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Hange Luft
Harige Luft (Seew.), tiefe Senkung desNebels, bei der das Land über ihm zu sehen ist.
Häring, Georg Wilhelm Heinrich (pseud.Wilibald Alexis), deutscher Romanschriftsteller, geb.29. Juni 1798 in Breslau; stammte aus einerbretonischen Emigrantcnfamilie, die ihren NamenHärene ins Deutsche übersetzt hatte; besuchte dasWerdersche Gymnasium in Berlin, nahm als Frei-williger am Feldzugs von 1815 theil, wurde nachvollendeten juristischen Studien Kammergerichts-rsferendar in Berlin, legte bald seine Stelle nie-der, redigirte mit Förster das Berliner Conver-sationsblatt, das er 1830—35 mit dem Freimüth-igen vereinigte. Die Universität Halle ehrte ihn1828 durch Verleihung des Doctortitcls. Durchunglückliche Speculationen verlor er einen Theilseines Vermögens. Um so energischer warf er sichder Romanschriftstellern in die Arme und leistetenamentlich im vaterländischen historischen RomanHervorragendes. Das Gebiet desselben betrat ermit dem umfangreichen Roman Cabanis, ein cha-rakteristisches Zeitbild aus der Zeit Friedrichs d.Gr., Berl. 1832, 4. Ausl. 1874, 6 Bde., sowiemit dem Haus Düsterweg, Lpz. 1835. 1857 traf
ibn ein Gehirnschlag, wozu später noch theilweiscErblindung trat; 1859 siedelte er nach Arnstadtüber, wo er 16. Derbr. 1871 starb. H-s Frau,Lätitia (geb. Perceval), eine seingebildete Englände-rin von Geburt, die den deutschen Walter Scott soschön Pflegte, st. in Arnstadt 10. Mai 1873. Seineersten schriftsteller.Publikationen waren: Die Treib-jagd, scherzhaftes Epos in Hexametern, Berl. 1820;Die Schlacht bei Torgau u. der Schatz der Tem-pelherren, ebd. 1823; Heer- u. Querstraßen (ansdem Englischen), Berl. 1824—27. Sodann solgte:Walladmor, (angeblich) aus dem Englischen vonW. Scott, ebd. 1824 (dieser Roman begründete des.seinen Ruhm, er wurde ins Englische übersetzt, u.selbst W. Scott äußerte sich über seine geniale 'Nach-ahmung lobend). Unter gleicher Maske erschien:Schloß Avalon, Lpz. 1827, 3 Bde., vor dem je-doch die Geächteten, Lpz. 1825, erschienen waren.Jetzt trat der Dichter mit selbständigen Schöpf-ungen hervor, die anfänglich in Taschenbüchern,Journalen, Zeitschristeu rc., dann als GesammelteNovellen, Berl. 1830, 4 Bde., u. Neue Novellen,
2 Bde., 1836, erschienen. Als Reiseschriftsteller be-währte er sich durch seine Herbstreise durch Skandina-vien, Berl. 1828, 2Bde.; Wanderungen im Süden,ebd. 1828; WienerBilder, Lpz. 1833, die inPreußenverboten wurden; sowie Schattenrisse aus Süd-Deutschland, Berl. 1834. Nach Herausgabe sei-ner Balladen, Berl. 1836, erschienen die Romane:Zwölf Nächte, Berl. 1838; Der Roland von Ber-lin, Lpz. 1840, 3. Aufl. 1874; Shakespeare undfeine Freunde, nach dem Englischen, Berl. 1839,
3 Bde., sowie die Übersetzung (im Verein mit I.Nenmark): I. Pardoes, der Roman des Harems,ebd. 1840, 3 Bde. Nachdem er (Lpz. 1837) mitE. Ferrand u. A. Müller die Babiolen heraus-gegeben hatte, begründete er 1842 mit E. Hitzigden Neuen Pitaval, eine Sammlung von Crimi-nalnovellen älterer u. neuerer Zeit, die seit 1863A. Bollert fortsetzt. Um jene Zeit schloß er seinezum Theil im Jahrbuch deutscher Bühnenspieleerschienenen Arbeiten fürs Theater ad. Es wa-i
— Häringe.
