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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Harlcy Harmcrsbach.

aus d m Gebiete der Physiologie u. Psychologie,Brschw. 1851. 1) Elchhoff. L) t) Thamhayn. s) Löffler.

Harlcy, Robert, Graf von Oxford undMortimer, namhafter engl. Staatsmann undGelehrter, geb. 1681 in London, warb mit seinemVater Sir Eduard bei der Revolution, welcheJakob II. des Throns beraubte, auf eigene KostenReiter u. trat bald darauf ins Parlament, wo ermit Bolingbroke an der Spitze der Tories stand;er wurde 1702 Sprecher im Unterhause, balddarauf Staatssecretär, 1710 Kanzler der Schatz-kammer und 1711 in den Grasenstand erhoben.Als nach dem Utrechter Frieden sich die Tories inzwei Parteien spalteten, stand an der Spitze dereinen H., an der der anderen Bolingbroke. Kurzvor der Thronbesteigung der Königin Anna trat eraus dem Ministerium, trug aber dennoch viel zumSturz des Herzogs von Marlborough bei. UnterGeorg I. wurde er der Verrätherei angeklagt u.1715 in den Tower gesetzt, jedoch 1717 wiederfreigesprochen. Er widmete sich nun der Literaturund sammelte eine Bibliothek, deren 2000 schätz-bare Maunscripte noch als Larls/an mwesUaniWin dem Britischen Museum in London vorhandensind; der Katalog, in dritter Bearbeitung vonOldy, Lond. 1744, wurde 1808 wieder gedruckt.Er selbst st. 1724. Von ihm: Viuckioabion ob tüeritz'Uts ok eommsres ob ilnZlanä.

Harlingen (friesisch Harns), Stadt im Gerichts-bezirk Leeuwarden der niederländ. Prov. Fries-land, Hanptsee- u. Handelsplatz der Prov., an derZuidersee, Station der Niederländ. Staatseisen-bahn, regelmäßig gebaut u. von Kanälen durch-schnitten, schöne reformirteKirche, Lateinische Schule,höhere Bürgerschule, Bau-, Zeichen- u. Seefahrts-schule, Fabrikation leinener Säcke, Maschinenfabrik,Schifsswerfte, lebhafter Handel, Schifffahrt, großeru. tiefer Hafen; (1869) 9945 Ew. H. ist Sitzder Friesischen Dampfschifffahrtsgesellschaft. H. istGeburtsort des Sprachforschers Symon Styl. Ausdem Meeresdeiche südlich von der Stadt steht dasMonument des spanischen Statthalters Nobles vonBilly, der im 16. Jahrh. die Meeresdeiche ver-besserte. H., vorher ein Dorf, wuchs durchdie Verbindung mit dem Dorfs Almen zur Stadtu. wurde um 1496 von den Groningern u. 1500von Albert von Sachsen befestigt. H- Berns.

Harlingerland, Landschaft im Kreise u. derpreuß. Landdrostei Aurich, im ehemaligen Fürsten-thum Ostfriesland, an der Nordsee, nach demFlüßchen Harle benannt; 885 (7 (IW),

meist fruchtbares Marschland. H., die HerrschaftenEsens, Wittmuud u. Stadesdorf umfassend, warvon 1461 bis nach 1600 von Ostfriesland (meistals geldernsches Lehen) getrennt, kam darauf durchHeirathen zuerst an Rietberg, fiel dann an die Cirk-fena zurück, u. erst 1745 wurde unter preuß. Ver-waltung die vollständige Verbindung mit Ostfries-land wiederhergestellt. Hauptort ist Esens. H- Berns.

