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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Harder

in Speyer, 15-16 Prediger in Einbeck, 1517 Feld-prediger des Grafen Christoph von Oldenburg n.dann Prediger am Dom in Bremen. Hier war erVertreter der milderen Ansicht Melanchthons in derAbendinahlslehre u. galt nebst dem BürgermeisterDaniel von Büren als Repräsentant der Krypto-calvinisten in Norddentschland. Gegen ihn kämpftebesonders Tilman. Heßhus u. die nltralutherischePartei brachte die Sache an den Kreisconvcntvon Niedersachsen, nach dessen Schlnß vom 8. Febr.1561 H. seines Dienstes entsetzt wurde. Er lebtenun zuerst im Kloster Rastede, wurde 1565 Pred-iger in Sengwarden in der Herrschaft Knyphansen,1567 Superintendent in Emden u. st. hier 18. März1574. Vgl. Gerdes, List, motrmm soolss. inoivitats Lromsnsi tompors L. LaräsudsrAÜsnsvitatornm, Grön. 1756. Löffler.«

Harder, LluZiioiäsi Lkeek, Familie der zuden Knochenfischen gehörigen Hartflosser. Körperspindelförmig, dem der Weißfische ähnlich. Kopfplattgedrückt, Wangen mit großen hinterwärts ge-zähnten Schuppen. Maul quer, zahnlos odermit feinen Bürstenzähnen besetzt. Zwei kurzeRückenflossen, die erste vier Stacheln tragend.Bauchflossen nach vorn gerückt. Diese wohl-schmeckenden Fische leben nur in den Meeren süd-licher gemäßigter Zonen u. der Tropen u. steigenin die Flüsse auf. Hierher Nu§il ospimins <7nr>.,H., im Mittelmeergebiet unter dem Namen Cephalobekannt, auch um Madeira u. Westafrika. Farwick.

Harderwijk, Stadt im Gerichtsbez. Arnheimder nieder!. Prov. Geldern, an der Zuidersee,Station der Niederländ. Centralbahn; Gymnasium,Zeichen-, Ban- u. Schreinerschnle, Kasernen fürdie nach Indien bestimmten Truppen, einigeFabriken, Schifffahrt, Fischfang, Häringsräncherei,kleiner Hafen mit Leuchtthnrm; (1869) 6336 Ew.,wov. 5068 im Städtchen. H., das 1230 angelegtsein soll, gehörte früher zur Hansa. 1503 branntees ab, würde 1522 von Karl V. erobert, 1572den Spaniern wieder genommen; 1672 vom Bi-schof von Münster erobert, dann 1674 von denFranzosen besetzt, die es aber bald wieder verlie-ßen, nachdem es zum Theil uiedergebrannt war.Die 1647 hier gestiftete Universität wurde 1812aufgehoben. H- Berns.

Hardesvögte , dänische Verwaltungsbeamte,welche, unter den Annmännern stehend, die Ver-waltung der Harden (Herreden) Unterabtheilungender Aemter führen.

Hardhcim, Flecken im Amtsbez. Wertheimdes bad. Kreises Mosbach, an der Erf, Schloß,Gerberei, Fabrikation landwirthschastlicher Ma-schinen; (1871) 2289 Ew.

Usräi (fr.), dreist, kühn, verwegen; Larcüssss,Dreistigkeit.

Harbin, Counties in den nordamerik. Unionsst.1) in Illinois». 37° n. Br. u. 88-w.L.; 5113 Ew.Countysitz: Elizabethtown. 3) in Iowa, n.42°n.Br.n. 93° w. L.; 13,684 Ew., C-sitz Eldorado. 3) inKentucky, u. 38° n. Br. u. 86° w. L.; 15,705 Ew.,C-sitz: Elizabethtown. 4) in Ohio, u. 40° n. Br.n. 83° w. L.; 18,714 Ew., C-sitz: Kanton. 5) inTennessee, u. 35° n. B. n. 88° w. L.; 11,768 Ew.,C-sitz: Savannah. 6) in Texas, u. 30° n. Br.und 94° w. L., 460 Ew., C-sitz: Hardin.

