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- Hochzeit.
l wurde. Die Wohnungen beider Brautleute waren,! mit Laubgewinden bekränzt. Am H-tage wurdet vom Brautvater ein Festmahl gegeben, nach dessen
- Beendigung ein festlicher Zug mit Fackeln, die
" am heimischen Herd angezttndet waren, die Braut
st! zu Wagen, zwischen dem Bräutigam und dem
- Brautführer sitzend, nach der künftigen Wohnungführte, wobei Jünglinge ein Brautlied (Hymenaios)sangen und dazu tanzten, wofür sie von der Braut
1 Festkleider erhielten. Freundinnen u. Verwandte
i trugen in Körben die Mitgift. Die Begeg-
f »enden warfen Früchte und Blumen in den Wagen
und riefen dem Paare Glückwünsche zu. Bor derThüre des Thalamos, in welchen sich die New§ vermählten zurückzogen, wurden die Epithalamien
- (H.-Gesänge) angestimmt und mit solchen das Paar
st am Morgen geweckt. Am H-s- und am folgen-
s den Tage erhielt daS Paar Geschenke von Ver-
; wandten und Freunden. Die Braut war während
! der ganzen Feier verschleiert, bis sie mit dem
i Gatten im Thalamos allein war. Vom nächsten
j Tage an zeigte sie sich unverschleiert Bei den
! Römern fand nur bei der feierlichen Eheschließung
! ^ durch Louksrrestüo ein Hochzeitfest Statt. Schon
' bei der Verlobung wurde der H-tag festgesetzt,
mit besonderer Vorliebe für die zweite Hälfte desi JuniuS. Am Tag vor der H. weihte die Braut,
! nachdem sie der ünvo znxs geopfert hatte und
r ihr mit einer Lanze (Musts, eoolibsris) das Haar
st in sechs Locken getheilt und geordnet worden war,
^ i wie das der Matronen, die abgelegte jungfräu-
! liche ll'uj-s prsstoxts der k?oituus virZiuslis, ihre
, Spielsachen dem Tar bamillsris oder der Venns.
I Am H-tage, nach Anlegung der H-Gewänder und
> > nach den Ehegüttern gebrachten Opfern, setzte sich
i das Brautpaar auf das Fell des Opferthieres.
! Abends geschah die Heimsührnng (Deänotio cko-
, f mnm) der Braut durch den Bräutigam bei
! Fackelschein und Flöteuspiel. Der Bräutigam warf
I während desselben Nüsse unter das Volk aus.
! Über die Thürschwelle des verlassenen und des
zu betretenden Hauses, welches mit Kränzen,Blumen, Fruchtschnüren behängen war, wurde dieBraut gehoben, indem die Versammelten ihr ll'slss-i sio! znriefen. Verwandte u.Freuude begleiteten den
- Zug; Scherzrcden wurden dabei eingestrent. An
st der neuen Heimath angelangt erhielt die Braut
st die Schlüssel des Hauses, welche sie einem Sklaven
I einhändigte, und berührte, wie der Bräutigam,
!, zum Zeichen der zu beobachtenden Keuschheit und
zärtlichen Verbindung, Feuer und Wasser; mitl letzterem wurden die Füße gewaschen. Zu den
! Zeiten der Republik trug die Frau auch drei As
! bei sich; das erste, das sie in der Hand trug,
s gab sie dein Bräutigam, denselben sich gleichsam
erkaufend; das zweite legte sie auf den Herd ihrer, neuen Heimath; das dritte auf einen Kreuzweg.
