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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hartlepool -

schnürende Neste abgelaufener Entzündungen (z. B.des Bauchfells), durch narbige Berengungen desDarms nach Darmgeschwüren (in der Ruhr, imTyphus); oder sie kann bedingt sein durch krampf-hafte Zusammenziehungen des Darms (H. derhysterischen Frauenzimmer), endlich noch durch ab-norme Beschaffenheit der Verdauungssüfte (derGalle, des Magen- u. Darmsastes u. dergl. DieFolgen der H. bestehen zunächst in einer drücken-den Empfindung im Darme infolge der Ausdehn-ung desselben, in Erschwerung der Blutcirculationin Len Unterleibsgefäßen und sind daher Hämor-rhoidalknoten die unausbleiblichen Begleiter derhabituellen H., in Störungen der Berdauung(Appetitlosigkeit, Völle und Druck im Magen rc.);im Weiteren in Launenhaftigkeit, hypochondrischerStimmung, Schwindel, Herzklopfen, unruhigenSchlaf rc.; Erscheinungen, die meist durch die ge-störte Circulation hcrbeigesührt werden. Die Be-handlung richtet sich nach den Ursachen. An dergroßen Anzahl der letzteren sieht man, wie jederFall einer eingehenden Erwägung bedarf u. wiethöricht es ist, die H. nach einer Schablone zu be-handeln und das erste beste Abführungsmittel inAnwendung zn bringen. Jeder einzelne Fall mußnach seiner Eigenthümlichkeit aufgefaßt werden.Sehen wir ab von den Fällen, in welchen einemechanische Ursache (wie bei Darmeinschnürungen,Brüchen rc.) die Fortbewegung der Darmmassenbedingt u. in denen häufig nur das chirurgischeMesser Hilfe zu schassen inr Stande ist, so sind eszunächst am häufigsten die Kothanhäusnngen beiunzweckmäßiger Kost u. beim Fieber, welche einerBeseitigung bedürjen. Hier sind zunächst Abführ-mittel (Ricinusöl, St. Germainlhee, Wiener Trank,Bitterwasser) anzuwenden und dann die Diät zuordnen. Bei lähmungsartigenZuständendesDarmsverdient die Ilux vomies. in Verbindung mit Colmquinthen u. Aloe am meisten Vertrauen; die Diätsei bei diesen Formen von H. mehr anregend, bestehein etwas Wein, Braten, gewürzten Speisen; zweck-mäßig sind zugleich Abreibungen des Unterleibs mitkaltem Wasser, schwedische Heilgymnastik, Turnen.Huseland empfahl, zur bestimmten Stunde täglichzn Stuhle zu gehen, um Len Darm an Ordnungzu gewöhnen, Andere einen Trunk frischen Wassersbei nüchternem Magen am frühen Morgen. Inallen Fällen sind fleißige körperliche Bewegungennicht zu verabsäumen. Vergl. den Art. Hämor-rhoiden. Kunze.

Hartlepool, Stadt in der engl. GrasschaftDurham, aus einer Halbinsel nördlich von derMündung des Tees, Eisenbahnstation; Rathhaus,neue Markthalle, Spital für Seeleute, Handwerker-Institut, Steinkohlenhandel, Schifffahrt, Fischerei,Seebad, leicht zugänglicher u. durch einen Dammgeschützter Hasen, große Docks mit Schiffswerften;13,166 Ew. — 1874 besaß die Stadt 189 Schissevon 66,796 Tonnen und etwa 160 Fischerboote.Der Werth der Ein- u. Ausfuhr etwa je 2H- Will.Pfü. St. In der Nähe an der Meeresküste merk-würdige Höhlen. H- Berns.

Hartloth (Schlagloch), wird verwendet zumLöthen schwerflüssiger Metalle, wenn dieselben einehöhere Temperatur anszuhalten bestimmt sind, da-her ist rS selbst schwerflüssig. Es besteht z. B. aus

- Hartmaim.

