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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
353
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Hochbootsmann -

regio», die Region am Stengel (Hochblatt-stengel), wo die Hochblätter sitzen.

HochbootSmann, veraltet, jetzt Oberboots-mann, s. n. Deckoffizier.

Hochbord (Hochbordiges Schiff) hießen anfangsdie ersten Segelschiffe ohne Rndervorrichtungen,im Gegensatz zn den Rudcrschiffen; dann, alsdiese ganz verdrängt, Schiffe, welche mehr alseine Reihe Geschütze führten, also Fregatten- undLinienschiffe. Neuerdings sind mit den Panzerschifss-Constrnctioucn wieder wirklich flachbordige(niedrig-bordige) Schiffe eingeführt worden, dieaber nur für stationäre, Fluß- u. Küstcnfahrten,als Monitors rc. beibehalten sind. Der Versuch,ein flachbordiges Schiff als Seeschiff unter Segelngehen zu lassen, führte zu der traurigen Katastrophedes Captain (vgl. u. Panzerschiff, Geschichtl.). Fest-

Hcchbnrstnnd, so v. w. Franche Comte.

Hochealifornien (Neucalifornien), so v. w.Calisornicn.

Hochdruck 1) ist im Allgemeinen jedes reproduc-tiv-graphische Verfahren, wobei eine Platte miterhabener Zeichnung oder Schrift zur Anwendungkommt; er findet also sowol beim Holzschnitt, wiebeim Kupferstich als auch bei der Lithographiestatt und erhält dann verschiedene Namen, wieEktypographie, Chalkotypie rc. (Vgl. GraphischeKünste 3, 7, 8). In specifischcr Bedeutungnennt man auch H. erhaben geprägte Schriftplattenfür Blinde oder auch Reliesdrncke zur Verzierungvon Flächen (vgl. Gr. Künste 38). 2) (Bnchdr.l

die durch die Presse erhaben hergestellten Zeilenu. Verzierungen, der Druck für Blinde znm Be-tasten; vgl. Freisanff v. Reudegg, Beschreibungder Eklypographie für Blinde, Wien 1837. 3)(Hochdrnckdamps) der Dampfdruck, von mehr als3—4 Atm. (ä. 1 per 9 ein.), früher vonmehr als 1 Atm. U SchaLler.

Hoche, Lazare, einer der hervorragendstensranz. Generale der Revolutionszeit, geb. 25. Juni1768 zu Montrcuil bei Versailles, aus niedrige»!Stande, war anfänglich Stalljnnge bei dem Grafenvon Artois, daun Soldat der Garde. Was eran Geld anfbringen konnte (u. a. durch Wache-stehen für Kameraden rc.) verwendete er znm An-kauf von Büchern behufs seiner Ausbildung; alsNichtadeliger vermochte er jedoch nicht über dieSergeantenstclle hinausznkommen. Nach dem Aus-bruch der Revolution ward er Lieutenant der Pa-riser Siadtgarde, als welcher er mit Eifer dis Lückenseiner Bildung weiter ergänzte u. namentlich mithöherer Kriegswissenschaft sich beschäftigte. Er nahmhieraus an dem Feldzug nach Belgien theil, zuletztals Adjutant des Generals Leveneur; wurde jedochApril 1793 nach Dumouriez'Übergang des Einver-ständnisses mit diesem beschuldigt n. gefangen ge-setzt. In Folge eines von ihm aus dem Gefängnißeingereichten Operationsplanes wurde er von demWohlfahrtsausschüsse bald wieder freigclassen undzuin Commandanten von Dünkirchen ernannt, woer alle Angriffe der Engländer abschlug u. deshalbBrigade, u. bald darauf Divisionsgeneral wurde;Ende 1793 erhielt er das Commaudo der Mosel-armee, unterlag zwar am 30. Nov. bei Kaisers-lautern gegen die Preußen, erreichte aber dennochdurch stete Märsche u. Gefechte den Rückzug derPiercrZ Universal-LonrersationL-Lexiton. ö. Ausl. x.:

