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lutherischer Kirchenverfassung, ebend. 1850, 3. A.1852; Liturgisches Urkundenbuch, herausgeg. vonThomasius und Harnack, 1854; Die Programmeüber die Lehre vom Opfer (1839—43) gesammelt1851. Er war auch Mitbegründer der ErlangerProtestant. Zeitschrift. Vgl. Nägelsbach u. Tho-masins, Zum Gedächtniß H-s, 1853. Löffler.»
Hofmann, 1) Joh. Christ. Konr ad, Theo-log u. Historiker, geb. 21. Dec. 1810 in Nürn-berg, 1833 Lehrer am Gymnasium in Erlangen,1834 zugleich Repetent u. 1835 Privatdocent ander Universität; 1840 gab er seine Lehrerstelle ausu. wurde 1841 Professor; 1842—45 war er Pro-fessor der Theologie in Rostock, worauf er wiedernach Erlangen zurückkehrte. 1857 wurde er ge-adelt. H. politisch Mitglied der bayer. Fortschritts-partei u. 1863—68 Mitglied der bayer.Abgeordne-tenkammer, steht als Theolog auf dem Standtpunktedes exclusiven Lutherthums, so exclusiv, daß erselbst der Heterodoxie beschuldigt wird. Er schr.:Die 70 Jahre des Jeremias und die 70 Jahr-wochen des Daniel, Nürnb. 1836; Geschichte desAusruhrs in den Cevennen, ebd. 1837; Lehrbuchder Weltgeschichte, ebd. 1839, 2Bde., 2. A. 1843;Weissagung u. Erfüllung, ebd. 1841— 44, 2 Bde.;DerSchriftbeweis, Nördlingen 1852—56, 2. Aust.1857 ff.; Schutzschriftcn für eine neue Weise, alteWahrheit zu lehren, ebd. 1856 ff.; Die hl. SchriftN. T. zusammenhängend untersucht, 7 Bde., Nördl.1862—74. Er ist seit 1846 auch Mitredacteur derZeitschrift für Protestantismus und Kirche. 2)Friedrich, Dichter, ständiger Mitarbeiter derGartenlaube, geb. 18. April 1813 in Koburg, be-zog 1834 die Universität Jena. Nachdem er die-selbe 1840 verlassen u. in Eisenberg und Zerbstprivatisirt, war er von 1841—54 in Hildburg-hausen Mitredacteur von Jos. Meyers großemConversationslexikon (52 Bände), verweilte 1855und 1856 als Studienleiter in Oberitalien undSteiermark, setzte 1857 u. 1858 wieder in Hild-burghausen I. Meyers Universum fort, übernahmdann in Leipzig die Redaction von Paynes Pa-norama des Wissens u. der Gewerbe, ist seit 1861in seiner jetzigen Stellung an der Gartenlaube u.redigirte von 1864—1866 den Jllustrirten Dorf-barbier. Gab von 1842—66 den Weihnachtsbaumheraus, eine Art Musenalmanach, vom Bibliogr.Institut gratis gedruckt, für dessen Erlös in den25 Jahren für 100,000 arme Kinder Christbe-scheerungen bereitet wurden. Eine solche Christ-beschecrung führte H. mit Hilfe der Gartenlaube1870 sllr Elsaß-Lothringen ans. H. veranlaßt?1862 die Gründung des Centralcomite für W.Bauers deutsches Taucherwerk, den er seit 1859in der Presse vertrat. Im Januar 1871 fuhr H.mit einem Sanitätszug bis Orleans u. ging vonda am 7. Febr. nach Paris, in das sich vor ihmnoch kein Deutscher schutzlos und am Hellen Tagegewagt hatte. Außer vielen Beiträgen für die ge-nannten Werke u. Zeitschriften, sowie für Front-manns Deutsche Mundarten, Die Glocke, H. MeyersNeues Universum rc., erschienen von ihm mehrer-größere heimathliche Dichtungen (1838, 1840 u.1854), das Koburger Quäckbrünnle, 500 Schna-derhüpsel, mit einer Abhandlung über die Volks-Poesie der Schnaderhüpsel, Hildburgh. 1857; Ge-
