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Harnvergiftung des
welche die Harnausscheidung vermehren, entwederdadurch (indirect), daß sie bei Schwächeznständendie darniederliegende Ernährung, hauptsächlich denBlutkreislauf, heben u. den arteriellen Blutdruckvermehren (Fingerhut, Chinin in kleinen Dosen,alle anregenden, bitteren n. stärkenden Mittel), oderdadurch (direct), daß sie die Mutmaße vermehren(reichliches Trinken von Wasser, Limonaden rc.),oder die Ansscheidungsvorgänge in den Nieren er-leichtern (viele Salze, wie Kalium und Hukrrumaeotioum, Lmmvnium u. Intlrium ourboniouiurc.),oder durch Anregung der Nierenthätigkeit in einerbis jetzt noch wenig bekannten Weise (Kletten-wurzel, Wachholder, Hauhechel, Petersilie, Guajac-Holz, Sarsaparille, spanische Fliegen, Zeitlosen-wurzel, Meerzwiebel, Senega, Meerrettig, Ter-pentin, verschiedene Balsame rc.). E. Berns.
Harnvergiftung des Blutes (Urämie), einans schweren Nervenerscheinungen, bes. allgemeinenKrämpfen u. Betäubung, zusammengesetztes u. ansZurückhaltung von Harnbestandtheilen jeder Artim Blute beruhendes Krankheitsbild. Man beob-achtet die H. bei verschiedenen Krankheiten, welchedie Entleerung des Harns erschweren od. hindern.Die Entwickelung der Erscheinungen der H. erfolgtentweder plötzlich oder (jedoch seltener) allmählich.Die Kranken werden schläfrig, klagen über Kopf-schmerz, sind betäubt, bewußtlos, bekommen Sinnes-täuschungen u. Sehstörungen, bald partielle, baldallgemeine Krämpfe, Erbrechen (nicht selten Wasservon ammoniakalischem Geruch), Laxiren, die Haut-temperatnr ist erhöht, der Puls beschleunigt, ebensodie Athmnng, die Haut bisweilen von einem reif-artigen, aus Harnstoff bestehenden Überzug bedeckt.In Len meisten Fällen führt die Krankheit schonnach ein paar Tagen zum Tode, in seltenen Fällenfindet die Ausscheidung der giftigen Substanz ausdem Blute durch den Schweiß, Urin und Darmstatt, und es erfolgt Genesung. Die gegen H.empfohlenen Mittel geben nur geringe Aussichtauf guten Erfolg. Vgl. Bright, Lop. cck insck.cas., 1827; Frerichs, Die Brightsche Nierenkrank-heit, 1851; Rosenstein, Deutsche Zeitschrift sllrprakt. Med., 1874, Nr. 20; Bartels, VolkmannsSammO klin. Vortr., Nr. 25. Kunze.
Harnverhaltung, Verhinderung des Harn-abgangs, beruht entweder auf einem Krampfe derBlase oder auf einer Lähmung der Blase (s.Harnblasenkrankheiten), oder endlich ist die Harn-röhre durch Steine, Gerinnsel verstopft, od. durchhochgradige Schwellung ihrer Schleimhaut (sieheGonorrhoe) unwegsam geworden.
Harnzucker, Traubenzucker, der als konstanterBestandtheil des Harns bei der Harnruhr, Diabetesmellitus, auftritt.
Harnzwang (StranZuria), s. unter Blaseu-krampf-
Haro, 1) so v. w. Zetergeschrei; 2) Geldstrafefür die, welche beim Einfangen eines Verbrecherssaumselig gewesen waren.
Haro, Stadt in der span. Provinz Logrono(Alt-Castilien), am Ebro, in sorgfältig angebauterGegend; Station der Tudela-Bilbao-Eisenbahn;Hutfabrikation,Gerbereien, Töpfereien, Kupferberg-werke; 6594 Ew.