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Feinde über den Rhein noch in Vemsclben Jahre.Seine Selbständigkeit den C onventsdcp nlirten gegen-über brachte ihn von Neuem ins Gefängniß, ausdem ihn der Sturz der Schreckensherrschaft (Juli1794) befreite. 1795 gegen die empörten Küsten-provinzen gesandt, schlug er im Juni die gelandeteArmee von emigrirten Edellenten u. nahm sie beiQuiberon gefangen (ihre Niedermetzelnng ver-weigerte er u. gab, da er sie nicht hindern konnte,das Commaudo ab), u. brachte dann Anjou, dieBretagne und Normandie zur Ruhe zurück nichtallein durch geschickte militärische Maßregeln alsauch durch maßvolle Milde. Am 16. Dec. 1796versuchte er von Brest aus eine Landung in Ir-land, welche durch einen Sturm, der die Flotteauseinanderwarf, scheiterte. Er erhielt darauf dasCommaudo der Maas- u. Sambrearmee, eröffnete1797 den Feldzug mit dem Rheinübergange beiNeuwied (18. April) im Angesicht der Österreicher,legte in 4 Tagen 35 Stunden Weges zurück, lie-ferte 3 Schlachten und 5 Treffen und drang bisWetzlar vor, wo er infolge der Friedensprälimi-narien von Leoben halten mußte. Das ihm nachdem 18. Fructidor angebotene Kriegsministeriumschlug er ans, übernahm jedoch den Oberbefehlüber die französische Armee an der deutschen Rhein-grenze, starb aber schon 18. Sept. 1797 in Wetz-lar (nach gewöhnlichem Glauben an Gift). H. warnicht allein hervorragend als Feldherr, sondernauch als Politiker; er besaß znm Theil die her-vorragendsten u. edelsten, daneben aber auch ge-meine Eigenschaften. Es ist nicht unwahrscheinlich,daß sein Ehrgeiz u. seine Talente ihn bei länge-rem Leben zu einem gefährlichen Nebenbuhler Bo-napartes gemacht hätten, (vgl. Desprez: II. ä'ax-rö8 8U oorrsspornlanos, Par. 1868). Bei Weißen-ihnrm unweit Neuwied wurde ihm ein Denkmal(Marmorobclisk) und in Versailles eine eherneStatue errichtet. Lhielemaun.

Hochebene, s. u. Ebene.

Hochegger, Franz, Schulmann, geb. 4. Oct.1815 zn Innsbruck, fiudirte daselbst u. habilitirtesich 1851 als Privatdocent an der Universität znWien, wurde dann Professor an dem Theresianumdaselbst, kam hierauf als Professor der Philologiean die Universität zn Pavia u. 1859 nach Prag.Hier eröffnete er durch die Broschüre: ÖsterreichsGymnasien u. die Jesuiten, den Kampf gegen dieklerikalen Lehranstalten. Von Prag zur Leitungoes akademischen Gymnasiums nach Wien berufen,suchte er die höheren Schulen zn vermehren unddie Lage der Lehrer zu verbessern und gab mitBonitz die Zeitschrift für die österreichischen Gym-nasien heraus, in welcher er die Aufnahme derNaturwissenschaften in dieselben befürwortete. Anä>an der Herausgabe des Werkes: Die Fortschrittedes Unterrichtsweseus in den Cnltnrstaaten Europasnahm H. theil. Später wurde er geisteskrank n.in die Irrenanstalt zn Hall in Tirol gebracht, woer 26. Sept. 1875 st. Eichhoff.

Höchenschwand, Dorf im Amtsbez. St. Blasiendes baü. Kreises Waldshut, das höchste Dorf inBaden ans dem Schwarzwald; Strohflechterei;360 Ew. Vom Belveddre umfassende Aussichtans die Alpen vom Algän bis zum Montblanc,deßhalb in neuerer Zeit stark besucht.

Sand. 2 z