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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Hcirn.

Salze von Natrium, Calcium, Magnesium undEisenoxyd. Bon diesen sind wol die Chloralkalien(Chloruatrium u. Chlorkalinm, des. das erstere)die wichtigsten, ihre tägliche Menge wechselt sehr,n. bei manchen Krankheiten sehlen sie ganz. Einsehr seltener Bcstandthcil des H-es ist das Cystin.Eiweiß, das im normalen H. nicht vorkommt,findet sich bei Krankheiten der Nieren (z. B.Brightscher Krankheit), ferner bei Scharlach, Cho-lera und organischen Krankheiten der Brust- undUnterleibsorgane, hektischen Fiebern rc. Bei derGelbsucht erscheint der H. oft dunkel oder blutig-roth mit gelbem Schaum, infolge der Beimisch-ung von Gallenfarbstoff; Zucker findet sich bei derZuckerharnrnhr (Oiabotss), Blut und Eiter beiErkrankungen und Verletzungen der H-organe,häufig findet man auch bei Neubildungen (Ge-schwülsten) dieser Theile Partikelchen derselben imH.; bei manchen Erkrankungen der H-organe fin-den sich dann wol massenhafte Epithelzellen derH-wege, Exsudat- (sog. hyaline) Cylinder, d.'h.Faserstoffgerinnungen, welche Abdrücke der H-ka-nälchen in den Nieren darstellen rc.

Nach den neuesten Untersuchungen scheint esfestzustehen, daß die Nieren nur die Absonderungs-stätten des H-es aus dem Blute,' nicht die Bild-ungsstätte der specifischen H-bestandtheile sind.Ganz läßt sich aber eine Mitbethciligung der ei-gentlichen Drüscnzellen der Nieren, nämlich derEpithelzellen der H-kanälchen, nicht znrückweisen,da eine Erkrankung derselben die H-ansscheiLungstört. Bis jetzt hat man noch nicht positiv seststellenkönnen, in welchen Theilen des Körpers sich diespecifischen H>bestandtheile bilden. Der Vorgangbei der H-ausscheidung in den Nieren ist wahr-scheinlich folgender. In den Gefäßknäueln derNiere (s. H-organe) steht das durch das zuführendeGesäß zugeführte Blut wegen des im Capillar-systeme des Knäuels gelegenen Hindernisses untereinem stärkeren Druck, es wird hier also aucheine stärkere Filtration aus dem Blute in dieKapsel stattfinden, d. h. es wird eine größereMenge Wasser u. der echt gelösten Bestandtheileder Blutflüssigkeit (Salze, H-stoff, Zucker rc.) indie Kapsel der Gefäßknäuel, dis Anfänge der H-kanälchen, austreten. Diese dünne Lösung trifftnun in den gewundenen H-kanälchen mit dem inden ansführenden Gesäßen der Gefäßknäuel, welchemit ihren Endverzweigungen diese Kanälchen um-spinnen, enthaltenen consistenteren Blute zusam-men, u. es wird nun zwischen diesen nur durchäußerst Lünne Wandungen geschiedenen Flüssig-keiten ein lebhafter endosmotischer Austausch statt-finden müssen, der nothwendig wieder zu einemRücktritt von Wasser in das Blut führen muß,wodurch der H. erst seine gewohnte Concentrationerhält. Von großem Einfluß auf die H-absonder-ung ist die Schnelligkeit des Blutstromes, dieHöhe des Blutdruckes in der Liiere n. die Mengeder im Blute enthaltenen difsnndirbaren Sub-stanzen. Je mehr solcher Substanzen nämlich inden Gesäßknäueln durchfiltirt werden, desto mehrWasser wird auch der H. in den folgenden Ab-schnitten der H-kanälchen zurückhalten. Die Schnell-igkeit des Blutstromes u. die Höhe des Blutdrucksin den Nieren nimmt zu bei einer allgemeinen

Zunahme dieser Factoren, z. B. nach reichlichemTrinken von kaltem od. warmen Wasser (Zucker-wasser, Lhee rc.), Milch, Limonaden, kohlen-sänrehalrigen Getränken (Selterswasser, Apolli-naris rc.), Bier u. Wein u. durch erhöhte Herz-thätigkeit; ferner auch bei localen Ursachen, wennder Blutabfluß aus der Niere gehemmt oder in-folge Unterbindung eines größeren Gesäßes derBlutandrang nach der Niere vermehrt wird; dannauch bei Gebrauch der sog. harntreibenden Mittel.Eine sehr starke Vermehrung des Blutdruckes,wie man sie häufig in Krankheiten beobachtet, be-dingt auch ein Übergehen der unecht gelöstenBlutbestandtheile (Eiweiß, fibrinogene Substanz),oder, infolge des Zerreißens der Gefäßwände,von Blut (Blutkörperchen) in den H.; entgegen-gesetzte Einflüsse, Verminderung der Herzthätigkeit(bei Herzkrankheiten, Schwächeznständen) u. großerWasserverlust des Körpers (nach starkem Schwitzen,starkem Durchfall, im Fieber n. bei großen Blut-verlusten) bedingen eine Abnahme der H-menge.Der in den Nieren fortwährend abgesonderte H.fließt Lurch die Nierenkelche, Nierenbecken u. dieH-leiter beständig in die H-blase ab, wo er sichansammelt. Ein Zurückstauen des H-es aus derH-blase in die H-leiter verhindert unter sonst nor-malen Verhältnissen der schräge Durchtritt derH-leiter durch die H-blasenwandnng u. ihre schlitz-förmige Öffnung am Grunde derselben, so daß beiZunahme des Druckes in der Blase diese Münd-ungen stets geschlossen werden. In der H-blase,die im leeren Zustande znsammengefaltet ist, sam-melt sich der H. so lange, bis dieselbe ganz aus-gedehnt ist; der Ausfluß aus derselben wird ver-hindert durch die am Blasenhalse kreisförmig an-geordneten Muskelvündel, die den Schließmuskelder H-blase, gptüuobsr vssioas, bilden, mehr nochdurch einen Ring elastischer Fasern, beim Manneaußerdem durch die Elasticität der Vorsteherdrüse.Die Menge H., welche die Blase fassen kann, isteine bei den einzelnen Personen sehr wechselndeu. lassen sich darüber keine bestimmten Angabenmachen. Bei krankhafter Hinderung des Abflusseskann sich die Blase bisweilen so mächtig aus-dehuen, daß sie bis über den Nabel hinausreichtu. bis zu mehreren Kilo H. enthält. Bei diesemlängeren Verweilen in der H-blase geht der H.häufig in Zersetzung über, nimmt eine alkalischeReaction an, wird trübe und bildet einen, reich-licheren Bodensatz. Ist die Blase vollständig mitH. angefüllt, so stellt sich Drang zum H-lassenein, u. es wird jetzt entweder der Verschluß der H-blase durch willkürliche Anspannung der die H-röhreumgebenden Muskeln verstärkt, der H. also nochin der H-blase zurückgehalten, od. es wird will-kürlich die Entleerung der H-blase eingeleitet.Begünstigt wird das Zurückhalten des H-es in derH-dlase durch Sitzen mit vornüber gebeugtemKörper und zusammengezogenen Schenkeln. DieEntleerung des H-es geschieht durch die sich zu-sammenziehenden Längenfasern der H-blasenmus-knlatur, die den sogen. Ootrusor urinas bilden,u. die sich allmählich bis zum vollständigen Ver-schwinden des Hohlraums der H-blase znsammen-ziehen und den ganzen Inhalt der H-blase durchdie H-röhre nach außen treiben, wobei sie durch