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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
40
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Harvard College — Harz.

in Rom Weissager, welche sich mit der Schau derEingeweide der Opferthiere (s. LxtisMium undLuxuriain), Deutung u. Procuration der Prodi-gien u. Bestattung von Blitzen beschäftigten; siewaren etruskischer Abstammung (vgl. EtruskischeMythologie), anfangs wurden stets H. aus eineretruskischen Stadt geholt; später ließen sich derenin Rom nieder, wo sie bes. im Velabrum ihrenSitz hatten, u. zwar den römischen Auguren nichtgleichgeachtet wurden, aber doch in Ehren standen.Zur Zeit der Republik bildeten sie kein besonderesPriestercollegium; erst Kaiser Claudius errichteteein solches, welches aus 60 Mitgliedern mit einemUaxioter xubiious an der Spitze bestand u. mitLen übrigen Priesterständen gleiche Würde theilte;es ging 419 n. Chr. wieder ein. Außer denöffentlich autorisirten gab es auch deren, welcheim Stillen den Leuten wahrsagten. Die Wissen-schaft der H. (RaruZpioins.) waren in bestimmtenBüchern (Harnspiorui libri) enthalten.

Harvard College, s. u. Cambridge 3.

Harvestehude, Ortschaft im Geestlande desGebietes der freien u. Hansestadt Hamburg, ander Außenalster; schöne Landsitze, einst Lieblings-aufenthalt des Dichters Hagedorn; (1875) 4329(1871) 5265 Ew.

Harvest, 1) William, berühmter Arzt,geb. 2. April 1578 zu Folkestone in der englischenGrafschaft Kent, studirte Medicin, reiste dann inFrankreich, Deutschland und Italien, hielt sichlängere Zeit als Schüler des Fabricius ab Aqua-pendente in Padua auf, ließ sich dann in Londonnieder, trat 1604 in das Collegium der Ärzteein und wurde Arzt am St. Bartholomäus-Hospitale. 1613 erklärte er in seinen Vorlesungenzum ersten Male seine neue Lehre vom Blut-laufe, die erst 1628 durch den Druck veröffent-licht wurde. 1615 wurde er Lehrer der Anatomieu. Chirurgie am Londoner Collegium der Ärzte,1632 Leibarzt Karls I. u. starb 3. Juni 1657.Durch ihn wurde die iatromathematische Schulebegründet. Seine neue Lehre vom Blutlauf hater 1628 in dem unsterblichen Werke: lüxsroitatioanatomiea sie motu corüiv et savAuinis in aui-malibus, Franks. 1628, Leyden 1639 veröffentlicht.In feiner Schrift: Vs gsnsrations nuiinaiium,Lond. 1651 u. ö., zuletzt Haag 1680, sprach erden Satz aus, daß alles Lebende von seinesGleichen stamme (omns vivum ex ovo). BeideSchriften vereint erschienen Leyden 1737, 2Bde.Gesammelte Schriften gab Lawrence, 1766, 2 Bde.,heraus. Leider wurden bei einer Plünderung seinesHauses während des Bürgerkrieges eine Mengewerthvoller Manuskripte verbrannt, worunternamentlich die über die Generation der Insekten.8 ) William, geistvoller engl. Illustrator, geb.zu Newcastle 1796, gest. zu Prospect Lodge(Richmond) 13. Jan. 1866, Schüler Bewicks, desNeubegründers des Formschnittes, ging 1817 nachLondon zu Haydon, malte dort in Oel, wendetesich aber vorzugsweise der Bücherillnstration zuund fertigte mit gewandter Hand und leichter Er-findungsgabe zahllose Holzzeichnungen. Am be-kanntesten wurde H. durch Knights kioborialLdakesxoare, am besten zu schätzen aus seinenoriginellen u. höchst charakteristischen Zeichnungen

zu Laues Bearbeitung von 1001 Nacht (LrabiauuiAÜts). i> Thamhaqn. L) Regnet.