Hardouin.

Harding, Stephan, aus England, der dritteAbt von Citeaux seit 1109, dem der Cistercienser-orden hauptsächlich seine Hebung verdankte. In-dem er dem reichen u. glänzenden Clugny äußersteEinfachheit und strenge Askese entgegensetzte, ge-wann er den heiligen Bernhard, mit 30 Gefähr-ten in sein Kloster einzntreten. Von da an wuchsdie Zahl der Mönche und Klöster derselben Rege>schnell u. Stephan H. gab 1119 der neuen Mönchs-gesellschaft ihre dauernde Gestalt durch ihr Grund-gesetz in der Oimrts, obaritatns, bestätigt vonPapst Calixt II. 1119. S. Cistercieuser. Wffl-r.

Hardinge, Sir Henry, Viscount vonL ah o r e, bedeutender britischer Militär- u. Staats-mann, geb. 30. März 1785 zu Wrotham in derGrafschaft Kent, trat 1798 in das Heer, stieg1804 zum Capitän auf, diente mit Auszeichnungunter Wellington im Halbinselkriege, wo sein Rathnamentlich zum Siege bei Albuera beitrug. BeimWiederausbruch der Feindseligkeiten 1815 trat erabermals in den Stab Wellingtons, nahm alsBrigadegeneral und engl. Commissar im Haupt-quartier Blüchers an der Schlacht bei Lignytheil, wo er einen Arm verlor. Nach Englandzurückgekehrt, erhielt er eine Pension, das Com-mandeurkrenz des Bathordens u. ward 1820 vonDurham ins Palament gewählt, wo er bis 1844saß. 1828 übernahm er im Wellingtonschen Mini-sterium das Portefeuille des Krieges, das er zweiJahre später mit dem Secretariat für Irlandvertauschte. Als Wellington von den Geschäftenzurücktrat, resignirte auch H., ward aber in derersten Verwaltungsperiode Peels (183435) vonLetzterem in sein Amt wieder eingesetzt, das erauch 1841 aufs Neue bekleidete. Im April 1844ward er zum Generalgouverneur von Indien er-nannt, wo er die Macht der Sikh brach und dasPendschab der britischen Herrschaft einverleibte(s. Indien Gesch.). Der Dank des Parlaments,eine jährliche Pension von 3000 Pfd. St. u. dieErhebung in den Peersstand mit dem Titel einesViscount von Lahors war der Lohn für seine Ver-dienste, dem noch die ostindische Compagnie einePension von 5000 Pfd. St. hinzufügte. ImJanuar 1848 ward er durch Lord Dalhousie alsGeneralgouverneur von Indien ersetzt. Vier Jahrespäter stieg er zum Generalinspector der Artillerieauf und ward nach dem Tode Wellingtons imSept. 1852 Oberbefehlshaber der britischen Streit-kräfte und im Ocl. 1855 endlich Gcneralseldmar-schall. Nachdem er im Juli 1856 aus demacliven Dienst geschieden war, st. er am 24. Sept.d. I. zu Sonthport bei Tunbridge Wells. Bartling.

Hardouin, 1) Johann, gelehrter Jesuit, geb.1646 zu Quimper in der Bretagne; trat 1666 inden Jesuitenorden, beschäftigte sich neben der Theo-logie besonders mit Philologie, wurde 1683 Bib-liothekar am Collegium Ludwigs d. Gr. u. Lehrerder Theologie in Paris u. st. daselbst 3. Sept.1729. Er erklärte die alten Classikec (mit Aus-nahme Ciceros, Plinins des Älteren, VergilSGeorgika und Horazens Satiren) auch Homer,Herodot und Plautus für Werke der Mönche im13. Jahrh. u. behauptete, das N. T. sei ursprüng-lich lateinisch geschrieben; auch verwarf er alle! Kirchenschriststeller als von Späteren untergescho-