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Harzlack —
Augustusstadt genannte Stadttheil angelegt; 1710kani H. an Bernburg. H. Berns.
Harzlack, 1) aus Fichtenharz, geschlämmterKreide oder Gips, Talg u. Terpentin, mit oderohne Wachs bereiteter ordinärer Siegellack. ZumFärben wird demselben Eisenoxyd, Bolus, Chrom-gelb, schlechtes Ultramarin, Beinschwarz rc. zuge-setzt. 3) Aus Harz bereiteter Lackfirniß, s. FirnißL. u. 6. u. Harzfirniß.
Harzmalerei, nach den Untersuchungen vonLucanus diejenige Malertechnik, welche die antikeMalerei bei Ausführung größerer Wandgemäldein Anwendung brachte. Das dabei gebrauchteBindemittel ist der sog. Copaiva-Balsam, welcherauch sonst zur Conservirung von Kunst- u. Ge-brauchsgegenständen, sowie (bei den Ägyptern) vonLeichen — daher der Ansdruck Einbalsamiren —verwandt wurde, indem die betreffenden Gegen-stände damit überzogen wurden. Am geschätztestenunter den verschiedenen flüssigen Baumharzen istdas arabische Saftharz, auch Balsam von Mekkagenannt (s. auch Enkaustik.) Vgl. Lucanus, DieH. der Alten, Lpz. 1839, u. (im Zusammenhängedamit) Endlich entdeckte wahre Malertechnik desklassischen Alterthnms u. des Mittelalters u. s. f.von Knierim, Lpz. 1845. Schasler.
Harzöl, das bei der Destillation von Harz ge-wonnene, in rohem Zustande dunkle, starkriechende,sauer reagirende Öl. Es wird durch Kali- oderNatronlauge mit nachherigem Abfitzenlassen undFiltriren durch Baumwolle u. Holzkohlenklein, zu-weilen auch durch nochmalige Destillation gereinigt,ist dann wasserhell u. nicht mehr sauer. Es dientzum Auflösen verschiedener Harze, des Kaut-schuks rc.; das rohe auch zum Bestreichen vonSchiffswänden, als Bindemittel für Farben aufKalkwänden rc. Es besteht aus einem Gemengemehrerer Öle, von denen das Retinyl Eglkjz einedurchsichtige, bewegliche, bei 150" 6. siedendeFlüssigkeit speciell den Namen H. führt. J»»gck.
Harzrcifien (Harzscharren, Ausbrüchen), dieGewinnung deS Harzes der Nadelhölzer zur Dar-stellung von Pech, Terpentinöl, Kienruß u. a. InDeutschland wird hauptsächlich die Fichte, in denvsterr., schweizer, rc. Alpen auch die Schwarz-kieser, die Lärche (Vcnetianischer Terpentin),die Weißlanne (Straßburger Terpentin) u. dieLegföhre (Krnmmholzöl), in Frankreich die See-kiefer, in NAmerika die Balsamtanne (Canada-Balsam) aus Harz genutzt. Zur Gewinnung desFichtenharzes werden am unteren Baumstämmemehrere ca. 1 in lange, schmale Risse (Lachen,Lachten) in die Rinde gehauen, aus welchen dassich ansammelnde Harz von Zeit zu Zeit mit demHarzmesser (Harzscharre, Harzelsen) in die ausFichtenrinde gejertigten Harzmesten (trichter-förmige Gefäße) gekratzt wird. Das aus neuenLachten gewonnene, reinste und werthvollste Harzheißt gutes od. Bruchharz; ältere, wieder auf-gefrischte (ungezogene) Lachten liefern das Pick-harz; das am Stamme herabgeflossene, mitRindenstücken u. Erde verunreinigte Harz gering-ster Sorte heißt Flußharz u. wird hauptsächlichzum Kienrußbrennen verwendet. Das wenigerleicht verhärtende, an Terpentinöl reichere Harzder Schwarzkieser wird in schüsselsörmigen Ver-
Hasdrubal.
