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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Harzburg. 41

mit den Quellen mehrerer Flüsse). Die südlichdavon ». südöstlich vom Ackerfelde gelegene reizendeGebirgslandschaft von Andreasberg, die von mehre-ren Flnßthälern durchschnitten wird, hat als HöchstsPunkte den Rehberg (881 in), den Sonnenberg(822 m) u. den Rabensberg (754 in) mit herr-licher Aussicht. Zwischen den Quellen der Ekeru. Ilse (Weser) u. Holzemme u. Bode (Elbe) er-hebt sich das Brockengebirge, dessen höchster Bergder 1143 in hohe Brocken (s. d.) ist. Anderebedeutende Berge sind: die Heinrichshöhe (1037m), der Große u. der Kleine Königsberg (1029u. 1027 in), der Große u. Kleine Winterberg(920 u. 871 m), der Wormberg (970 m), dieAchtermannshöhe (928 in), der Reckenberg u. dieHohneklippen (906 in) rc. Der Unterharz bestehtaus den beiden Plateaux von Elbingerode undHarzgerode. Jenes, südöstl. vomBrockengebirge, hateine mittlere Höhe von 470 m, trägt keine nennens-werthen Gipfel, wird aber vom Bodethal mit derBaumanns- u. Bielshöhle durchschnitten. Im O.u. SO. wird es von dem Ramberg mit der Roß-trappe (461 rn), dem Hexentanzplatz (454 in) u.der Victorshöhe (537 m) u. dem Auerberg (570 m)begrenzt. Das Plateau von Harzgerode, das densüdöstl. Theil des eigentlichen Harzes umfaßt, dachtsich von 400 ans 220 in ab u. besitzt das Thalder Selke mit Alexisbad, dem Mägdesprung unddem Falkenstein. Ans seinem NRande erhebensich der Stubenberg, sowie der Schloß- n. Ziegen-berg u. in seinem südlichen Theile der Wachberg.Die höchsten bewohnten Orte sind Andreasbergin 591 m, das Dorf Hohegeiß in 605 m u. dieStadt Klausthal in 603 m Höhe. Die östlichentspringenden Flüsse (Zorge, Wipper, Eine, Selke,Bode, Holzemme) gehören zum Elbegebiet, diewestlichen (Oder, Siebe, Söse, Nette, Innerste,Ocker, Eker, Ilse) zum Wesergebiet. Der innereBau des H-es ist ziemlich einfach; er besteht seinerHauptmasse nach aus Thonschiefer, Übergangs-kalk u. Grauwacke, welche von Grünstem in seinenverschiedenen Arten, von granitischem Gestein (bes.um den Brocken), Porphyr rc. durchbrochen ist.Außerordentlich reich ist der H. an Erzen, nämlichan Silber, Gold, Eisen, Blei, Kupfer rc., u. stehtan Mineralreichthum in Deutschland nur dem Erz-gebirge nach. Außerdem bricht man auch Marmor,Granit, Alabaster rc., u. am östlichen Fuße be-finden sich ergiebige Salzquellen. Der H. hatreiche Waldungen, Nadel- u. Laubholz (auf demOberharz wiegt das Nadelholz, auf dem Unter-harz das Laubholz vor); darin viel Wild, alsHirsche, Rehe, Schweine, Luchse, Füchse, wildeKatzen; ferner zahlreiche ofstcinelle Pflanzen, Is-ländisches Moos, verschiedene Waldbeeren undTrüffeln. Die Bewohner des H-es gehören ver-schiedenen Stämmen an: dem ober- und nieder-sächsischen, dem fränkischen u. thüringischen. DerBergbau, seit dem 10. Jahrh. durch fränkischeBergleute eröffnet u. jetzt zu den wichtigsten inDeutschland zählend, bildet die Hauptbeschäftig-ung der Bewohner; außerdem bildet die Holz-wirthschaft einen wichtigen Nahrnngszwcig, sowieauch vie Viehzucht u. (namentlich auf dem Unter-harz) der Ackerbau. Wichtige Nebenbeschäftigungensind noch das Einsammeln von Waldbeeren, Holz-

