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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
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Hofgerichte

Bad, Ackerbau; 1875: 3903 Ew. Dabei dasLustschloß Schönburg. H. ward zu Anfang des13. Jahrh. durch Mainz zur Stadt erhoben. DerKurort H. liegt etwa 2 Icm von der Stadt ent-fernt. Es befinden sich hier mehrere erdig-salin-ische Eisenquellen, ferner Schlammbäder, ein Fich-tennadelbad und eine Ziegenmolkenanstalt. DasMineralwasser wird namentlich gegen Blutarmnthangewandt. Die Quellen wurden 1631 entdeckt u.werden seit 1639 zum Trinken u. Baden benutzt.Vgl. Schnackenburg, Bad H., 2. Ausl., Gotting.1859. H- Berns.

Hofgerichte, im Mittelalter die höheren, theilskaiserlichen, theils landesherrlichen Gerichte inDeutschland, welche an die Stelle der Grafengerichtetraten. Den kaiserlichen H-n unterstanden dieReichsdienstmannen und die nach Scheidung derStandesverhältnisse zu den höheren Ständen nichtzählenden Reichsfreien; dagegen stand den landes-herrlichen H°n außer der Kompetenz in Lehns-sachen der landesherrlichen Vasallen die Gerichts-barkeit über die Hofbeamten und Hofdiencr zu;manchmal hatten sie auch den Charakter einesObergerichts gegenüber den kleinen Local- undstädtischen Gerichten, insbesondere in Civilsachen.Ein besonderes kaiserliches Hofgericht errichteteMaximilian I. 1501 für seine Erblande, das erdann zugleich auch als Reichsgericht benutzte, woherdenn auch die Bezeichnung Reichshofrath für das-selbe, gegenüber dem Reichskammergericht, anwelchem die Reichsstände mit dem Kaiser das Be-setzungsrecht theilten. In neuerer Zeit in man-chen Staaten (z. B. Baden) Bezeichnung für diemittleren n. höheren (dann auch Ober-H.) landes-herrlichen Gerichtsbehörden. Lag«.

Hofhaimer, Paul, Musiker, geb. 1459 zu Rad-stadt in Österreich, brachte es ohne Lehrer durcheigenen Fleiß zu einem der größten Orgelvirtnosenu. zum gelehrtesten Componisten seiner Zeit; wurde1493 Hofmufikns Friedrichs III. in Wien, dessenNachfolger Maximilian I. ihn in den Adelsstanderhob, wozu König Ladislaus von Ungarn denOrden vom goldenen Sporen n. den Ritterschlagfügte. H-s Name drang weit ins Ausland undViele kamen nach Wien, um den großartigenMeister zu hören, od. seine Schüler zu werden;st. im Jahre 1537 in Salzburg. Siebenrock.

Hofheim, Stadt im Landkreise Wiesbaden(Mainkrcise) des preuß. Regbez. Wiesbaden, ander Schwarze, Station der Hess. Ludwigsbahn;Weinbau, Kaltwasserheilanstalt, Ziegelbrennerei,1875: 2099 Ew.; in der Nähe Wallfahrtskapelle.

Höfische Poesie, s. unter Deutsche National-Literatur.

Hofkriegsrath, früher das Kriegscollcgiumin Wien, dem als höchster Instanz alle Miiitär-angelegenheiten des Reiches übertragen waren.Derselbe 1556 von Ferdinand I. errichtet, nachdem 7jährigen Kriege durch den Grafen Lachreorganiflrt, von Erzherzog Karl, während erdessen Präsident war (18011805), zn einer voll-ständigen Behörde umgestaltet, wurde 31. Mai1848 aufgelöst.

Hoflagcr , Aufenthaltsort eines regierendenHerrn n. seiner Umgebung.

Hoflehen, ein Lehen, welches zu Hofämtern

Höfling.

verpflichtet, wie z. Beisp. Erbhofämter mancherFamilien.

Höfler, Karl Adolf Constantia, Rittervon, deutscher Geschichtforscher, geb. 26. März1811 in Memmingen, studirte 18281831 inMünchen erst die Rechte, dann Geschichte u. lebtehierauf bis 1836 in Göttingen, Rom u. Florenzmit historischen Studien beschäftigt; 1836 über-nahm er in München die Redaction der officiellenMünchener Zeitung, wurde 1838 Privatdocent u.1840 Professor der Geschichte in München und1842 Mitglied der Akademie. 1847 ward erwegen seiner historischen Denkschrift: Concordatund Constitutionseid der Katholiken in Bayern,München 1847, plötzlich seiner Professur enthobenu. nach Bamberg als Archivar versetzt, von woer 1851 einen Ruf als Professor der Geschichtenach Prag erhielt. Hier gründete er das hi tor-ische Seminar u. üetheiligte sich eifrig an de. Re-form der Universität. In dem Kampf zwischenDentschthnm und Czechenthum in Böhmen vertrater das erstere, bes. seit seiner Erwählung in denBöhmischen Landtag 1865, u. wurde 1872 alslebenslängliches Mitglied in das Herrenhaus desÖsterreichischen Reichsrathes berufen. H. hak sicheifrigst um Quellenforschung bemüht u. sah LieseBemühungen durch reiche archivalische Funde be-lohnt. Er schr.: Geschichte der englischen Civil-liste, Stnttg. 1834; Die deutschen Päpste, Re-gensburg 1839, 2 Bde.; Kaiser Friedrich II.,Münch. 1844; Albert von Beham und RegestenPapst Jnnocenz' IV., Stuttgart 1847; Quellen-sammlung für Fränkische Geschichte, Bayr. 1849bis 1852, 4 Bde.; Fränkische Studien, Wien1852 f., 6 Thle.; Franken, Schwaben n. Bayern,Bamberg 1850; Bayern, sein Mcht u. seine Ge-schichte, Regensburg 1850; Böhmische Studien,Wien 1854; Ruprecht von der Pfalz, Freiburg1866; Kaiserthum und Papstthum, Prag 1862;Johann Huß und der Auszug aus Prag, ebd.1864; Barbara, Markgrästn zu Brandenburg,ebd. 1867, 2 Thle.; Die Zeit der luxemburgischenKaiser, Karl IV. bis Siegmund, Wien 1867; DieZeit der Luxemburgischen Kaiser, 5 Bände derÖsterreichischen Geschichte für das Volk, Wien1867; Fragmente zur Geschichte Kaiser Karls VI.,ebd. 1869; Die avignonesischen Päpste, ebd. 1871;Lehrbuch der allgemeinen Geschichte, 3 Bde., Re-gensb. 185056; n. gab heraus: t-oneitia, pra-xsnsis. (13531413), Franks. 1862, u. die Ge-schichtschreiber der Hussitischen Bewegung in Böh-men, Wien 185666, 3 Bde., in den Kontosrsrnm nnstriaoarnm. Außerdem lieferte er höchstwerthvolle Beiträge für die Denkschriften der k. k.Akademie der Wissenschaften u. die Publikationendes Vereins für Geschichte der Deutschen inBöhmen. Lagai.

Höfling, Johann Wilhelm Friedrich,Theolog, geb. 1802 in Droßenfeld bei Bayreuth,1827 Pfarrer in Nürnberg, 1833 Professor derTheologie u. Ephorus des theologischen Studiumsin Erlangen und 1852 Oberconsistorialrath inMünchen, wo er 5. April 1853 st. Er schriebu. a.: Von der Composition der christlichen Ge-meindegottesdienstc, 1837; Das .Sacrament derTaufe, 184648, 2 Bde.; Grundsätze evangelisch-

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