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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Harze — Harzgcrode.

der Burg weilte, hier von den Sachsen belagert,n. nur mit genauer Noth entging er seinen Fein-den, die dann die H. von Grund aus zerstörten.1076 ließ Heinrich IV. sie wieder anfbanen, abereinige Jahre später wurde sie abermals von denSachsen zerstört. Um 1180 baute der KaiserFriedrich I. sie wieder auf; in ihr starb 1218Kaiser Otto IV. 1370 kam sie in den BesitzOttos des Quaden, der sie dem Ritter Hans vonSchwicheldt schenkte. Da aber die Schwicheldt aufder H. als Raubritter hausten, so wurde sie 1422abermals geschleift. Nachmals erbaute ein Raub-ritter sich hier eine neue Burg, welche 1485 vonHerzog Heinrich dem Wunderlichen von Braun-schweig erobert u. 1650 von Herzog August ab-gebrochen wurde. Das 1667 auf dem Burgbergeerbaute Forsthaus zerfiel auch schon im 18. Jahrh.Auf dem Burgberg seit 1875 ein Denkmal zuEhren des Fürsten Bismarck mit der Inschrift:Nach Canossa gehen wir nicht. H- Berns.

Harze, sehr verbreitete, aus Kohlenstoff, Wasser-stoff u. Sauerstoff bestehende pflanzliche Producte,welche in den sog. Harzgängen, meist in ätherischenÖlen gelöst, enthalten sind. Einige von diesenStoffen schwitzen von selbst aus den Pflanzen aus,andere gewinnt man, indem man in die sie führ-enden Gefäße Einschnitte macht und dadurch dieGefäße entleert. Im rohen Zustande sind sieamorph, von glänzend muscheligem Bruche, einigesind geruchlos, andere haben einen aromatischenGeruch, der aber von dem beigemischten ätherischenÖl herkommt; in Wasser sind sie unlöslich, in ver-schiedenem Grade in Äther, Weingeist u. flüssigenKohlenwasserstoffen, namentlich den Terpenen, lös-lich; optisch sind sie inactiv; Nichtleiter der Elektri-cität, werden sie beim Reiben elektrisch. BeimErhitzen schmelzen sie, können jedoch nicht ohneZersetzung destillirt werden. Sie brennen mitleuchtender rußender Flamme.

Manche H. verhalten sich chemisch wie schwacheSäuren, röthen Lackmus, und treiben zuweilenbeim Kochen mit kohlensauern Alkalien die Kohlen-säure aus. Die Alkalisalze dieser Säuren lösensich in Wasser zu schäumenden Flüssigkeiten undfinden daher als Harzseisen technische Anwend-ung. Jedes H., wenn.es auch durch Schmelzenvon seinen ätherischen Ölen, durch Behandlungmit Wasser von den im Wasser löslichen Stoffengereinigt ist, bildet noch ein Gemenge von H-n,die nur äußerst schwierig von einander zu trennenfind und Alpha-, Beta- u. Gamma-H. genanntwurden. Die H. stehen in nahem Zusammenhängemit den Terpenen, indem sie zugleich mit densel-ben in den Harzgängen Vorkommen und durchOxydation derselben, sehr wahrscheinlich untergleichzeitiger Wasseraufnahme, entstehen. Diemeisten Terpene u. Öle verharzen beim Stehenan der Luft. Manche H. hat man krystallisirterhalten. Mit Salpetersäure behandelt, lieferneinige Nitrosäuren, andere Kamphor- und Kam-phoronsäure. Mit Kali geschmolzen, liefern diemeisten H., meist neben Fettsäuren, Resorcin,Phloroglucin, Paraoxybenzodsäure, Protokatechu-säure. Man theilt die H. ein in: 1) Hart-H.,eigentliche H. Sie sind fest, spröde, lassen sichpulvern und enthalten kein oder nur sehr wenig