Haro, Don Louis Mendez de, Herzog
Blutes — Harper.
von Carpio, geb. im Febr. 1598 zu Valladolid,Nachkomme des ersten Marquese von Carpio,Diego Lopez Juan de Ht, Neffe des Don Gasparde Gusman, Herzogs von Olivarez, war Jugend-freund König Philipps IV.; sagte die LosreißungPortugals (1640) voraus n. empfahl Frieden mitFrankreich u. Holland. 1644 folgte er seinemOheim als Minister, hielt als solcher Spanienunter den größten Widerwärtigkeiten aufrecht, ver-trieb die Franzosen aus Catalonien, schlug denAusstand in Neapel nieder, schloß 1648 Friedenmit den Niederlanden, nahm den Prinzen vonConde auf, hielt die Portugiesen vom Einfall inSpanien ab, hielt der Staatsklugheit MazarinsStand u. schloß 1659 den Pyrenäischen Friedenmit Frankreich, worauf Philipp IV. sein Mar-quisat Carpio zu einem Herzogthum erhob, ihmselbst aber den Titel als Friedensfllrsten beilegte.H., der 17.Nov. 1661 in Madrid st., war ein Freundder Poesie und begünstigte Calderon und andereDichter. Henue-Am Rhyn.
Häromszek, ein Stuhl im Lande der Szeklerdes Großfürstenthums Siebenbürgen, 2990 s^jlcm(51,-i ÜÜM) mit 110,055 Ew. (aus 1 Hjllm 37,in ganz Siebenbürgen 38). Der Stuhl bildeteine rings von Bergen umschlossene Ebene mitvorzüglichem Weizenboden u. wird durchflossen vonder Alt (Alnta), dem Schwarzbach rc. Hauptort istSepsi-Szent-György.
llsi-pago (röm. Ant.), eine Art Enterhaken, auchim Belagernngskriege zum Abbrechen der Mauer-zinnen benutzt; angeblich von Perikles erfunden.
Harpägon (gr.), so v. w. Harpax.
Harpägos, Minister des medischen KönigsAstyages, welcher von diesem den jungen Kyroszum Tödten erhielt, aber den königlichen Befehlnicht ansfllhrte. Der König bestrafte ihn dadurch,daß er ihm das Fleisch seines eigenen Sohnesznm Essen vorsetzte. Später verband sich H. mitKyros zum Sturz des Astyages 559 v.Chr. (s. d.).
Harpälos, 1) griechischer Astronom vor Meton,welcher den Versuch machte, durch Ausstellungeines bestimmten Jahrescyklns eine erträglicheübereinstimmende Jahresrcchuung zu erreichen(vergl. Oktaeteris). 2) Makedonier, MachatasSohn, aus dem fürstlichen Hause von Elymiotis,Oheim des Antigonos, Jugendfreund Alexandersd. Gr., welcher ihm, da er zum Kriegsdienst kör-perlich untauglich war, bei seinen Zügen die Ver-waltung der Kriegskasse anvertraute. Nach Er-oberung von Persien und Medien übergab ihmAlexander (330 v. Chr.) die Verwaltung desgroßen Neichsschatzes zu Ekbatana u. die Ober-aufsicht über die Schatzämter des Westens; wäh-rend Alexander aber in Indien kämpfte, verun-treute u. verschwendete H. die Schätze u. floh, alsder König zurllckkehrle (324), mit 5000 Silber-talenten u. 6000 Miethsoldaten nach Attika. Alsdann die makedon. Neichsbehörden seine Ausliefer-ung forderten, ließen die Athener ihn entwischen;H. aber ging nun nach Kreta, wo er von einemseiner Freunde, Thimbron, getödtet wurde. Hertzberg.
Harpax (gr.), geiziger, habsüchtiger Mensch.
Harpe, Amadee Frederic de la H., s. Laharpe.
Harper, amerikan. Buchdrucker- n. Verleger-Familie. James, geb. 1795 in Newton, gest.