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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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Haibou

Harbou, Adolf von, Borstand des Gesammt-rninisteriums von Neuß j. L., ged. 3. Febr. 1809zn Kopenhagen, stndirte dort, in Kiel, Berlin u.Güttingen die Rechte, wurde 1848 Regieruugs-rath in Schleswig ». darauf Departementschef derprovisorischen Regierung in den Herzogtümernu. Mitglied des Landtags. Bon den Dänen ans-gcwiesen, trat er in Sachsen-Mciningensche Diensteals Staatsrath, wurde 1855 Staaisminister da-selbst, nahm jedoch 1861 seinen Abschied n. wurdenun in Gera Vorstand des Gefammtministerinmsfür Renß j. L.

Harbour Island, s. Bahamas L.

Harburg, 1) Kreis in der preust. LanddrosteiLüneburg, durchschnitten von der Linie Hannover-H.der Hannoverschen Staats-, der Linie Venlo-Ham-burg der Kölu-Mindener u. der Linie Wittenberge-Lüneburg-Buckholz der Berlin-Hamburger Eisen-bahn; 1S072 üjlcm (27,zg >IM) mit (1875)72,915 Ew. 2) Kreisstadt darin, an der Süder-elbe, Station der Hannöverschen Staats- und derKölu-Mindener Eisenbahn; Hauptzollamt, Ober-sörsterei, Handelskanimer, Generalsuperintcndentur;Realschule 1. Ordn., höhere Töchterschule, Handels-,Gewerbe- u. Zeichenvorschule, schwach befestigtesSchloß an der Elbe (jetzt Gefängniß); Eisen-gießereien, Maschinenfabriken, Fabriken für land-wirtschaftliche Maschinen, musikalische Instrumente,Mctallwaaren, Chemikalien, Oelen, Seife, künst-lichen Dünger, künstliche Mineralwasser, Zucker,Tabak, Cigarren, Leder, Gummi- n Gnttapercha-waaren, Stöcken, Papier, Schmirgelpapier, Dach-pappen, Stärke, Glas, Cement rc., Wachsbleichen,Garnspinnerei, Rohr-Wäjcherei u. -Bleichen, Bier-brauerei,Kalkbrennerei, Ziegelbrcnnerei, bedeutendeSchiffswerfte, lebhafter Speditionshaudel, Handelmit Häringen, marinirten Fischwaaren, Thran,Wein, Spiritus, Vieh, Colouialwaaren, Stein-kohlen, Holz rc., bedeutende Pferde- u. Biehmärkte,

2 Häfen mit großen Docks für den Schiffbau, be-deutende Schifffahrt, lebhafte Dampfschifssver-bindung mit Hamburg, Garnison; 1875: 17,149Ew. (1821 nur 3929). In die Häfen von H.liefen 1875 ein: 618 Seeschiffe (490 beladen u.

3 Dampfer) von 55,551 Tonnen Ladnngsfähigkeitn. aus: 626 Seeschiffe (257 beladen u. 3 Dampfer)von 56,188 T.; es kamen ferner an 7251 Fluß-schiffe (davon 5030 beladen) zu 212,792 T.; esgingen ab 7246 Flußschiffe (davon beladen 3948)Zu 212,578 T. Eisenbahnverkehr: 1873 kamenan 103,047 Personen, 2,218,895 Ctr. Güter u.38,429'Stück Vieh; es gingen ab 86,183 Per-sonen, 3,472,168 Ctr. Güter u. 4587 Stück Vieh.Postverkehr (1874): eingegangene Briefpost-sendungen 810,666 Stuck u. abgesandte 759,648Stück, angekommene Packet- und Geldsendungen58,878 Stück u. abgesandte 64,440 Stück rc. Tele-graphenverkehr: angekommen 15,184Depeschenu. aufgcgeben 13,611 Depeschen. H- 'st Geburts-ort des Arztes u. Naturforschers Kiefer u. desOrientalisten und Bibelforschers Nöldeke. H.,schon 1142 als Grenzfestung genannt, gehörtefrüher zu Bremen, seit 1219 den Grafen vonOrlamünde. Die Festungswerke und die Stadtwurden 1224 von den Braunschweigern zerstört,aber 1252 von Albert dem Großen wieder gebaut.