dichtsammlungen 1842, 1848, 1855 (zu MeyersGroschenbibliothek), u. 1872 (Die Harfe im Sturm);weit verbreitet sind die Kinderfeste, Declamationu. Gesang für Schulkinder, componirt von JuliusOtto: 1) Das Schulfest, Schleusingen 1857, 23. Al.1875; 2) Das Weihnachtsfest, das. 1858,8. Aust;
3) Das Pfingstfest, das. 1872; 4) DaS Vaterlands-fest, das. 1875, Separatabdruck Lpz. 1876, 2. A.Ebenso die beiden Märchenansgabeu von Der Kin-der Wundergarten, ebd. 1875, 5. Aust.; Die bei-den Brüder, Erzählung, Elberf. 1872; Die Esels-jagd, fröhl. Heldengedicht mit Illustrationen von
G. Lmndblad, Leipz. 1875, 2. Aust.; Geisterspn! ^
auf der Veste Koburg, fröhl. Helden-Gedicht in 15 ^
Gesängen, mit Illustrationen von Gf. M. u. Sund-blad, das. 1877. Oft aufgeführte Festspiele: Diedrei Kämpfer, ebd. 1873, u. Dichterweihe, ebend.1873. 3) August Wilhelm, berühmter Che-miker, geb. zu Gießen 8. April 1818, studirteunter Liebig daselbst Chemie, wurde Assistent amchem. Laboratorium, dann 1845 außerordentlicherProfessor der Chemie zu Bonn und 1848 amRo/. LollsAs ok Lllemistrze zu London. SeineThätigkeit an dieser Anstalt war so fruchtbringend,daß die Regierung die Ro^. Selwol ok Uine;1853 mit dem 6oU. ok Ollomi^tr^ verband. 18Kerhielt H. von der preußischen Regierung den Ans-trag, das chem. Laboratorium in Bonn nach denneuen Anforderungen der Wissenschaften umzuge-stalten, aber schon 1863 erhielt er einen weitere»Ruf an Mitscherlichs Stelle nach Berlin, wo ernun ebenfalls ein neues, in jeder Beziehung inusier-giltiges Laboratorium mit Hörsaal rc. erbaute.1868 gründete er die deutsche chem. Gesellschaft inBerlin. Seine Wissenschaft!. Bedeutung gewann
H. nicht durch seine chem. Untersuchungen allein;fast mehr noch wirkte er anregend und fördernddurch seine Schriften n. durch das Wort als Lehreru. Berather. Seine chem. Untersuchungen gehörennahezu ganz dem großen Gebiet der organ. Che-mie an u. sind hier bes. hervorzuheben die überdie Theerproducte, das Ammoniak u. seine Ab-kömmlinge, am meisten aber das Anilin und dieAnilinfarben, mit welchen Untersuchungen er schon1843 begann u. die wichtigsten Ergebnisse erzielte.Bei Untersuchungen über das Fuchsin entdeckte erdas Rosanilin u. eine Reihe von prachtvollen, davonabslammenden Farben. So ist H. als einer derbedeutendsten Förderer der Anilinindnstrie anzn-sehcn. Hierher gehört auch der vorzügliche Bericht,den er mit Le Laire u. Girard über die Theer-farbenstoffe aus der Industrieausstellung 1867 ver-öffentlichte. Auch über die chemischen Theile derAusstellungen 1851 u. 1862 gab er Berichte her-aus u. zu dem officiellen Bericht über die WienerAusstellung trug er eine vorzügliche sehr ausführ-liche Arbeit über die Entwickelung der chem. In-dustrie während des letzien Jahrzehnts bei. Seinesegenbringende Wirksamkeit beschränkte sich nichtauf den Hörsaal der Hochschulen; in England be-thätigte er sich namentlich auch bei Vorlesungenfür Arbeiter (V7orüin§ msu Isotursa) u. in Berlinist er seit Grüudung der deutschen chem. Gesell-schaft eines ihrer thätigsten u. einflußreichsten Mit-glieder. Vielfach hat er nach dem Muster seinesgroßen Vorbildes Liebig neue vorzügliche Appa-