr sich in den Vorder-grund drängte. Als die Preußen in Holland ein-rückten, stellte er sich wieder zur Verfügung undwar für Wiederherstellung des Erbstatthaltersthätig, wurde Großpensionär von Rotterdam 1789,legte aber diese Stelle nieder, als die Franzosen1795 Holland eroberten. Seine Anhänglichkeitan das Haus Oranten u. seine Bemühungen, eineColonie für die Anhänger derselben auf dem Capzu gründen, kostete ihn den größten Theil seinesVermögens. Dennoch schoß er 1813, als die Alli-irten vordrangen, 50,000 Gulden aus seinenMitteln vor u. trug ans alle Weise zur Wieder-einsetzung des Hauses Oranten bei, deren glück-liches Gelingen auch hauptsächlich sein Verdienst ist;auch ist ihm das Zustandekommen des niederländ.Staatsgrundgesetzes zu danken. Nachdem er kurzeZeit das Ministerium des Auswärtigen verwaltet,wurde er 1815 Bicepräsident des Staatsraths u.in den Grafenstand erhoben, dankte aber 1816wegen Kränklichkeit ab, behielt aber das ihm über-tragene Mandat für die 2. Kammer der General-staaten, wo er für die Bolksrechte gegen dasMinisterium eintrat. Er ft. 5. August 1834 imHaag. Er schr.: Über den Handel nach Indien,Amsterd. 1801; Über den Handel nach Java, ebd.1804; Über die politische Ökonomie des König-reichs der Niederlande, ebd. 1818 ff., 10 Bde.;I,a separat!cm cis 1a HoUancis st cis la Lslgi-gus, 1830. In Rotterdam wurde ihm neben demBoymausmuseum ein Denkmal errichtet. WenMurger.

Hogg, James, schottischer Dichter, genanntder Ettrikschäfer, geb. 25. Januar 1772 in demDistrict der Grasschaft Selkirk, welcher EttrikwalLgenannt wird. Sohn eines armen Schäfers, ge-noß er bis zu seinem achten Jahre nur geringenSchulunterricht u. mußte in den Bergen Kühe u.Schafe hüten. Die in Schottland im Volksmundelebenden Sagen u. Lieder nährten seine rege Phan-tasie; ohne lesen u. schreiben zu können, dichteteer, u. als er jenes mühsam gelernt, fing er an,seine Gedichte aufzuzeichnen. Sein erstes Lied er-schien 1801 anonym, u. da er um diese Zeit nachEdinburg zum Verkauf der Schafe seines Herrngeschickt wurde, benutzte er die Gelegenheit, 1000Exemplare seiner Dichtung abzusctzen. Im Sommerd. I. besuchte Walter Scott den Ettrikwald zurSammlung von Materialien für seine VorderMinstrelsy, wobei H. seine Bekanntschaft machteu. ihm eine Anzahl Balladen übergab, welche er