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Harnlassen —
rcdungenüberLutherskleinen Katechismus, Weißens.1834—40, 3 Thle., n. A. 1841—45; Frisches u.Firnes zu Nach u. That, Eisl. 1835—39, 3Bde.;Betrachtungen über Luthers kleinen Katechismus,Brannschw. 1836; Das Wsißenfelser Schullehrer,seminar, Berk. 1838; Briefe au meine Tochter, anseiner Reise durch Böhmen rc., Essen 1841, u. v. A.:Die Geschichte des Reiches Gottes aufErdeu, ü.Anfl.Halle 1844; Mein Lebensmorgen, herausgeg. vonSchmieder, Berk. 1865.
Harnlaffcn, s. Harn.
Harnleiter, s. Haruorgane.
Harnorgane (Organa, nroposkioa), die zurAbsonderung u. Ausscheidung des Harns aus demKörper dienenden Organe, welche ein zusammen-hängendes Ganze, den Harnapparat, bilden u.zusammengesetzt sind aus einem Absonderuugs-organ, den Nieren mit den Harnleitern, einemSammelbehälter, der Harnblase, u. einem Aus-sührungsgang, der Harnröhre. Die Nieren(Ronos, s. Tasel Eingeweide Fig. 1 g u. Fig. 6),zwei bohnenförmige, bräunliche bis rothbraune,ziemlich derbe und resistente Gebilde mit' glatterOberfläche liegen in der Bauchhöhle hinter demBauchfellraume zu beiden Seiten des 1. bis 3.Lendenwirbels, die rechte unterhalb der Leber u.etwas tiefer als die linke, die unter der Milzliegt, in einem lockeren, aber n. das befand. beiwohlgenährten Personen ziemlich fettreichen Binde-gewebe, Nierenfcttkapsel (Oapsula alliposarsnis, die bei den Thieren das so beliebte Nieren-fett liefert), welches gleichzeitig dazu dient, dieNieren in ihrer Lage zu erhalten. An ihremnach der Lendenwirbelsäule gerichteten kleinernconcaven Rand findet sich ein Ausschnitt (Hilus)als Ein- u. Austrittsstelle für die Nerven, Blut-gefäße u, die Harnleiter. Sie haben einen glattenserösen Überzug, der sich von gesunden Nierenleicht abziehen läßt, u. bestehen auf dem Durch-schnitt (s. die Tafel Fig. 6) aus einer äußerenrothbraunen Gefäß- oder Rindensubstanz (8ul>-stantia vasoulosa, s. oortäoalis), in der außerden Gefäßknäueln und den gewundenen Harn-kanälchen der größere Theil der Blutgefäße sichverästelt, u. einer inneren Heller gefärbten Röhren-oder Marksubstanz (Lubstankia, tubuloss, s. msänl-laris, auch Niereumark genannt), die zum beiweitem größten Theil aus den geraden und denrücklaufendeu Harnkanälchen gebildet wird. DieGefäßkuäuel der Niere (Olomoruli LlalxiAll-ia.nl, Nierenkörperchen, Niercnkörnchen), mikro-skopisch kleine rundliche Körperchen in der Rinden-substanz, die sich dort in zahlloser Menge vorfinden,sind die Anfänge der Harnkanälchen (Pubuliuriniksri) und bestehen aus einer dünnwandigen,häutigen, im Innern mit einfachem Plattenepithelbekleideten Kapsel, in welche ein Zweig der Niereu-arterie, das znführende Gefäß (Vas aüsrsns), ein-tritt, sich darin in ein Capillargefäßnetz anflöst,das sich wieder zu einem einfachen Stamme, demausführenden Gefäß (Vas otksrons), vereinigt,das an derselben Stelle die Kapsel wieder verläßt.Aus jedem Gesäßknäuel tritt, der Ein- u. Aus-trittsstelle der Gefäße gegenüber, ein Harnkanäl-chen aus, dessen gewundener Ansaugstheil (Palminsoontortns) noch in der Nindensnbstanz liegt, dann
Haruorgane.
