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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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26 Harnschneller

standtheil des Harns der Wirbelthiere ist die H.ein höchst wichtiges Product der regressiven Meta-morphose der stickstoffhaltigen Bestandtheile derKörpergewebe. Am zweckmäßigsten wird die H.aus den Schlangenexcrementen oder dem Guanodargestellt. Sie ist ein weißes, geruch- und ge-schmackloses, mikroskopisch-krystallinisches Pulver, inWasser schwer löslich, unlöslich in Alkohol undÄther, leicht löslich in concentrirter Schwefelsäure.Die Lösung in Salpetersäure hinterläßt beim Ver-dampfen einen gelben Rückstand, der durch Kali-lauge violett, durch Ammoniak purpurroth gefärbtwird (äußerst empfindliche Reaction auf H., Mur-exidreaction). Die H. ist eine schwache, zwei-basische Säure; sie gibt mit den Metallen derAlkalien und alkalischen Erden zwei Reihen vonSalzen, je nachdem ein oder zwei Atome Wasser-stoff vertreten werden. Die ersteren, die ein-basischen Urate, bilden sich bei der Einwirkungvon kohlensauren Alkalien, die zweibasischen nurbei der Einwirkung der basischen Hydrate; sie ver-lieren durch Einwirkung von Kohlensäure dieHälfte ihres Metalls. Das saure Harnsäure Na-tron ist ein Bestandtheil des Fieberharnsedimentesneben saurem harnsaurem Ammon (Hauptbestand-theil der Schlangenexcremente) u. freier H. Deramorphe saure harnsaure Kalk findet sich in denGichtknoten, auch in Harnsedimenten und Harn-steinen. Bei trockener Destillation liefert die H.kohlensaures Ammon u. Blausäure, Cyanammo-nium, Harnstoff, Cyannrsäure u. a. m., u. stick-stoffhaltige Kohle. Mit concentrirter Jodwasserstoff-säure auf 160° erhitzt, zersetzt sie sich in Kohlen-säure, Jodammonium u. Glycocoll. Beim Kochenmit Kalilauge bildet sich Uroxansänre; beim Schmel-zen mit Kalihydrat Cyankalium, cyansaures Kaliu. kohlensanres Kali. Durch energische Sauerstoff-wirkung entsteht in saurer Flüssigkeit Paraban-säure, durch gemäßigte Oxydation hingegen Alloxan,Harnstoff, Mesoxalylharnstoff. Bleisuperoxyd, Fer-ridcyankalium, übermangansaures Kali bewirkendie Bildung von Allantotn. Broglie.

HarnschnellersNusonlus aeoslsratornrinas, 8.Ll. bulboenvsrnosns), ein Muskel, der die männ-liche Harnröhre nach ihrem Durchtritt unter derSchambeinvereinigung umgibt n. durch seine Zu-sammenziehung den Rest des Harns beim Harn-lassen ans der Harnröhre austreibt u. auch beimAusspritzen des Samens beim Zengungsact mit-wirkt (daher Djaerüator ssminia).

Harnsteine (Orrleuki vsmoalss), harte, stein-artige Gebilde von wechselnder Größe, Gestalt,Farbe u. Zusammensetzung, die sich in den Harn-wegen, am häufigsten im Nierenbecken und derHarnblase vorfinden. Über ihre Entstehung undihre Ursachen ist noch wenig bekannt, kein Alterschützt vor ihnen, aber auch keines präoisponirtdazu; bei Männern kommen sie viel häufiger zurBeobachtung wie bei Weibern, da bei letzteren dieweitere, dehnbarere u. viel kürzere Harnröhre denAustritt auch schon etwas größerer Steine gestattet.Sicher ist, daß die Lebensweise auf die Entstehungder H. einen großen Einfluß hat; so findet mansie in manchen Gegenden u. bei Leuten, die vor-waltend von Fleischnahrnug leben, viel häufigerals in anderen Gegenden u. bei solchen Leuten,

— Harnsteine.