Harwich, Seestadt in der engl. Grafschaft Essex;an der Spitze einer Landzunge zwischen den Münd-ungen des Stour u. des Orwell (beide oberhalbder Stadt schiffbar), Eisenbahnstation, Fabrikationvon römischem Cement, Fossilien-Dünger (6s.xro-Uts), Schiffbau, Schifffahrt, Handel, stark befestig-ter Hafen, Seebäder; 6079 Ew. — Werth derEinfuhr 1874 3 Mill. Psd. Sterl., derjenige derAusfuhr 2,» Mill. Pfd. Sterl. Über H. u. Rotter-dam od. Antwerpen vermittelt sich einer der Wegezwischen London u. dem Continent. Bei H. das BadDovercourt mit Mineralquelle u. Kurhaus.

Harz, 1) (Harzgebirge) das nördlichste Gebirgein Deutschland, welches im Längendurchschnitt vonNW. nach SO. von Seesen bis Hettstädt etwa90 Icm (12 M), im größten Ouerdurchschnitt vonBlankenburg bis Walkenried 30 icm (4 M) mißtu. sich über einen Mchenraum von 2045(37,,, ÜÜM) erstreckt, wovon 738,z jUicm (13,«,UM) auf Braunschweig, 682,, sülcm (12,«« fssssM)auf die preuß. Provinz Hannover, 496,, lULm(9,0, UM) aus die preuß. Provinz Sachsen und126,g s^jkni (2,g s^M) auf Anhalt kommen. Dieüber die angegebenen Grenzen im S. u. W. hin-ausreichenden Höhen werden Vorharz genannt.Das Hauptgebirge ist ein scharf umrissenes'Massen-gebirge mit plateauartiger Oberfläche, die sich vonNW. nach SO. erheblich senkt, so daß der äußerstesüdöstliche Gebirgsrand (220 m) nicht viel mehrals ein Drittel der Höhe des nordwestl. Randes(600 m) erreicht. Der Abfall desselben ist im N.am steilsten, wo es mit seinen höchsten Theilenunmittelbar aus der Tiefebene aufsteigt (bei Gos-lar erhebt sich der Rammelsberg etwa 300 inaus der vorliegenden Tiefebene); auch im W.ällt es zum Thal von Seesen gleichfalls sehr be-deutend ab, während im O. und S. die Abfälleweniger steil sind. Die plateauartige Oberflächewird von einzelnen tiefen Thälern durchschnitten,und über dieselbe erheben sich Berge mit meistsphärischen Kuppen. Durch das Brockengebirgewird der H. in den Ober- u. Unterharz getheilt;jener umfaßt den nordwestlichen höheren, dieser(der Unterharz) den südöstlichen niederen Theildes Gebirges. Den nordwestl. Theil des Ober-harzes bildet das Plateau von Klausthal, an dasich im O. das Brockengebirge u. im SO. dieGebirgslandschaft von Andreasberg anschließt.Jenes Plateau hat einen einförmigen Charakterund eine mittlere Höhe von 560 m. Auf derNSeite desselben erhebt sich ein kleiner Rücken mitdem Rammelsberg (634 in), Dicken Kopf (662in), Schalke (766 m) u. Bocksberg (726 in).Vom Kern des Plateaus wird durch die Innersteder westl. Theil des H. mit der Spielmannshöhe(607 in), der Großen Wülpke (620 in), demEipelberg (600 in) rc. abgeschnitten. Im SO.wird es von einem von NO. nach SW. streichen-den Rücken begrenzt, dessen nordöstlicher TheilBruchberg (mit Wolfswarte 918 m) und dessen'üdwestlicher Theil Ackerberg (832 m, mit derHanskühnenburg) genannt wird. Zwischen demBrnchberg und dem Brockengebirge bildet dasBrockenfeld eine ti-k- Einsenkung (ein Torfmoor