tiefungen (Grandeln), die man am unteren Stamm-ende einhaut, gesammelt und ausgeschöpft. DieLärchen werden bis ins Herz des Stammes an-gebohrt; das Bohrloch wird alsdann mit einemPfropfen verschlossen, der, später herausgenommen,das inzwischen angesammelte Harz ausftießen läßt.Kiefern u. Lärchen leiden unter der Harznutzungweniger als die übrigen Holzarten, namentlich dieFichte, bei welcher jene in der Regel Fäulniß,Verminderung des Holzwerthcs n. Zuwachsverlustherbeiführt. Wmimenauer i,.
Harzseifen (Faponss rosinosi) werden in Eng-land in des. großen Quantitäten dargestellt unddurch gleichzeitige Verseifung von Talg, Palmölu. Harz (oder besser Harzöl) mit ätzenden oderkohlensauern Alkalien dargestcllt. Sie sind wachs-gelb, sehr consistent, in Wasser leicht löslich. Manzerschlägt das Harz (Kolophon) in Stücke u. ver-seift es mit dem Drei- bis Pierfachen Gewicht anTalg u.einerMischung von Ätzkali od.Natron. Wäh-rend des Verseifens muß man gut umrühren, bisdas Harz ganz verseift u. ansgelöst ist. Nach demGarsieden zieht man die Unterlauge ab, kocht denSeifenleim abermals in einem Kessel mit Laugevon 7—8" Beaume u. reinigt ihn auf dieselbe Artwie weiße Seife. Verseift man Kolophon ohneTalg, so hat die Seife keine Consistenz. Ein Zu-satz von wenig Palmöl (H—^ des Harzes) ver-bessert Farbe und Geruch der H. Eine Art von
H. wird auch in der Papierfabrikation zum Lei-men des Papierzeuges verwendet. Siber.
Usssrck (fr.), Ungefähr, Zufall, Glück, Gefahr;daher Hasardiren, auf den Zufall ankommenlassen, wagen; Hasardspiele, Spiele, bei wel-chen es nur ans den Zufall ankommt, nicht aufdie Geschicklichkeit der Spielenden. Wer aus Glück-spielen (Hasardspielen) ein Gewerbe macht, wirdnach dem D. R.-St.-G. mit Gefängniß bis zn2 Jahren bestraft, woneben auch auf Geldstrafevon 100—2000 Thlr., sowie ans Verlust der bür-gerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann. Aus-länder können deshalb aus dem Landesgebiete aus-gcwiesen werden. Den Inhaber eines öffentlichenVersammlungsortes, welcher Glücksspiele daselbstgestattet, oder zur Verheimlichung derselben mit-wirkt, trifft eine Geldstrafe bis zu 500 Thlr. Seit31. Dec. 1872 sind durch Bundesgesetz vom 1.Juli 1869 (dann im Reiche eingeführt) alle vomStaate concessionirten Spielbanken geschlossen. InFrankreich sind alle öffentlichen Spielhäuser seit
I. Jan. 1839 aufgehoben.
Hasbea (Hasbeia), Stadt am Hasbani, in einemfruchtbaren Thale des Antilibanon, Syrien, Sitzeines Emirs und hat 5—6000 Ew., darunter4000 Christen und Drusen. In der Nähe sindreiche Asphaltgruben u. eine Menge Tempelruinen.
Hasbengau (Hesbaye), außerordentlich srucht-bare Landschaft in der belg. Pro». Lüttich, amlinken User der Maas. Hauptort ist Warem.
Hascan Bcba, Ordensvorsteher der türkischenDerwische.
Haschisch (Hadschisch, persisch), opiumähnlicherExtractivstoff aus den Blättern des Hanfes, s.Oannadm. Daher Haschischin, s. Assassinen.
Hasdrübnl (gr. >toü5nft4a5), häufiger karthag-ischer Name. Bemerkenswerth: 1) H., Sohn Hau-