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Hartflosser
Kohlenstoffgehalt (ca. 5 "/») und einen Mangan-gehalt von 4—12, zuweilen bis 20 V».
Hartflosser, so v. w. Stachelflosser, s. Fische.
Hartford, 1) County im nordamerik. Unions-staate Connecticut unter 41—42" n. Br. u. 72"w. L.; 109,107 Ew.; C-sitz: H. 2) Hauptstadtdarin, am Connecticutfluß, der hier schiffbar wird,schön gebaut mit zahlreichen Eisenbahnverbind»ungen, lebhafte Handels- und Fabrikbetriebsam-keit (Eisenbahnmaterial, Coltsche Wafsensabrik rc.);Staatenhaus, Nathhaus, Gerichtshalle; Bi-schofssitz, Trinity-College (unter Leitung der Epi-skopalen, 1823 gegründet, mit Bibliothek), Wads-worth Athenäum (zugleich Sitz der ConnsetientRivtorieal Looietz-), Theolog. Seminar, Taub-stummeninstitut, Irrenanstalt rc.; 37,180 Ew. —H. gegenüber East-H., mit demselben durch einegedeckte Brücke verbunden. H. ist eine der ältestenAnsiedelungen des Staates, wurde 1635 durchenglische Colonisten aus Massachusetts angelegt,nachdem die Holländer bereits 1633 dort ein Forterrichtet hatten; 1784 wurde es als City incor-porirt. Schroot.
Hartgras, so v. w. Lcksroeliloa.
Hartgummi (hornisirtes Kautschuk, Ebonit),ist ein mit einer sehr bedeutenden Menge Schwefel(30—60°/«) vulkanisirtes, in der Regel aber miteiner großen Menge fremder Substanzen gemengtesKautschuk. Es wurde von Hancock entdeckt u. vonGoudyear zuerst im Großen dargestellt. SeineFabrikation ist wie die des vulkauisirten Kaut-schuks, nur mit erhöhtem Schwefelzusatz. Mitzunehmendem Schwefelgehalt nimmt seine Härtezu, seine Elasticität ab. Zusatz von Schellack od.Guttapercha vermehren seine Härte u. seine Elasti-cität. Außerdem aber werden theils der Färbung,des. aber des vermehrten Gewichts (d. h. der Billig-keit) wegen Schwerspath, Gips, Magnesia, Thon,Schwefelantimon-Blei u. «Zink, Steinkohlentheer-asphalt, erdige Farbstoffe rc. bis zu 80"/o der Ge-sammtmenge zugesetzt. Das H. läßt sich bei derFabrikation in beliebige Formen pressen, nimmteine sehr gute Politur an u. wird durch warmesWasser nicht verändert (wie Horn rc.). Es wirddeshalb zu den mannigfaltigsten Gegenständenals: Kämmen, Schirm- u. Stockgriffen, Spazier-stöcken, Mcsserhesten rc., vorzüglich aber zu Schmuck-fachen aller Art, bes. Brochen, Armringen, Kettenu. Knöpfen rc. verarbeitet; mit viel feinem Sandoder Schmirgel gemischt, macht mau in neuesterZeit Schleifsteine u. Polirscheiben daraus. Außer-dem dient es seiner vorzüglichen akustischen Eigen-schaften wegen zu Blasinstrumenten u. Hörröhren,u. als Nichtleiter der Elektricität u. als vorzüg-licher negativer Erzeuger derselben findet es inder Physik vielfache Anwendung. Auffallend istauch seine starke Ausdehnung in der Wärme.Von Ozon wird es übrigens stark angegriffen u.verliert dann seine Jsolationsfähigkeit sehr. DurchAbreiben mit gebrannter u. kohlensaurer Magnesiau. Policen mit einem trockenen wollenen (od. bessermit Schwefelkohlenstoff befeuchteten) Lappen läßt siesich aber völlig u. leicht wiederherstellen. Jungck.
Hartguß, 1) Legirung von Kupfer u. Zinn,welche harter als die Bronze od. das Geschützmetallist u. von der Artillerie zur Herstellung einzelner
— Hartig.