Kupfer für Eisen; ferner je nach der gewünschtenStrengflüssigkeit aus Messing allein oder mit Zink-zusatz für Eisen, Stahl, Kupfer und Messing; auszinkreichem Argentan für Argentan u. feinere Stahl-arbeiten; aus Silber und Kupfer (zuweilen mitZink oder Messing) für Silber oder feinere Ar-beiten aus Messing, Kupfer, Stahl; aus Gold,Silber u. Kupfer für Gold u. feine Stahlwaarenaus reinstem Golde, auch neuerdings ans Platin-schwamm mit Leinöl vermischt zum Löthen derPlatingefäße. Jungs.

Hartmanganerz (Psilomelan, Schwarzman-ganerz), Mineral, in stalaktitischen, traubigen, ^röhren- od. nierensörmigen Massen, auch derb u. ;eingesprengt, selten stänglich, mit schaliger oderkörniger Zusammensetzung; Bruch flitchmuscheligbis eben, Härte 5—6, spec. Gew. 4„—4,^; eisen-schwarz, bläulichschwarz od. schwärzlichgrau, schim-mernd bis mattglänzend und undurchsichtig; imStrich bräunlichschwarz u. glänzend. Besteht ansMangansuperoxyd, Wasser und Kali oder Baryt.Das H. wird wie der Braunstein benutzt; eS findetsich auf Gängen mit Brauneisenstein, besondersbei Schneeberg, Johanngeorgcnstadt, Ilmenau,Schwarzenthal in Böhmen, Jassenitz in Mähren,inüngarn, Frankreich, Cornwall, Devonshiren.a.O.

Hartmann, 1) H. von Aue, mittelhochdeut-scher Epiker u. Lyriker, geb. um 1 1 70 in Schwaben,Dienstmann der Herren von Aue im Breisgau,trat einen Kreuzzug an, starb zwischen 1210 und1220. Über H-s dichterischen Charakter j. d. Art.Deutsche Nationalliteratur, S. 168. ChronologischeFolge seiner Werke: Erec, nach dem gleichnam-igen Werke des Chreiien de Troics 1192—93 ge-dichtet; 2 Büchlein (oder Liebesbriefe, das 2. nichtsicher von ihm); Gregorius, nach einer sranzösischeaQuelle; Der arme Heinrich, dem wahrscheinlicheine lateinische Sagenaufzeichnung z» Grunde liegt;Jwein, zu dem Chrciiens de Times OiwvaÜoräu klon das Material bot, u. der schon vor 1204bekannt sein mußte; Ausgaben des Erec von M.Haupt, Leipz. 1839, 2. Aust. 1871, Des Grego-rius von Greith im 8picile§. Vatican., Frauen-feld 1838, von Lachmann, Beil. 1838, von H.Paul, Halle 1873; Des armen Heinrich von denBrüdern Grimm, Berl. 1815, von W. Müller,mit Wörterbuch, Gütt. 1842, von Haupt (sammtden Büchlein), Leipz. 1842, von Lachmann in derAuswahl, von Wackernagel im Lesebuch u. Basel1355; Des Jwein von Benecke u. Lachmann» Berl.1827 (mit Beneckes Wörterbuch, Gött. 1833), 2.Aust., Berl. 1843, 3. Aust., daselbst 1868. Ge-sammtausgabe von FeLor Bech, in den deut-schen Classikern des Mittelalters, Bd. 4—6, Lpz.1867—69, 3 Bde., 2. Aust. 1870—73. Neu«hochdeutsche Übersetzungen: Des Erec von Fistes,Halle 1851; Des Jwein vom Grasen W. Bau-dissin, Berl. 1845; Des armen Heinrich von K°Simrock, Berl. 1830. Vgl. L. Schund, Stand,Heimath u. Geschlecht des Minnesängers H., Tüü.1874; Schrcyer, Untersuchungen über das Lebenu. die Dichtungen H-s v. A., Berl. 1874; 2 ) H.,der Arme, geistlicher Dichter des 12. Jahrh.,der Sprache nach ans Mitteldeutschland. EineAusgabe seiner gereimten, häufig mit Latein ver-mengten Rede vom Glauben hat Mcßmann in