schnitzerei, Zimmerarbeit, Spitzenklöppelei, Vogel-fang u. Zucht von Kanarienvögeln. Die schönstenThäler des H-es sind das Selkethal, Bodethal,Jlsethal; andere sehenswerthe Punkte sind außerdem Brocken der Stauffenberg mit den Ruinender Burg Heinrichs I., die Teufelsmühle, dieRoßtrappe, der Mägdesprung, Schloß Falkenstein,Alexisbad, Victorshöhle, Stubenberg, die Bau-manns- n. Bielshöhle, die Kelle, das Einhorn- u.Weingartenloch rc. Die Anmuth u. die Großartigkeitder Natur in den Schluchten, Thälern n. Bergenzieht alljährlich viele Fremde, für deren Fortkommendurch gute Wege nach allen Orten, sowie auch fürbequeme Gasthäuser gesorgt ist, in das sagenreicheGebirge, das gegenwärtig bereits von Eisenbahnenganz umschlungen u. z. Th. durchzogen ist. Vgl.Zimmermann, Das Harzgebirge, Darmst. 1834,2 Bde.; I. Fr. L. Hausmann, Über die Bildungdes Harzgebirges, Gött. 1842z Gottschalk, Taschen-buch für Reisende in den H., Maadeb., 5. Ausl.1843; Brederlow, Der H., zur Belehrung undUnterhaltung für Harzreisende, Braunschw., 2. A.1851; W. Lschmann, Nivellement des Harzge-birges, ebd. 1851; Wegweiser im H. und dessenUmgegend (Griebens Reisebibliothek 2.), 5. Aust.,Bert. 1857; Spieker, Der H., seine Ruinen undSagen, Berl., 2. Aust. 1857; Jacobs, Der Brockenu. sein Gebiet, Wernig. 1870; Gcoddeck, Abrißder Geognosie des Harzes, Klausthal 1871; Hampe,Plora Rsro/iiiea, Halle 1873; Jacobs, Zeitschriftdes Harzvereins, 9.Jahrg., Wernig. 1876; fernerReisehandbücher von Meyer, Grieben, Prediger rc.Vom H. hatte 2) ein Departement im ehemaligenKönigreich Westfalen den Namen Harz- (u. Leine-)Departement; es begriff einen Theil von Grnben-hagen. das Eichsfeld, Walkenried, Mühlhausen,Nordhausen, Stücke von Niederhessen u. Blanken-burg, umfaßte 4072 Hjlcm (14 ffZM) u. hattezur Hauptstadt Heiligenstadt. 3) Sonst Theil desehemaligen hannöverschen Fürstenthnms Gruben-hagcn, begriff den hannöverschen Oberharz n. denCommnnionunterharz, genoß verschiedene Frei-heiten, gab keine Abgaben, doch den Überschußdes Forst- u. Bergbauertrages. Der Oberharz(Einseitiger H.) bildete die frühere hannöverscheBerghauptmannschaft Klausthal. Der Communion-harz gehörte Hannover u. Braunschweig gemein-schaftlich, wurde auch gemeinschaftlich unter wech-selndem Directorinm verwaltet u. ist reich an er-giebigen Bergwerken, die reichliche Ausbeute geben.Zu ihm gehören der Rammelsberg, der Jberg,die Eisengruben am Schweinsrücken bei Klingen-Hagen u. im Gegenthal bei Seesen, die Eisenhüttevon Gittelde u. die Saline Jnliushall. Vom jähr-lichen Reinertrag erhielt Hannover und späterPreußen § u, Braunschweig i). Laut einer 1874getroffenen Übereinkunft zwischen Preußen undBraunschweig hat letzterer Staat seine ehemaligenHoheitsrechte im Gebiete des Commnnionharzesaufgegeben. H- Berns.

Harzburg, Burgruine unweit Neustadt-Harz-burg im braunschweig. Kreise Wolfenbüttel, aufdem Burgberge an der Randau, mit herrlicherAussicht. Die Burg H. wurde zwischen 1065 u.1069 vvu Heinrich IV. zur Unterjochung derSachsen erbaut. 1074 wurde er, der gern auf