-einer Missionsanstalt 1849, die Aussendnng eineseigenen Missionsschiffes zur Anlegung von Mis-sionscolonien unter den Basutos seit 1853 be-kannt. Von seinen Schriften verdienen Erwähn-ung: Predigten über die Evangelien des Kirchen-jahres, Leipz. 1858—60, 5. Anfl., Hermannsb.1868; Predigten über die Episteln, ebd. 1862 bis1865; Die heilige Passion (aus den Epistelpred-igten), ebd. 1864, 3. Anfl. 1870; Goldne Aepfelin silbernen Schalen (Erzählungen), ebd., 4. Anfl.1869; auch gab er seit 1854 die HermannsburgerMissionsblätter heraus. Seine Lebensbeschreibungschrieb sein Bruder Theodor H., Leipzig 1868.Dieser gab auch H.' Nachlaßpredigten Uber dieEvangelien und Episteln, Hermannsb. 1868—70,2 Bde.; den Psalter erklärt, ebd. 1869, 2. Ausl.1870; Auslegung der 1. Epistel St. Petri, ebd.1870, u. der Epistel an die Hebräer, ebd. 1870,sowie Festbüchlein (Betstunden und Predigten ansdie Hauptseste), ebd. 1870, u. Geistlicher Blumen-strauß (Predigten über das Leben Johannis desEvangelisten, Las apostol. Glaubensbekenntniß rc.),ebend. 1870, heraus. 3) Friedrich, Professorder Philosophie u. publicistischer Schrisisteller, geb.24. Octbr. 1819 in Kiel, studirte Medici,i unddann Philosophie, habilitirte sich 1842 als Privat-docent der Philosophie in Kiel, rückte 1848 zumaußerordentlichen, 1858 zum ordentlichen Professorvor, war 1866 u. 1867 Rector der Universität,folgte 1867 einem Rufe an die Universität Berlinu. wurde hier 1873 auch Mitglied der Akademie.Er machte den Versuch, die Philosophie auf denBegriff des Wissens zu basiren und schr.: DerAmhropologismns in der Entwickelung der Philo-sophie seit Kant, Leipz. 1845; Prolegomena zmPhilosophie, Braunschw. 1852; I. G. Fichte,Kiel 1862; Die Philosophie Fichtes nach ihrergeschichtlichen Stellung u. ihrer Bedeutung, ebd1862; Abhandlungen zur systematischen Philojophie, Berl. 1868; Zur Erinnerung an HegelslOOjähr. Geburtstag, Berl. 1871; Ä. SchopenHauers Philosophie, ebd. 1874; Die Philosophieseit Kant, ebd. 1876; Psychologie, Logik n. Ethik,ebd. 1877. Über den Begriff der Psychologie, ZntReform der Logik rc., in den Abhandlungen der k.Akademie der Wissenschaften. 1848 gab er mitMommsen die Schleswig-Holst. Zeitung, Organder provisorischen Regierung heraus, n. war seil1864 einer der Thätigsten der preußisch-deutsche»Partei in den Herzogthümern, schrieb endlich auchüber das Ein- und Zweikammersystem, Republikund Monarchie rc. U 2> Löffler.» s) Laga,
Harn (Physiol., Med. n. Chem.), das durchdie Nieren ansgeschiedene Excretionsproduct desIhierischen Organismus, welches hauptsächlich ansWasser, darin gelösten Salzen u. den Stickstoff-Verbindungen besteht, die Lurch Zersetzung derBlut- u. Gewebstheile gebildet u. zur Regene-ration - verbrauchter Organentheile nicht mehr ver-wendbar sind. Bei Menschen und Säugethierenträufelt er durch die H-letter in die H-blase, woer sich ansammelt u. dann durch einen Reiz u.die Spannung der Blase einen Trieb zur Aus-leerung anregt, die unter Leitung der Willkürsteht, wodurch er dann durch die H-röhre in einemStrom ans dem Körper gelangt. Die Vögel ent-
leeren ihren H. mit dem Darmkoth, indem beiihnen die Ausführnngsgänge der Liieren in dasRectum münden; manche Vögel entleeren aber LenH. u. die selten Excremente zu verschiedenen Zei-ten; auch bei Reptilien, Amphibien u. Fischen ge-schieht die Entleerung des H-es zunächst in denDarm, ungeachtet mehrere mit der H-blase ähn-lichen Organen versehen sind.
