Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

33

Härten —

desselben die beiden Söhne des Vor.:^ 2) Her-mann, geb. 27. April 1803, vr. zur.. als feinerKunstkenner, Erbauer des sog. Römischen Hauseswolbekannt, seit 1852 Secretär des Vereins derdeutschen Musikalienhändler; gest. 4. Aug. 1875in Leipzig; 3) Raymund, geb. 9. Juni 1810,Stadtältester, Vorsitzender der Leipziger Buch-händler, der die Firma z. Z. im Verein mitWilh. Volkmann u. Oskar Hase, Enkeln GottfriedChristoph H-s, leitet. Unter den Brüdern H.nahm der Mufikverlag einen neuen Aufschwung,namentlich durch die Originalausgaben von WerkenThalbergs, Mendelssohn», Schumanns, Chopins,in neuerer Zeit durch Veranstaltung kritischerGesammtausgaben der Werke Beethovens, Men-delssohns u. Mozarts, sowie einer billigen Volks-ausgabe der musikalischen Classikcr. Die Firmabeschäftigt gegen 400 Mann. 4) Robert, Bild-hauer der Gegenwart, geb. zn Weimar 1831;war erst Goldschmiedslehrling, wandte sich dannder Kunst zu, studirte in München, Dresden undBerlin, arbeitete an der Restauration der Wart-burg mit, wo er sich unter Schwind bildete, undwurde daun zu Dresden Hähnels Schüler. Werke:Schildknappe; Statue der Poesie (Eigenthum derGroßherzogin Sophie v. Sachsen-Weimar); Gro-ßer Fries (120 F. lang, 4 F. hoch); Hermanns-Schlacht mit Jugendleben der Germanen u. Auf-nähme der Helden in Walhalla; Bronzhschild mitdem Krieg; Leben Casars (cyklische Darstellung).5) Emil, talentvoller Maler, Bruder des Vor.,geb. 22. Sept. 1835, hat sich durch Zeichnungenund Illustrationen für große Blätter (Daheim,Jllustrirte Zeitung, Neue Blatt, Gartenlaube rc.)bekannt gemacht. Aufsehen in Kunstkreisen erreg-ten seine in Dresden u. bei Del Vecchio in Leipzigausgestellten Wartburg-Cartons, ferner ein Cyklusvon Elisabethbildern (Illustrationen zu Legendenvon der heil. Elisabeth), die Compositiouen Heitereu. ernste Musik, endlich die im Neuen Blatt, Jahrg.1874, erschienene Illustration zu einem GedichtConrad Beyers. Die neuerdings entstandene Com-posttion zu Beyers epischem Gedicht: Schwanen-sang hat den Dichter zum Zeugniß veranlaßt, daßihm sein Gedicht durch H-s Compositiouen erstdoppelt Werth geworden sei. 4> Regnet. 5) Beyer.

Härten, ein Metall hart machen; geschieht beiallen Metallen durch die Bearbeitung mit deinHammer od. längeres Walzen. Bei Eisen u. Stahlgeschieht es absichtlich, um ihm mehr Härte undElasticität zu geben, zugleich bekommt er dabei einfeineres Korn; es gehört dazu das Glühen, dasAblöschen und das Anlassen; s. unter Stahl.Härten von Gips, siehe Gips. Holz härtet mandurch schwaches Anbrennen oder Überstreichen mitWasserglas. JungS.

Hartenstein, Stadt in den SchönburgischenReceßherrschaften der königl. sächs.Kreishauptmann-schaft Zwickau; prachtvolles Schloß mit dem Schön-burger Familienarchiv, einer Kapelle u. schönemPark; Weberei, Strumpfwirkerei, Stickerei, Bier-brauerei; 1875 2609 Ew. — H. ist Geburtsortdes Dichters Paul Flemming. In der Nähe diePrinzenhöhle, in welcher Mosen u. Schönfels mitdem Prinzen Ernst sich 3 Tage versteckt hielten(s. Priuzenraub). H. gehörte früher mit derPierers Umversal-Conversations-rexikon. 6. Aufl. X. !

