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Harmonische Hand — Harms.
2) zusammenpassen, in richtigem Verhältniß stehen;
3) in gutem Vernehmen stehen.
Harmonische Hand, so v. w. Guidonische
Hand, s. Guido 9).
Harmonische Theilnng (Math.). Wenn ineiner geraden Linie die Punkte X, 8, 0, v soliegen, daß X6:68 ^ Lv: VS, so heißt XSdurch 6 u. v, 6V durch X u. 8 harmonisch ge-theilt; X, 8, 6, v heißen harmonische Punkte.L. und 8, 0 und O conjugirt, zngeordnet.Verbindet man sie mit einem beliebigen Punkte0 durch Gerade, so heißen diese harmonischeStrahlen oder Harmo nikalen, bilden einenharmonischen Vierstrahl. Zieht man durch8 zu 0X eine Parallele, verlängert 06 bis zumDurchschnitt mit derselben, so werden aus ihr 2gleiche Stücke abgeschnitten; hieraus ergibt sich dieConstrnction der H-n T. Harmonische Strahlenwerden von jeder beliebigen Geraden in harmon-ischen Punkten geschnitten. Die H. T. wird inder neueren Geometrie gebraucht. Bmhrucker.
Harmonistik, diejenige theologische Wissenschaft,die sich bemüht (was freilich meist nur künstlichu. gewaltsam geschehen kann), alle Discrepanzenoder Widerspruche beider Testamente in sich selbstn. unter einander hinwegznränmen, z. B. dieOpferung Isaaks Genes 9, 6 vgl. mit Exod. 20,13; od. Genes. 2, 18 vgl. mit Corinth. l, 7, 8.Die H. wurde von Calvin angeregt und vonAndr. Osiander streng grübt, aber die neuerekritisch-historische Erforschung der Bibel hat dieseWissenschaft überflüssig gemacht.
Harmonium, orgel'ähnliches Instrument, des-sen Töne dadurch gewonnen werden, daß manmessingene Zungen durch dichtere, als atmosphär-ische Luft in tönende Vibration versetzt Die sogPercussion bewirkt eine fehl präcise Angabe desTones, u. besitzt das H mehrere Zungen sür die-selben Töne, wodurch verschiedene Klangarten ent-stehen (beides Merkinale. welche das H. im We-sentlichen von der Physharmonika unterscheiden).Die nöthige Lust wird durch ein orgelmäßig ein-gerichtetes Gebläse zugesllhrt, welches der Spielerzumeist selber durch das Treten der Bälge inThätigkeit bringt. Zn den klingenden Registerndes H-s gehören: 6or volco, Xeolias, Voixoölssbs, vantdow, Olariuskt, vlüto. 6or an-§Inis, Sordini, 6Iairon, Sasson und Somdards;Hilfszüge sind: Forte, Sourdinc oder 6elsste(Dämpfer), Lkslodis, 6rand Ion (volles Werk),Manual- u. Pedal-Koppel. Bon des Wichtigkeitist die Expression, da sie das Anschwellen undVerklingen des Tones ermöglicht, indem sie densogen. Reservebatg schließt u. die Luft direct denZungen zntreibt. Der Hilfszug Iremblanb be-wirkt die Bebung, u. das Prolongement, das Fort-klingcn eines Tones, auch wenn der Finger diebetreffende Taste verlassen. Die Fortbildung desH-s scheint nocht nicht abgeschlossen u. wird das-selbe in gegenwärtiger Zeit theils für sich, theilsmit anderen Instrumenten u. selbst mit kleinemOrchester (wo es die Blasinstrumente vertritt)mit großer Vorliebe gespielt. Renommirte Fa-briken: Schiedmayer in Stuttgart, Tilz in Wien,Needham in New-Dork rc. Siebenrock.
Harmony, siädt. Bez. im Chautanqua County
des nordamerikan. Unionsstaates New-Dork, amChautanqua See; 4000 Ew.