! ^ Nachdem die vorgetrageueu Fackeln sorgfältig anfge-
st hoben oder verbrannt waren, erfolgte das von
j ^ Flöten und Epithalamien begleitete H-mahl. Dann
st wurde die Braut von Matronen Mronubse) in
i den Thalamos geführt und anss Lager Modus
Ü ^onialis) gebracht. Jungfrauen sangen die Epi-
i thalamien auf das Lob der Vermählten, Knaben
dagegen stimmten leichtfertige Gesänge an. Gegenden; zu großen Aufwand wurden bei H-eu einschränkende
Gesetze gegeben. Von den H-gebränchen der ger-manischen Völker ist nichts Näheres bekannt, alsdaß ein Festmahl und Heimsührnng der Brautin die Wohnung des Bräutigams stattfand. Auchwar es früh Sitte, daß die zum H-schmaus ge-ladenen Gäste Geschenke mitbrachten, welche fürdie neugegrüudete Wirthschaft paßten. In deralten Christlichen Kirche war die Verlobungdurch den Ring gebräuchlich, auch wurden vonden heidnischen Gebräuchen der Brautführer bei-behalten, gewöhnlich ein naher Anverwandter oderder Taufpathe der Braut, welcher bei der Ver-lobung zugegen war, bis zur H. den Keuschheits-wächter machte, nebst den Eltern die Braut zurTrauung und dann in das Hans des Bräutigamsführte; ferner das Bekränzen der Brautleute, dasVerschleiern der Braut, die Anlegung der Hoch-zeitgcbinde, nach der Einsegnung zum Zeichen dernunmehrigen unlöslichen Verbindung Beider. Infeierlichem Zuge wurde die Braut in des Bräuti-gams Haus geführt, wo Schmausereien, Musikund Tanz folgten; auch der Armen wurde ge-dacht, dieselben erhielten die Reste der Speisen u.außerdem wurden kleine, eigens dazu gebackeneBrode vertheilt. Bei den Völkern, welche zu deneigentlich civilisirtcn gerechnet werden, hat sich nurwenig von den complicirten und symbolischenBräuchen bezüglich der H. erhalten. Das Ganzebeschränkt sich auf Verlobung, Polterabend, Trau-ung (s. d.) und Festjchmaus. Ring und Braut-tranz sind fast die einzigen Symbole, die Vor-kommen. Brautgeschenke zur H. sind überallgang und gebe; in begüterten Kreisen meist auchsie Brautreise. Die Silberne, Goldene u. Dia-mantene H. nach 25-, 50- u. löjähriger Dauerder Ehe ist ebenfalls allgemein gebräuchlich. Be-sondere Cereinonien finden indessen noch in Deutsch-land vielfach auf dem Lande, in Holland, Schwe-den, Irland rc. bei den mittleren und unterenVolksklassen immer noch statt. Fast überall aberinsbes. in den vorgenannten Kreisen sind die H-gebränche von abergläubischen Meinungen beein-flußt, vgl. Wuttke, Der deutsche Volksaberglaubeder Gegenwart, 2. Bearb., Berlin 1869.
Bei den Nenglischen wird die Braut amVorabend der H. gebadet u. ihre Ausstattung (inMorea) ans Wagen durch die Stadt gefahren,während Knaben ihre Kleider in Körben auf demKopse Nachträgen; an anderen Orten wird dieAusstattung in dem festlich geschmückten Brauthauseausgestellt, während die jungen Leute tanzen. AmH-tage werden die Brautleute feierlich zur Kirchegeführt; wenn sie aus dem Hause treten, streutman Baumwollensamen od. Getreidekörner, Reichemit Goldstücken untermischt, über das Paar. Ander Kirchlhür versprechen sie dem Popen, sich zuheirathen, werden mit Myrthen- und Weinlaub-kränzen geschmückt u. erhalten Wachsfackeln; dannbeginnt die Trauung. Stach deren Beendigung setztder Pope den Neuvermählten Kränze (Aparchä)auf, wie überhaupt die Blumen bei griechischenH-en eine große Nolle spielen. Nach der Trauungbewegt sich der Zug wieder nach dem H-Hause,wo der Schmaus beginnt, wozu die Gäste Speisengeschickt haben und der mehrere Tage dauert.Abends wird die Braut nach dem Hause des Bräuti-
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