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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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35
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Harting — Hartleibigkeit. 35

Lehrbuch für Jäger rc., 1810 (jenes in 8. u. 9.Aufl. 1846 u. 1851, dieses in 6.-9. Anfl. 1844bis 1865 von Th. Hartig heransgegeben); DieForstwissenschaft nach allen ihren Theilen rc., 1830.

2) Theodor, Sohn des Vor., gleichfalls ausge-zeichneter Forstmann, geb. 21. Febr. 1805 zuDillenburg, studirte in Berlin: wurde hier nachmehrjähriger praktischer Beschäftigung 1831 Docentder Forstwissenschaft u. ist seit 1835 Professor amCarolinum zu Braunschweig, seit 1838 zugleichherzogl. Forstrath. Schriften: Vollständige Natur-geschichte der forstlichen Culturpslauzen Deutsch-lands, 1840; Pflanzenkunde in ihrer Anwendungauf Forstwissenschaft, als erster Theil des Lehrbuchssür Förster (s. oben u. 1), 1851; Die AderslllglerDeutschlands, 1837; Jahresbericht über die Fort-schritte der Forstwissenschaft rc., 1836/37, u. a. m.

3) Robert Heinrich Julius, ebenfalls nam-

hafter Forstmann, Sohn des Vor., geb. 30. Mai1839 zu Brauuschweig, studirte daselbst Forst-wissenschaft, daun in Berlin Naturwissenschaften,Cameral- und Rechtswissenschaft, trat 1865 inbraunschweigischen Staatsdienst, nahm aber baldwieder seinen Abschied, trat an der Forstakaüemiezu Neustadt-Eberswalde als Lehrer ein, wurdeDocent der Botanik u. Zoologie u. 1871 Professorder Botanik. Er schrieb: Über Wachsthumsgangu. Ertrag der Rolhbuche, Eiche rc., Stnttg. 1865;Rentabilität der Fichtenholz- u. Buchenholzwirth-schast im Harze, ebd. 1868; Krankheiten der Wald-bäume, Berl. 1874; Das spec. frische u. Trocken-gewicht des Fichtenholzes, ebd. 1874; Die durchPilze erzeugten Krankheiten der Waldbäume, 1.u. 2. Aust., Breslau 1875; Zahlreiche Abhand-lungen in forstlichen und botanischen Zeit-schriften. 1> 2 ) Wimmeiwucc L. 3; r.

Harting, Pieter, bedeutender holländ. Mikco-skopiker u. Botaniker, geb. 1812 zu Rotterdam;studirte Medicin u. war von 1835—41prakt. Arztzu Ondewaler, dann Professor der Chemie undBotanik am Athenäum zu Franeker, 1843 Professorder Pslauzenphysiologie, Geologie, Paläontologie rc.zu Utrecht, 1855 wurde er Director des natur-historischen Museums daselbst. Seine zahlreichenSchriften behandeln meist mikroskopische u. pflanzcn-physiologijche Untersuchungen. Besonders bemer-kenswertst sind: Lz'ckr. tot cks FeLcbrsäsnis äsrLlilcrosleoopön in cms Vsckorl., Utr. 1846; Lla^tvan Irst llksrno, ebd. 1849, deutsch von Schwarz -kopf, Lpz. 1851; Heb NUcrosleoop sto, 3 Thle.,Utr. 1848—50; Vs voorrvorläolz-ics 8clroppiv^vu,Tiel 1857; Msurvots vvrbsbsrinMn van bstLlrllrosleoop, ebd. 1858. Auch gab er mit Lubachund Cogemann die Zeitschrift LIbum cksr Platuurheraus, die von Martin als Skizzen aus derNatur, Lpz. 1854, ins Deutsche übersetzt wurden.Zahlreiche Abhandlungen in verschiedenen holländ.Fachzeitschriften. r.