Harmosten (gr. Ant.), 1) in Sparta Männer,welche den einzelnen Periökendistricten Vorstän-den; 2) Statthalter der Spartaner in der Zeit,als sie die Hegemonie in Griechenland hatten; siewurden in die einzelnen abhängigen Staaten ge-schickt, um die spartanischen Besatzungen zu com-mandiren u. die oligarchischen Parteien zu schützen.
Harmotom (Baryt-H, Krenzstein), Mineral,erscheint gewöhnlich in säulenförmigen Zwillings-krystallen des rhombischen Systems, welche imGrundriß die Form eines Kreuzes haben; wenigspaltbar, farblos od. schwach graulich, gelblich od.röthlich, glasglänzend u. durchscheinend, Härtel—5,spec. Gew. 2,«—2,^; besteht im Wesentlichen auskieselsaurer Thonerde, kieselsanrem Baryt undWasser, schmilzt in der Hitze n. wird durch Salz-säure zersetzt. Findet sich ans Gängen bei Andreas-berg, Kongsberg u. in Mandelsteinen u. Basalten.
Harmözon (a. Geogr.), Vorgebirg auf derKüste von Karamanien, am Persischen Golf, dieUmgegend hieß Harmozia. Von den Mongolenbedrängt, wanderte im Mittelalter ein Theil der Be-wohner nach dem im Golf gelegenen Eilande Geron,das von ihnen den Namen Hormus annahm.
Harms, I) Claus, lutherischer Prediger, geb.25. Mai 1778 in Fahrstedt in Süderdithmarschenin Holstein, war der Sohn eines Müllers u. betriebansangS selbst dies Geschäft; er besuchte seit 1797die Schule in Meldorf u. stndirte seil 1799 Phi-losophie u. Theologie in Kiel, wurde 1806 Dia-cvnus in Lunden, 1816 Archidiaconns u. 1835Hauptpastor an der Nicolaikirche und Propst inKiel, 1842 auch Oberconsistorialrath; 1849 trater, erblindet, aus seinem Amte und st. 1. Febr.1855 in Kiel. Er war ein „allkirchlich frommer,volksthümlich bilderreicher Prediger" (Hase), undmachte sich bes. bekannt durch seine 95 orthodoxenThcses, die er 30. Oct. 1817 an die Universiläts-kirche in Kiel anschlug. Gegen dieselben schriebBaumgarteN'Crusius die X6V. tkisssZ tlwol.contra superstitionem st prokanationoin. Derhie-durch erregte Streit (Thesenstreit) wurde bes.dadurch wichtig, daß er Len Streit über Rationa-lismus u. Supernaturalismus ansachte. Schr.:Winter- (Kiel 1808) und Sommerpostille (ebend.1815), 6. Aust. 1846; Neue Winterpostille, Alt.1826; Predigt über die 3 Artikel, Kiel 1833 s.;Uber das Abendmahl, 1822; Passionspredigten,1838; Über das Vater Unser, 1838; Über die Berg-predigt, 1841; Über die Bibel, 1842; außerdemPastoraltheologie, Kiel 1830—34, 2. Aust., ebd.1837, 3 Bde. ; Gnomon (ein Volks- u. Schnllese-buch), 1842, 3. Aust. 1854; Die AugsburgerConsession in 15 Predigten, 1847; Weisheit undWitz, 1850; Der Scholiast, 1851; Selbstbiogra-phie, 2. Aust. 1851; Vermischte Aussätze n. kleineSchriften, 1853. Vergl. M. Baumgarten, EinDenkmal für Claus H., Braunschw. 1855; Kaftan,Claus H., Bas. 1875. 2) Ludwig Detlef
Theodor, lutherischer Prediger, geb. 5. Mai1808 in Walsrodc, 1844 Hilfsprediger bei seinemVater zu Hermannsburg und 1848 dessen Nach-folger daselbst, st. 14. Nov. 1865. Er ist bes.durch feine rege Amtsthätigkeit, die Errichtung