die sich hauptsächlich von Pflanzenkost nähren.Sie bilden sich durch Niederschläge aus dem längereZeit in der Harnblase verweilenden Harn (z. V.bei Lähmung der Harnblase, Harnröhrenverenger-ung, Anschwellung der Vorsteherdrüse und fernerbei Blasenentzllndung) od., u. das meistens, durchAblagerung von Salzen um einen in der Blasebefindlichen Kern, z. B. in sie geschwemmte Steineans dem Nierenbecken, um Schleimklümpchen,Blutgerinnsel, Eiter oder zufällig in die Blasegelangte Fremdkörper (Nadelbüchse, Kornähre,Knochensplitter bei Verletzungen rc.). Ein inÄgypten häufig beobachteter Kern der H. sind dieEier eines im Blute des Pfortadersystems (alsoauch der Blasenvenen) lebenden Wurmes (Owtoma.IrasmatodiniL), die, wenn sie nach Verletzung derGefäße in die Harnblase gelangen, dort zur Stein-bildnng Veranlassung geben. Die Größe der H.ist sehr verschieden, von dem kleinsten sandsörmigen,dem Harngries an, findet man deren von Erbsen-,Bohnen-, Hühnerei- u. Mannsfaustgröße, ja selbstdarüber bis zum Gewichte etlicher Pfunde. IhreAnzahl wechselt sehr, meist ist nur ein Stein vor-handen, doch findet man nicht selten S, 3 n. nochmehr in einer Blase; die kleineren Steine findetman häufig in größerer Anzahl. Ihre Gestalt istmeist rund od. rundlich, eiförmig; die um einenfremden Körper gebildeten werden eine demselbenmehr od. weniger entsprechende Gestalt haben; ihreOberfläche ist bald glatt, bald rauh u. höckerig,selbst kantig u. zackig; sind mehrere Steine in einerHarnblase, so sind die einander berührenden Sei-ten derselben meist abgeschliffen, facettirt. IhreHärte wechselt von kreideähnlicher Weiche u. Zer-reiblichkeit bis zur Härte des Marmors; ihreFarbe hängt von dem größeren oder geringerenGehalt an Harnfarbstoffen und von ihren Hrupt-bestandtheilen ab u. wechselt von reinweiß, hell-gelb, gelblichbrann, gelbroth, roth, rothbrann bisschwarz. Nach ihrer chemischen Zusammensetzungunterscheidet man hauptsächlich drei Arten von H-n.1) Die harnsauren Steine (Urate), die häufig-sten von allen, bestehen entweder aus Harnsäureu. harnsaureu Salzen, u. sind dann häufig rein-weiß, gelb oder bräunlich, rund oder rundlich,glatt, wie polirt, oder haben eine etwas höckerigeOberfläche; auf dem Durchschnitte sind sie meistgeschichtet, od. sie bestehen ans harnsaurem Ammonallein. Sie bilden sowol die größten H., als auchden feinsten Harngries. 2) Die H. aus phos-phorsauren Salzen (Phosphate) bestehen entwederbloß aus phosphorsaurem Kalke, oder aus diesemund phosphorsaurer Ammon-Magnesia (Tripel-Phosphat), sind auch noch ziemlich häufig, fast od.kreideähnlich (zerreiblich), weiß u. glatt, auf demDurchschnitte meist geschichtet; sie haben ein ge-ringes specifisches Gewicht. 3) Die H. ans klee-saurem (oxalsaurem) Kalk (Oxalate) sind die här-testen von allen H-n; die größten derselben habenmeist eine rauhe, höckerige od. warzige Oberfläche(Maulbeersteine), geschichtete Schnittfläche n. dunkel-braune Farbe; die kleinern sind meistens glatt u.Heller gefärbt. Sehr selten sind H. ans Cystin u.-kanthin; dieselben sind meist klein, rundlich, ander Oberfläche glatt u. haben eine gelbliche bisdunkelbraune Färbung. Häufig bilden mehrere