- Hartflvß.

gleichnamigen Grafschaft den Burggrafen zu Meißenals Neichslehcu. H. führte den Titel als Gras-schaft erst nach der Mitte des 13. Jahrh.; seitdemresidirten auch die Burggrafen in H. u. geselltenseit 1323 ihrem Titel dem als Grafen von H. bei.Als 1381 die Brüder Meiuher V. und Bertholddie burggräflich meißenische Besitzung theilten, fielH. dem Ersteren zu, welcher die HartensteinscheLinie der Burggrafen von Meißen gründete, u.wurde durch einen eigenen Vogt verwaltet. ImJahre 1406 wurde H. vom Burggrafen Heinrich I.an die von Schönburg verpfändet u. nicht wiedereingelöst. Diese verkauften 1559 die sog. Obere(Oberwäldische) Grafschast H. an Kurfürst Augustzu Sachsen, u. 1701 wurde auch ein Theil derNiederen Grafschaft abgetrennt zur Bildung derSchönburgischen Herrschaft Stein. Gegenwärtig sinddie Grafschaft H. u. die Herrschaft Stein ein ge-meinschaftlicher Besitz der Fürsten von Schönburg-Waldenburg u. Schönburg-H. H. Berns.

Hartenstein, Gustav, Philosoph, geb. 18.März 1808 in Plauen im Sächsischen Voigtlande;studirte in Leipzig Theologie n. Philosophie,, wurde1833 Privatdocent u. 1836 Professor der Philo-sophie in Leipzig, legte 1859 seine Professurnieder u. zog sich nach Jena in den Privatstandzurück. Seiner philosophischen Richtung nach ge-hört er zu der Herbartschen Schule. Er schrieb:Os ^rokrzckas ll'arsvtivi üaAmsvtis pkrilosopirieis,Lpz. 1833; Vs xkvlosoxirias ivstirocko IvAioasIsgibus acksbrivAsvcks, övibrrs von bsrurivarrcks,ebd. 1835; Die Probleme und Grundlehren derallgemeinen Metaphysik, ebd. 1836; Vs süriosss Sekcksisrmaelroro propositss kunckamsuto, ebd.1837, 2 Thle.; Über die neuesten Darstellungenu. Beurtheilungen der Herbartschen Philosophie,ebd. 1838; Vs pszwiroioZias vutgnris originsak> ^ristotsls roxstsucks, ebd. 1840; Die Grund-begriffe der ethischen Wissenschaften, ebd. 1844;Os rvabsrias spuck Vsidvibiurv votüovs eb sckmovackas rslatüons, ebd. 1846, mit 2 Supple-menten, 1856 u. 1857 (umgearbcitet u. erweitertu. a. Zeitschr.: Über Leitzniz' Lehre von dem Ver-hältniß der Monaden zur Körperwelt in d. hist.-philos. Abhandl.); Darstellungder Rechtsphilosophiedes Hugo Grotius, ebd. 1850; Vs votiouum zurizst civitatis, guas 8. Spinors et Mi. Lobbs»proponunt similituckins st äissimilituäins, 1856;lieber den wissenschaftlichen Werth der aristotelischenEthik, 1859; Lockes Lehre von der menschlichenErkenntniß in Vergleichung mit Leibniz' Kritikderselben, 1861; H-s Abhandlungen erschienen unterdem Titel: Historisch-philosophische Abhandlungen,Leipz. 1870. Außerdem gab er Kants Werke, ebd.1838 (10 Bde.) u. 1867 (8 Bde.) u. nach Her-barts Tode dessen kleinere philosophische Schriftenn.Abhandlungeu nebst dessen literarischem Nachlasse,Lpz. 1841 fs., 3 Bde., ebenso Herbarts sämmtlicheWerke, ebd. 1850 ff., 12 Bde., heraus. Schroot»

Härteskala, s. Härte.

Hartflost, 1 ) weißes Roheisen, hart u. spröd,leichter schmelzbar als das graue Roheisen; 2) einebes. zur Stahlbereitung verwendete Roheisensorte(Spiegeleisen), silberweiß und glänzend, beimSchmelzen am dickflüssigsten. Es besitzt von allenEisensorten den höchsten chemisch gebundenenBand. §