Harlunge (deutsche Heldensage), Jmbricke u.Fritile, die Bruderssöhne König Ermenrichs. IhrVater, Diether, wahrscheinlich auch Harlung ge-nannt, wohnte in Breisach. Nach seinem Tode wur-den die Söhne von dem treuen Eckehard gepflegtu. gehütet. Da geschah es einst in dessen Abwesen-heit, Laß ihr Oheim auf Anstiften seines treulosen

Rathgebers Sibich dieselben ergreifen u. erhängenu. ihr Gold hinwegführen ließ. Dieses tragischenEndes derselben ward in der deutschen Sage viel-fach gedacht u. es galt als die größte Misselhat, dieje auf Erden geschah. In der Thidrekssaga, welchedas Schicksal der H. am ausführlichsten erzählt,heißt aber der Vater Aki, führt den BeinamenAurlunge (d. i. H.) Trost u. ist ein Sohn Er- ^menrichs; seine Söhne heißen Egard u. Aki, ihrPfleger heißt Fritila und ihr Sitz ist die Fritila- ^bürg. S. Grimm, Heldensage 264. Raßniann. !

Harma (gr.), 1) Wagen; 2) Streitwagen.

Ha rin a (a. Geogr.), 1) See (j. Paralimni)im Gebiete von Theben; 2) Ort, zwischen Thebenu. Aulis; soll den Namen davon haben, daß hierAdrastos seinen Wagen zerbrach, oder daß Am-phiaraoZ hier mit seinem Wagen von der Erdeverschlungen wurde.

Harmalin, eine organische B'.se,

welche sich in den Samen einer in Rußland heim-ischen Steppenraute (ksKanum Harmala) nebeneiner anderen Base, dem Harmin,befindet. Das H. krystallisirt in farblosen Octa-edern, ist leicht löslich in heißem Alkohol, wenigin Äther u. Wasser. Mit Säuren bildet es leichtlösliche krystallisirbare gelbe Salze, liefert durch Ory-dation einen rothen Farbstoff, Harmalaroth;man hat es daher in der Färberei anzuwendengesucht. Das Harmin, in rhombischen Prismenkrystallisirend, kann durch Oxydation des H-s er-halten werden. Broglie.

Harmattan, heißer Wind auf der Westküstevon Afrika, der periodisch 78 Tage lang dreioder vier Mal in jeder Jahreszeit weht. Er istvon einem dichten Nebel begleitet, den nur in derMittagszeit einige Strahlen der roch aussehendenSonne Lurchdringen können. Ferner ist der H.von so außerordentlicher Trockenheit, daß die Ge-wächse unter seinem Hauch verdorren u. die ent- §blößten Theile des menschlichen Körpers sich schälen,wogegen die Neger durch Beschmieren ihres Körpersmit Fett od. Talg sich zu schützen Pflegen. Specht.

Harmätus (a. Geogr.), Stadt u. Vorgebirgeam Elaitischen Meerbusen in Aeolis (Kleinasien);hier ankerte der Spartaner Mindaros vor derSchlacht bei Abydos 411 v. Ehr. mit seiner Flotte.

Harmenopnlos, Constantinus, griechischerRechtsgelehrter, geb. um 1320, war Richter inThessalonich, Rath der Kaiser Joh. Kantaknzenosu. Joh. Paläologvs u. st. um 1380 in Constan-tinopel; er war der letzte griechische juristischeSchriftsteller u. schrieb: rw»-

(kromxtuarium juris, Erzänzung des Prochcirondes Kaisers Basilius), heute noch bürgerlichesGesetzbuch in Griechenland, zuerst griechisch heraus-gegebcn von Snallenberg, Par. 1540; dann la-teinisch von Ney, Köln 1547 u. 1549; griechisch iu. lateinisch von D. Godesroy, Genf 1556 und1587; neu herausgeg. von Heimbach, Leipz. 1851, !

neueste Ansg., Athen 1872. Lagai. I

Harmersbach (Ober- u. Untsr-H.), 2 Kirch- ^dörser im bad. Amtsbez. und Kreise Offenburg,am Hammersbach, dessen Thal von Zell bis zur !

Kinzig geht u. bis 1803 reichssrei war; Eisen« s

Hämmer, Granitschleisereien, Mühlen; (1871) 2119 lund 1739 Ew. s