als gerades Harnkanälchen (Pulmlas rsotus) indie Marksubstanz eiutritt, um in derselben früheroder später, schlingensörmig nmznbiegen (die 4nsalllerüsi bildend) u. zur Rindensubstanz zurllckzulau-fen, wo sich mehrere von ihnen unter mannigfachenKrümmungen zu einem stärkeren Stämmchen ver-einigen. Diese unzähligen, mikroskopisch kleinenStämmchen treten wieder in die Marksubstanz einu. vereinigen sich, indem fortschreitend je zweiunter sehr spitzem Winkel zusammentreten, gegendie Spitzen der Markmasse zu einer auch nochziemlich großen Zahl größerer Stämmchen, welcheau der Spitze der Marksubstanz endigen. DieseMarksubstanz besteht eigentlich nur aus diesendurch spärliches, wenig Blutgesäße enthaltendesBindegewebe zusammeugehaltenen Harnkanälchenu. zerfällt in 10—15 dreiseitige Pyramiden, Mal-pighischePyramiden (i>zwainjäosNaIxi§liiani),welche durch vom äußeren Rand zwischen sie ein-dringende Theile der Rindensubstanz (oolumnasLertini) von einander getrennt werden. DieMalpighischen Pyramiden bestehen selbst wiederaus einer Anzahl kleinerer Pyramiden (?/ra-niiäss lssrreinU), entsprechend der Anzahl derÖffnungen an der Nierenwarze (s. u.), da jedesdort mündende Harnkanälchen mit seinen Veräst-elungen eine solche Pyramide für sich bildet. Dienach dem Hilus der Niere sehenden abgerundetenSpitzen der Malpighischen Pyramiden, die Nieren-wärzchen (l?apillao renales, s. Tafel Einge-weide Fig. 6 s) sind von kurzen häutigen Schläu-chen, Nierenkelchen (oaliess rsnalss), umgeben,in welche sie wie Pfropfen hineinragen (s. Fig. 6ä);diese Nierenkelche vereinigen sich zum Nieren-becken (?slvis rsnalis, s. die Fig. 6 s), das imHilus hinter den Blutgefäßen liegt u. sich trichter-förmig verengernd in den Harnleiter (Ilrskor, s.Fig. 6 k) übergeht, der an der vorderen Fläche derhintern Bauchwand hinabsteigt u. in der Douglas-ischen Falte des Bauchfells (s. Bauch) zum Grundeder Harnblase hinabzieht. Ihr Blut erhalten dieNieren aus der aus der Bauchaorta stammendenNierenarterie (Arksria rsnalis s. die Taf. Fig. 6§u. Fig. 1, 5), die am Nierenhilus Len fibrösenÜberzug derselben durchbohrend u. sich in mehrereÄste theilend, zwischen den Malpighischen Pyra-miden zur Nindensnbstanz verläuft u. dort an alleGefäßknäuel die zuführenden Gefäße abgibt. Dieaus diesen Gefäßknäueln ansteckenden ansführen-den Gefäße (s. oben) lösen sich in Capillarnetzeauf, aus denen die in die untere Hohlader ein-mllndendeNierenvene (s. Tafel Eingeweide Fig. 6 Ist)sich bildet. Die Nerven der Nieren stammen ausdem Samengeflecht des Gangliennervensystems.
Die Harnblase (Vssisa urinaria, Tafel Ein-geweide Fig. 2i, Fig. 4k, Fig. 5§), ein ziemlichovaler, häutiger Behälter, liegt in der Höhle doskleinen Beckens dicht hinter der Schambeinvereinig-ung, über die sie im gefüllten Zustande mit ihremobersten Theile,dem Scheitel (Vsrlsx), hinüber»ragt, grenzt nach hinten beim Manne an denMastdarm (s. die Tafel Fig. 4 s), beim Weibeau die Gebärmutter und die Scheide (Fig.5 g—n), hängt nach oben durch das von ihremScheitelausgehende mittlere Harnblasenban d,den Rest des Urachus beini Foetus (s. Em-