Der normale Menschen-H. ist eine klare, blaß-bis dunkelbernsteingelbe Flüssigkeit von salzigemGeschmack, eigenthümlichem, schwach aromatischemGeruch, schwach saurer Reaction und einem spec.Gew. von 1,„„5 bis 1,„^. Seine Menge ist sehrwechselnd, beträgt aber im Durchschnitt täglich1500—1800 obcm. Mikroskopisch untersucht, zeigter sich frei von geformten Bestandtheilen, dochenthält er häufig Epithelzellen u. Schleimkörperchenaus den H-wegen, Samenfäden, Eiter- n. Blut-körperchen, Fettkörnchen, Bacterien rc. BeimStehenlassen bilden sich häufig in ihm leuchte,stockige Wölkchen, die in ihm schwimmen, von dembeigemischte» Schleim der H-wege herrühren undweiter keine schlimme Bedeutung haben, wie bes.Hypochonder so häufig meinen. Bei noch längeremStehenlassen scheiden sich ans ihm häufig kleine,von H-sarbstofp gelblich gesärbie Kiyslalle ab, oü.es bildet sich ein ziegelmehlaniger Niederschlagans amorphem harnsaurein Natron, kugeligemHarnsäuren Ammon, Prismen non phosphor-saurer Ammonmagnesia, Ocloeder -pon ozal-sanrem Kalk, bes. bei stark concemiirtein H., z. B.bei Fieber, nach starkem Schwitzen; dies beruhteinfach daraus, daß der H. beim Erkalten Nichtmehr im Siande ist, alle die Substanzen, die erbei der Blnitemperalnr gelöst emhalt, noch inLösung zu erhalten u. sie daher ansscheidet; beimErwärmen lost sich der Niederschlag wieder. Beimserneren Stehenlassen des H-es nimmt die sauereReaclion zuerst noch zu, nach einiger Zeit aberentfärbt sich dann der H, wird trübe, bildet aufseiner Oberfläche ein weißes, schillerndes Häutchenu. nimmt unter Entwickelung eines unangenehmen,fauligen, ammoniakatischen Geruches u. Ausscheid-ung weißlicher Kryslalle von phosphorsaurem Am-monmaglresta eine alkalische Reaction an. ImWesentlichen ist der normale H. eine wässerigeLosung von H floss u. unorganischen Salzen, erenthält aber noch meistens in geringen und sehrwechselnden Mengen H--säure (resp. deren Salze),Hippursärire, Milchsäure, Kreatinin, ikaiilhin,Traubenzucker, H-sarbstosse und Schleim. Derwichtigste Bestandiheil ist der H-slofs (s. d.), dasUmsatzproducl der stickstoffhaltigen Eiweißkörperder Nahrung der Gewebe, dessen tägliche Mengeim H. jedoch eine sehr schwankende ist und beieinem gesunden Manne und je nach der Art derNahrungsmittel zwischen 25—40 ^ schwankt, beireichlicher Fleijchnahrung 52—53 K erreicht, beiPflanzenkost n. bei völliger Abstinenz beträchtlich(auf 15 A und weniger) sinkt, aber auch beilängerem Fasten sich stets noch im H. findet. Beieinigen Krankheiten findet eine Vermehrung, beianderen eine Verminderung desselben statt. Vonden unorganischen Bestandtheilen (Harnasche) sindzu erwähnen: Chlornatrinm (Kochsalz), Chioc-talinin, schwefelsauere Alkalien, phosphorsauere
2 *