Druckschrift 
Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
Seite
11
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Harft —

Harfe (ital. L.rpa, fr. Harpe), ein schon denHebräern, Ägyptern u. Griechen bekanntes Saiten-instrument, von verschiedener Art u. Form. Beiden Hebräern war die H. (Nabal) nach Cassio-dorus einem umgekehrten Delta Cx/) ähnlich,nach Hieronymus viereckig, hatte 12 Seiten undwurde mit zwei Händen gespielt. Auf alten,bes. ägyptischen Bildern kommt die H. in ähnlicherForm vor wie die heutige. Die jetzt gebräuch-lichen H-n sind: n) die Doppel-od. Davids-H.,in Form eines Dreiecks, dessen längste Seite(Corpus) etwas geschweift ist u. von unten nachoben konisch znläust. Das Corpus besteht auseiner Nesoncmzdecke, einem Boden u. den Seiten-wändcn (Zargen). Auf der Resonanzdecke befindensich mehrere Schalllöcher u. eine längs der Mittelaufende schmale Leiste mit Löchern u. Knöpfchenzur Befestigung der Saiten. Am oberen schwachenEnde des Corpus ist der Hals eingefügt, inForm eines wenig gekrümmten liegenden 8, miteisernen Stiften (Wirbel»), welche ihrerseits wiederdie Saiten zu halten haben. Den Hals unterstützteine Stange (Baron- sBaren-s stange), welchedavon in gerader Richtung bis zum Ende desCorpus läuft. Die H. hat einen Umfang von 4—5Octaven, aber nur in diatonischer Ordnung, diehalben Töne gewinnt man durch bewegliche Haken,ini Halse befestigt, die sich an die Saite anlegen,oder durch festes Anlegen des Daumennagels andas obere Ende der Saite. Diese Unvollkommen-heit gab Veranlassung zur Erfindung (Hochbrucker,1720) d) der Pedal-H., wo am unteren Endedes Corpus ein Pedal von sieben Tritten ange-bracht ist, welche einzeln oder zusammen getretenwerden. Durch jeden dieser Tritte werden Federnin Bewegung gesetzt, welche im Halse liegen unddie halben Töne Hervorbringen. Der Harfenspielersitzt und nimmt die gewöhnliche oder Pedal -H.zwischen die Knie, so daß das Corpus zwischendiesen liegt. Die Saiten werden mit Len Finger-spitzen angeschlagen; die linke Hand spielt denBaß, die rechte Len Discant. Eine fernere Ver-besserung wurde durch den InstrumentenbauerErard (inParis)durchdiedoppeltePedalrücknnger-zielt.DieseDopp el pedalharse besitzt denUmfangvon 6H- Octaven, ebenfalls wie die HochbruckerscheP.-H. sieben Pedals, von denen aber jebes statteiner, um zwei Stusen nieder bewegt, und sojeder diatonische Ton nach Belieben um vieroder zwei Halbtöne erhöht werden kann. Harfen-schnlcn v. Wernich (Berlin, 1772); Backofen (Lpz.Brcitk. u. Härrel); Cousineau (Paris); Krnmpholz(Paris); Navermann (Paris). Si-dearsck.

Harflenr, Sradt im Arr. Havre des franz.Dep Seme-Jnserienre, an der Lezarde, unweitder Mündung ber Seine, Station der Weslbahn;schöne Kirche aus dem 15. u. 16. Jahrh., Leiu-wandbleichen, Gerbereien, Fabrikation von Oelund Chemikalien, Zuckerraffinerien, Schifffahrt,Fischerei, kleiner Hafen; 1966 Ew. H. (früherHareflot) war im Mittelalter der Hauptseeplatz desnordwestl. Frankreichs; später sank es infolgedes Aufblühens von Havre und ber Versandungdes ehemals bedeutenden Häsens, von dem gegen-wärtig ein großer Theil als Weide dient. DieFestungswerke sind geschleift. 1415—1433 und

Hargicaves.

1440—50 war es in den Händen der Engländerinfolge Eroberung. H- Berns.

Harford, County im nordamerik. llnionsst.Maryland; u. 39° n. Br. u. 76° w. L.; 22,605Ew. Couutysitz: Bel Air.

Hargrave, Francis, engl, juristischer Schrift-steller, geb. 1740 in Liverpool und starb 1821daselbst als Archivar; seine Loileotion ok stabs-trials, London 1811, Fol., und 6ol!votion oktraots relativ« to ttw law oik Lupstanck, ckuriäi-oal ^.rAumonto anck (lollsetlons, 2 Bde., geltennoch jetzt als die brauchbarsten Promptuarien inEngland.

Hargralics, Edmond Hammond, englischerReisender, geb. um 1816 zu Gosport (GrafschaftSussex). Nachdem er 3 Jahre mit einem Kaus-fahrer gereist war, bewirthschaftete er seit 1834in Australien eine Farm. 1849 ging er nachCalifornien u. wurde durch Ähnlichkeiten, die ihmzwischen der dortigen Bodenbeschaffenheit und derihm in Australien bekannten auffielen, zu Unter-suchungen geführt, deren Resultat die Entdeckungder Goldfelder am Macguarie war (1851). H.wurde nach erfolgter Anzeige u. Bestätigung desVorkommens von der Regierung zum Commissärdes Kronlandes ernannt u. beauftragt, die metall-haltigen Landcstheile zu untersuchen u. besondersdem Edelmetalle nachzuforschen. Nachdem er Be-richt über seine Untersuchungen erstattet hatte, zoger sich 1852 ins Privatleben zurück und erhieltvon der Legislative von Dlow 8outd 'VVnIss einePrämie von 10,000 Psd. St., worauf er sich 1854in England niederließ. Er schrieb: Lustralis, auchIts §olck üslcio, Lond. 1854. Schroot.

Hargreaves, James, Erfinder der Kratzma-schine u. der Spiuu-Jenuy, war Arbeiter znStanhilkbei Blackburn, wo er um Las 1.1719 geboren war.H. ernährte sich u. seine Familie Lurch Weben u.Spinnen, das damals im eigenen Hause geschah.1760 erfand er die Kratzmaschine als einen Ersatzfür die Handkratzen, u. 4 Jahre später producirteer die Spinu-Jeiiny (s. Jennymaschine), mit derer und seine Familie so lange arbeitete, bis diegroße Menge der von ihnen gesponnenen Baum-wolle den Neid seiner Werksgcuossen erregte, sodaß sie in H'. Wohnung einbracheu und seinenSpindelrahmen zerbrachen. Hierauf zog er 1768nach Nottingham, wo er eine Spinnerei errichtete.Zwei Jahre später nahm er ein Patent auf seineMaschine u. trat, als er wahrnahm, daß sie beiden Fabrikanten in Lancashire ohne seine Erlaub-niß in Gebrauch war, mit einer EntschädignngS-klage aus 7000Pfd. St. gegen dieselben auf. Daer aber vor Erwerbung seines Patents bereitseinige Maschinen verkauft hatte, so verlor er denProceß u. es erwuchs ihm aus seinem Werke nurgeringer Vortheil. H. betrieb bis an seinen Todim April 1778 in Partnerschaft mir einem Mr.Jones die Garnfabrikation mit mäßigem Erfolg,und der Verkauf seines Geschäftsantheils brachteseinen Erben nur die geringe Summe von 400Psd. St. Sein Vaterland belohnte ihn nie, underst durch Sir Robert Peel erhielt die jüngste u.einzige überlebende Tochter H'. ein Jahrgehaltvon 250 Psd. St. aus dem königt. Wohlthätig-keitssonds. Bartling.