Hartington, Spencer Compton Caven-dish, Marquis v., brit. Staatsmann u. Poli-tiker, ältester überlebender Sohn Wilhelms, siebentenHerzogs von Devoushire, geb. 23. Juli 1833;ward iin Trinity-College zu Cambridge ausgebil-det, wo er sich 1854 den Grad eines Baccalaureusu. 1862 den eines Doctors der Rechte erwarb.1856 begleitete er den Grasen Granville auf seiner

besonderen Mission nach Petersburg, ward imMärz 1857 im liberalen Interesse von Nord-Lancashire ins Unterhaus gewählt u. machte sich1859 in weiteren Kreisen durch seine Beantrag-ung eines, auch vom Unterhause angenommenen,Mißtrauensvotums gegen das Ministerium Derbyeinen Namen. Im März 1863 ward er zumLord der Admiralität ernannt, vertauschte diesAmt aber im April bereits mit dem eines Unter-staatssecretärs im Kriegsministerium. Bei derNeubildung der zweiten Russelschen Verwaltungim Febr. 1866 ward H. Kriegsminister und tratim Juli dess. I. mit seinen College» vom Amtezurück. Bei den allgemeinen Wahlen im Decbr.1868 verlor er seinen bisherigen Parlamentssitz,ward aber gleich darauf von den Radnor Fleckengewählt, nachdem er zuvor im Gladstoneschen Ca-binet den Posten eines Generalpostmeislers em-pfangen halte. Dieses Amt verwaltete er bisJan. 1871, wo er Chichester Fortescue als ersterSecretär sür Irland ersetzte. Beim Rücktritt derGladstoneschen Verwaltung im Febr. 1874 legteauch H. sein Amt nieder. Als sich Gladstone kurzvor Eröffnung der Parlameutssession von 1875von der Führerschaft der liberalen Partei zurück-zog, ward H. von einer Versammlung der hervor-ragendsten Glieder der genannten Partei auf diesenwichtigen politischen Posten berufen, auf dem er-sieh bis jetzt durch seinen großen Takt und seinekluge Mäßigung auszeichnet. Bartling.

Hartknoch, Christoph, Historiker, geb. 1644in Jablonka u. st. 1687 in Thorn als Professoram Gymnasium. Er schrieb: Preußische Kirchen-historie, Lpz. 1686; Altes n. neues Preußen, ebd.1684; Vs oriAmibus vomoranicis. ebd. 1673 ;Vs repnbl. volouias, ebd. 1678; vissortat-ionezbist,, äs variis robns prussiois, Frkf. 1679; u.gab heraus Peters von Duisburg Vtrronieon vo-russiav, ebd. 1679; daun dessen visssrb. äs IInA.vskor. vruss.

Hartleibigkeit, Stuhlverstopsuug (obstructioalvi), die länger als 1—2 Tage erfolgende Zurück-haltung der Kothmasscn im Darme. Dieselbeist entweder nur ausnahmsweise einmal, kurzeZeit vorhanden (acute H.), oder eine Person leidetloriwährend an ihr (habituelle H.). Die acuteH. beobachtet man bei fieberhasten Leiden, beistarkem Schwitzen, nach dem Genüsse schwer ver-daulicher Nahrungsmittel (Klöße, Hlllsenjrüchte,Kartoffeln) oder znsammeuziehenderGetränke(Roth-weiu, schwarzer Thee), bei Einklemmung des Darmsin Brüchen, bei Lageumänderungen (Drehungen,Knickungen, Einschiebungen) des Darms u. ist jenach der vorhandenen klrsache ein leicht oderschwer zu beseitigendes Übel. Die habituelle H.kann bedingt sein durch eine lähmungsartigeSchwäche der Darmmuskulatnr u. ist diese Ursachevorhanden bei manchen Gehirnkrankheiten, nach er-schöpfenden Krankheiten, bei lebensschwachen Kin-dern u. Greisen, bei Bleichsüchtigen; oder sie istbedingt durch abnorme Körperhaltung, durch sitzendeLebensweise (z. B. bei Schreibern u. Gelehrten),oder durch Druck von Geschwülsten auf den Darm(bei Eierstocksgeschwlllsten, bei Geschwülsten derGebärmutter, des Netzes (auch die Schwanger-schaft zählt hierher)) ober durch den Darm ein-