ätherisches Öl. Hierher gehören Colophonium,Benzoeharz, Gummilack, Copaivaharz, Guajak,Copal, Elemiharz, Harz von bstons rubiAiuosa.Dammaraharz, Sandarak, Olibanum, Animaharz,Mastix, Acaroidharz, Jalappenharz, Scammoinum,Alo'ö, Drachenblut, Bernstein u. a. m. 2)Weich-H., so v. w. Balsame, s. d. 3) Gummi- od.Schleim-H., 6ummirosiuas, Gemenge von Harz,ätherischem Öel u. Pflanzenschleim. Sie werdendurch Eintrocknen des Milchsaftes verschiedenerPflanzen erhalten. Erwähnung verdienen Galba-num, Gummigutt, kostiäa, Euphorbium,Ammoniakgummi, Myrrhe. Biele H. erhält mandurch Auskochen des zerkleinerten Holzes mit Al-kohol; die fossilen H. werden gegraben, oder, wieder Bernstein, gefischt. Um die natürlichen H.von den ätherischen Ölen zu befreien, kocht mansie so lange mit Wasser, bis kein Öl mehr destil-lirt. Durch Behandlung mit Alkohol befreit mansie von Gummi n. Schleim, wobei das H. sichlöst n. aus der alkoholischen Lösung durch Wassergefällt werden kann. Die H. selbst versucht mandurch ihre verschiedenen Löslichkeitsverhältnisse inAlkalien, in kaltem und heißem Alkohol rc. voneinander zu trennen. Man benutzt die H. zurHerstellung von Leuchtgas, von Harzseifen, Fir-nissen, Kitten rc. Auch in der Medicin finden sieAnwendung; ihre Wirkung auf den Organismus,bcs. als Reizmittel, scheint auf der Beimengungvon ätherischem Öl zu beruhen. BroM.

Harzfirmss, ein billiger, durch Auflösen vonFichtenyarz in Terpentinöl bereiteter Firniß. Erist schön glänzend, aber wenig dauerhajt, bekommtbald Risse n. wird leicht trübe.

Harzfluss (Gummifluß), Krankheit der Stein-obstbäume, entsteht thcils von selbst, theils durchBeschädigungen. Da, wo der H. Hervorbrechenwill, ist die Rinde dunkler; man bemerkt dannbald eine Erhabenheit mit Ritzen, das Holz derkranken Stelle ist rothgelb, schwarzbraun od. auchganz schwarz; der ätzende Säst verdirbt auch balddie übrige äußere Rinde, tritt aus der Öffnung,verdickt sich u. bildet das Harz. Man muß dieangegriffene Stelle bis auf Las gesunde Holz weg-schneiden u. mit einer Salbe ans Ätzkalk u. Lehmbelegen.

Harzgang, s. Gewebe 2 ) (Bot.).

Harzgcrode, Stadt im Kreise Ballenstedt desHerzogthums Anhalt, ans dem Unterharz; schöneKirche, altes Rathhaus, altes Schloß mit Minera-liensammlung, Eisengießerei; 1875 mit Forstbe-zirk und Alexisbad 2862 Ew. Bergbau in derUmgegend. In der Nähe im Selkethale liegtdas Alexisbad, der Mägdesprung, die Victor-Friedrichs-Silberhütte, die Victorshöhe ans demRamberg mit Aussichtsthurm, das Jagdschloß Wil-helmshof, das Jagdschloß Meiseburg, die Ruineder Burg Anhalt u. m. a. — Im 14. Jahrh.wurde H. an die Grafen von Mansfeld versetzt,wieder eingelöst wurde es 1413 wieder an Land-graf Friedrich versetzt, dann kam es an die Grafenvon Stolberg, wurde aber 1536 durch die FürstenWolfgang, Johann Georg u. Joachim wieder ein-gelöst. In der Theilung kam 1544 H. an denFürsten Georg; 1549—52 wurde das Schloß ge-baut, und 1688 vom Fürsten Wilhelm der 1705