- Harcourt.

1297 erhielt H. Stadtrechte, kam 1376 an dasFürstenthnm Lüneburg u. war von 15241642Sitz einer cellischcn Nebenlinie. 1705 fiel es anHannover, hatte 1813 u. 1814 von den Fran-zosen unter Davoust viel zu leiden u. kam 1866mit Hannover an Preußen. Die von den Fran-zosen 1813 erbaute, 5000 m lange Brücke überdie Elbe stand nur bis 1816. Seit 1872 führteine kolossale Eisenbahnbrücke von hier nach Ham-burg. Vgl. Carl, Statistische Übersicht über H-sHandels- und Schifffahrtsverkehr, Harb. 1871 ff.3 ) Stadt im Bez.-Amt Donauwörth des daher.Regbez. «Schwaben u. Nenburg, an der Wörnitz,Station der Bayer. Staatsbahn; evang. Kirche,Bergschloß mit Kapelle, Synagoge, Fabrikationvon Fässern, Marmorbrnch, Eisenbahntnnnel (inder Nähe); 1270 Ew. H., früher Reichsstadt(noch 1250), ist seit 1334 im Besitz der Fürsten v.Oettingen-Wallerstein. H- Berns.

Harceliren (v. Fr.), 1) necken, beunruhigen;2) einen feindlichen Posten alarmireu, daherHarceleur, Plagegeist.

Harcourt, Flecken im Arr. Bernay des franz.Dep. Eure, imposante Ruinen einer alten Festung,Tnchfabrikation; etwa 1500 Ew.

Harcourt, altes franz. Geschlecht, benannt nachdem Ort H. im Eure-Departement (s. d.), woRobert H. zuerst 1100 als Erbauer eines Schlossesvorkommt. Jean H. IV. wurde 1338 in denGrafenstand erhoben u. 1700 wurde dies Geschlechtherzoglich. Merkwürdig sind: 1) Henri H., Grafvon Armagnac u. Brienne, Sohn Karls von Loth-ringen, geb. 1601; focht 1620 in der Schlacht amWeißen Berge bei Prag, dann im Kriege gegendie Hugenotten u. 1637 gegen Spanien; 1640nahm er Turin u. 1641 Coni u. wurde Statt-halter von Guienne; 1643 ging er als Gesandternach England, wurde 1645 Vicekönig von Cata-lonien, besiegte die Spanier in mehreren Schlachten,entriß ihnen 1649 in den Niederlanden mehrereStädte, sicherte seine Statthalterschaft in demBürgerkriege von 1651 u. 1652 gegen all» An-griffe, wurde Statthalter von Anjou u. st. 1666.2) Henri, Herzog von H, geb. 1654, zeichnetesich als Soldat ans; 1697 als Gesandter inSpanien, wirkte er durch seine Geschmeidigkeit u.Klugheit sehr für die Erhebung Philipps V. aufdessen Thron, weshalb ihn Ludwig XIV. 1700zum Herzog ernannte; 1703 wurde er Marschall,commandirte 1709 gegen den Kurfürsten vonHannover die Rheinarmee, wurde 1710 Pair vonFrankreich n. st. 1718.

Harcourt, Sir William George GranvilleVernon, engl. Jurist u. Parlamentsmitglied, geb.1827, trat, seit 1854 Advocat in London, 1868für Oxford ins Unterhaus, wo er zur Whigparteizählt, dabei aber in jeder Beziehung sich völligunabhängig zu stellen wußte u. Lurch Rednertalentglänzt. 1869 übernahm er die Professur desVölkerrechts in Cambridge, ist als solcher ein ge-suchtes Mitglied für Gesetzberathnngscommissiouenu. beiEntscheidnng von Fragen über internationalesRecht; dann aber auch ein hervorragender polit-ischer Schriftsteller. Von ihm sind die in derTimes erschienenen, mit Historicus Unterzeichneten,politischen Briefe, u. eine Reihe von politischen