Gegenstände verwendet wird. 2) (Schalenzuß)Gießen gußeiserner Gegenstände in gußeisernen 'mit Theer oder Graphit überstrichenen Formen "(Schalen, Kapseln); die Hartgußstücke erhalten ^
durch die schnelle Abkühlung (Abschrecken) in der rgutleitenden Form große Härte u. Sprödigkeit auf ^der Oberfläche, welche sich oft tief ins Innere er- östreckt. Je nachdem das Gußstück eine größere ^
oder geringere Härte erhalten soll, kühlt man die ^
Formen ab oder erwärmt sie. Der H. wird bes. ^zu Hartwalzen verwendet. Siber. «
Hartgußgranate, s. u. Munition. ^
Hartha, Stadt in der Amtshauptmannschaft §
Döbeln der kgl. sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig; ^
Wollenspinnerei, Weberei, Filzwaarensabrikation, "
Stuhlbauerei, Gneißbrüche; (1875) 3049 Ew. s
Hartheu, die Pflanzengatt. L^psrieuw. ^
Harthörigkeit(Schwerhörigkeit),niederer Grad s
der Taubheit. ^
Hartig, ein katholisches, anfänglich in Schlesien . vu. der Lausitz, jetzt in Böhmen u. Niederösterreich ^
angesessenes u. vormals in drei, jetzt nur noch in ^einer Linie blühendes Geschlecht, wurde 1586 ge- ^adelt, 1668 in den Reichsritterstand, 1700 in den ^böhmischen u. 1707 in Len Reichssreihcrrenstand, "1732 in den böhmischen u. 1734 in den Reichs- Agrafenstand erhoben, erhielt auch 1847 das sieben- ^bürgijche Jndigenat. Ihm entstammt Gras ^
Edmund v. H., hervorragender österi. Staats- ^manu, Sohn des 1865 verstorbenen Staats- u. tConserenzministers Grasen Franz v. H., geb. 2. 1
Nov. 1812 in Wien, widmete sich der diplomal- ^ischen Laufbahn u. vertrat von 1846—59 Oster- g
reich als Gesandter in Kassel, Kopenhagen und "
München. Seit 1861 Vertreter des böhmischen "Großgrundbesitzes im böhmischen Landtage u. dannim Abgeordnetenhaus, vertrat er dort nachdrück- ''lichst die Schmcrlingsche Politik. Als Belcredi ,,
ans Ruder kam, legte er sein Mandat nieder, umerst nach dessen Sturz 1867 wieder in den böhm. 'Landtag zu treten. Im selben Jahre wurde er ^Oberstlandmarschall von Böhmen u. lebensläng- l?
liches Mitglied des Herrenhauses. "
Hartig, 1) Georg Ludwig, berühmter Forst- Amann, geb. 2. Sep't. 1764 zu Gladenbach im 7Kreise Biedenkopf, studirie nach bestandener Jäger- ^lehre 1781—83 in Gießen; wurde 1786 fürstlich ^Solms-Braunselsscher Forstmeister zu Hungen inder Wetterau, 1797 naffauischer Landjorstmeisterin Dillenburg, 1806 Oberforstrath in Stuttgart, >1811 k. preußischer Staatsrath u. Oberlandforst- ^meister zu Berlin, wo er zugleich forstwisfenfchast« ^tiche Vorlesungen an der Universität hielt und 2. 7
Febr. 1837 starb. Auch in seinen früheren Stell-ungen hatte H. stets nebenher jungen Leuten Un- ,terricht im Forstwesen erlheilt; seine in Hungen »gegründete, später nach Dillenburg u. Stuttgart -verpflanzte Forstschule genoß großen Ruf. Ebensowie als Lehrer hat sich H. auch in Wissenschaft ^
u. Praxis, hier namentlich durch die Organisation -
der preußischen Forstverwaltuug, die größten Ver- ^
dienste erworben. Vgl. den Art. Forstwirthschafl. §
Von seinen zahlreichen Schriften sind die hervor- ^
ragendsten: Anweisung zur Holzzucht für Förster, >
1791, 7. Ausl. 1817; Grundsätze der Forstdirec- ^
tion, 1803 u. 13; Lehrbuch für Förster, 1808; ^