reu folgende: Die Sonette, Lustspiel, 1828; Änn-chen von Tharau, Drama, 1829; Der verwunscheneSchneidergesell, Fastnachtsschwank, 1841; DerPrinzvon Pisa, Lustspiel, 1843. Die nun folgenden spann-enden Romane sind, abgesehen von mancher Breit-spurigkeit, als poetische Zeichnungen des wirklichenLebens aufzufassen u. zwar selbst da, wo sie, wieDer falsche Waldemar, Berl. 1842, 3. Aust. 1874,ober Die Hosen des Herrn von Bredow, 3. Ausl.1874, oder Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, ebd.1854, 5 Bde., 3. Aust. 1874, od. Jsegrimm, ebd.1854, 3 Bde., 2. Aust. 1874, od. Dorothee, ebd.1856, 3 Bde., ihre Charaktere u. ihre Handlungans der brandenburgischen od. der deutschen Ge-schichte entlehnen. Bes. ist dies aber der Fall inUrban Grandier, Berl. 1843, und im ZaubererVirgilius, Berl. 1851, im Märchen ans der Ge-genwart, ebd. 1852, sowie im Bruchstück seinesgrößeren, unvollendet gebliebenen Romans: Ja,in Neapel, ebd. 1860. H-s Romane erschienen ge-sammelt als Vaterländ. Romane, Berl. 1871—73,20 Bde. Biographisches über ihn lieferte Jul.Schmidt in den Westermannschen Monatsheften,Jahrg. 1871; ferner Bollert im Daheim u. (Todes-bericht) in der Voss. Ztg. vom 20. Dec. 1871,endlich Fontane im Salon, Jahrg. 1872. Beyer.
Häringe (Llnxsoiäei MW.), Familie der zuden Knochenfischen gehörigen Schlundblasenfische.Fettflosse fehlt, die Oberkinnlade vom Zwischen- u.Oberkiefer gebildet, Rückenflosse in der Mitte desRückens; Körper stark zusammengedrückt, mit gro-ßen, leicht abgehenden Schuppen; Schwimmblaseeinfach. Zu den zahlreichen Arten gehören alsdie wichtigsten: Anchovis (lünAi-anlis snorasiebo-Ins <7nv.), s. d., Sprotte, Spratte (Lllnpsa, oprs-t:-tns ^/.), Sardelle (0. pilvimräus rc. Vongrößter Bedeutung ist der Gemeine H. (OInpss.barongus il).). Derselbe ist 25—30 ein lang, obenmeergrün od. grünblau, unten silberig, Rückenflossedunkel, Brust-, Bauch- u. Afterflossen hellfarbig,Schwanzflosse tief gabelig, Bauchschuppen sägenartigvorstehend; Kopf u. Mund klein, letzter, sowie diekurze und spitzige Zunge mit kleinen Zähnen be-waffnet, Kiemendeckel aderig gestreift. Der Ge-meine H. lebt in der Tiefe der Nord- u. Ostsee,nährt sich von Wasscrinsecten u. Fischbrut u. bes.von kleinen krebsartigen Thieren. Er ist sehrfruchtbar: in einem nicht sehr großen fand man68,656 Eier. Die Laichzeit dauert vom Januarbis zum Hochsommer od. Herbst; doch scheint imJuni und Juli eine Pause einzutretcn. BehufsLaichens schwimmen die H. in dichtgedrängten, oftmeilenlangen und -breiten Zügen an die flachenStellen der Küsten, Buchten n. Baien, wo die derBrut zuträgliche Wärme vorhanden ist, u. setzenden Laich am liebsten an mit Wasserpflanzen be-wachsenen Stellen ab. Kurz vor der Laichzeit u.während derselben frißt der H. nicht, ist dann aberum so gieriger. Die etwa 7 mm langen Jungenschlupfen in der Ostsee im Mai in 14 —16, imAugust in 6—8 Tagen ans, tragen noch etwa 8Tage den Dottersack, bleiben anfangs am Brnt-platze, gehen dann näher ans Land, um sich denNachstellungen der Fische u. Vögel zu entziehen,n. ziehen später gemeinsam nach Nahrung umher.!Mil 3 Jahren sind sie sortpflanznngsiähig.. Nach