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Hansestädte -
Hansestädte, Städte, die ehemals zur Hansagehörten; jetzt: Hamburg, Lübeck und Bremen,s. Hansa.
Hansgirg, Karl Victor, Ritter von, geh.5. Aug. 1823 zn Pilsen in Böhmen, Sohn einesGubernialraths u. Neffe des Dichters Karl EgonEbert, bezog 1842 die Universität Prag, wo erschon als Student seine ersten Gedichte, Heimat-stirnmcn, herausgab. Nach Vollendung seinerjuristischen Studien in Wien, wo er mit Stifter ,Frankl, Hebbel verkehrte, wurde er als Staats-beamter in Jungbunzlau angestellt, von wo er1847 zur Strafe für ein in den Grenzboten ver-öffentlichtes Gedicht an das Landesgnbernium inPrag versetzt wurde. Hier erwies er sich auch alsJournalist durch religiös versöhnende Leitartikelsür die Bohemia. 1850 wurde er Conceplsad-junct in Plan u. 1852 Bezirkscommissar in Kap-titz, 1855 Bezirksadjnnct in Joachimsthal, 1857Kreiscommissar in Pilsen, wo er auch die Zeit-schrift Westbahn herausgab. 1864 wurde er Be-zirksvorsteher in Bergreichenstein in Böhmen und1868 Vezirkshanptmann in Joachimsthal. DerKaiser gestattete in Anerkennung seiner Verdienstedie Übertragung des Ritterstandes auf ihn vonder Person seines Oheims Karl Egon Ritter vonEbert. Er starb 23. Januar 1877 in Joachims-thal.; H. schrieb noch u. A.: Lieder für Deutschein Böhmen, Prag 1864 (von 272 Tonsetzern com-ponirt u. als deutsches Liederbuch für Männerge-sang erschienen, 1865); Kaiserkronen u. Schwert-lilien, Patriotische Dichtungen, Pilsen 1868; Ichoder Du, Roman, Prag 1871; Liebe u. Leben,Sonettenbnch, ebenü. 1878; Orient u. Occident,epische Dichtungen, 1875. Beyer.
Hansgraf (Handgraf, d. i. Hansegraf, Handels-gras), ein Richter unter Kaufleuten, des. in Meß-u. Jahrmarktsangelegenheiten, welcher für die Be-obachtung der bestehenden Handelsgesetze n. für dieSicherheit der Kanflente zn wachen hatte. DieWürde bestand urkundlich schon 1100 u. hat sichvielfach bis zum Anfang des 18. Jahrh. erhalten.
Hans Heilingsfelsen, s. u. Heiling.
Hansiz, Marcus, Kirchenhistoriker, geb. 1683bei Völkermarkt in Kärnten, trat in das Jesuiten-collegium in Eberndorf, studirte in Wien, wurde1713 Lehrer der Philosophie in Gratz, widmetesich des. Lein Studium der Kirchengeschichte Deutsch-lands u. st. 1766 in Wien; er schr.: 6ormaniaoaors, Wien 1727—1754, 3 Bde. (die Geschichteder Kirche zu Lorch, des Erzbisthums Salzburg,u. den Prodromus zur Geschichte der Bischöfe vonRegenskurg), fortgesetzt von den Benediktinern inSt. Blasien.
Hauslick, Eduard, geb. 11. Sept. 1825 zuPrag, Professor der Musik an der Universität Wien,vorzüglicher Pianist u. einer der berufensten undschlagfertigsten Mnsikschriftsteller der Gegenwart.Durch seinen Vater, den bekannten BibliographenJos. H., erhielt er eine vorzügliche Bildung; alsGymnasiast bei Tomaschek Klavierspicl n. Theorieder Musik. Er studirte in Wien die Rechte undbrachte cs im Staatsdienste bis zum Ministerial-concipiften, trat aber 1866 von dieser Stellungzurück und widmete sich seit dieser Zeit ganz dermusikal. Kritik. Die neue freie Presse zählt ihn
— Hanswurst.
heute noch zu ihren geistvollsten Mitarbeitern; seineUrtheile zeichnen sich Lurch Sachkenntnis, Klarheitder Form u. schlagenden Witz ans. Er schr. das Auf-sehen erregende Buch: Vom Mufikal.-Schönen, einBeitrag zur Revision der Ästhetik der Tonkunst;Gesch. des Wiener Concertwesens, Wien 1869, u.ein Buch Kritiken: Die moderne Oper. Si-b-nrock.
Hanffen, Georg, Nationalökonom der prakt-ischen Richtung, geb. 31. Mai 1809 in Hamburg,studirte seit 1827 in Heidelberg u. KielJurisprudenzund Cameralia und wurde 1833 Privatdocent inKiel; nachdem er hierauf 1834—37 als Kammer-secretär u. Kammerrath in der deutschen Abtheil-nng des Generalzoll- n. Handelsdepartements ge-arbeitet hatte, wurde er Professor der National-ökonomie in Kiel, 1842 in Leipzig und 1848 inGüttingen; 1860 folgte er einem Rufe als Pro-fessor der Staatswissenschaften nach Berlin, wo ermit dem Titel eines Geh. Regierungsrathes zu-gleich Mitglied des Statistischen Bureaus wurde,n. kehrte 1869 an die Universität Göttingen zu-rück. Er schrieb: Historisch-statistische Darstellungder Insel Fehmarn, Altona 1832, Statist. Forsch-ungen über das Herzogthum Schleswig, ebend.1832—33, 2 Hefte; Das Amt Bordesholm, Kiel1842; Die Aufhebung der Leibeigenschaft und dieUmgestaltung der gutsherrlich-bäuerl. Verhältnissein Schleswig-Holstein (Preisschrift), Petersb. 1861;Die Gehöferschaften im Rgsbg. Trier, Berl. 1863;Zur Gesch. norddeutscher Gutswirthschast seit Endedes 16. Jahrh., Gött. 1875; außerdem Abhand-lungen in Fachzeitschriften. Schroot.
Hanstcen, Christoph er, norw. Astronom,geb. 26. Sept. 1784 in Christiauia, studirte inKopenhagen, wurde 1815 Pros, der Ästronomiein Christiania, wo er 11. April 1873 st. H. machtesich hauptsächlich durch seine Untersuchungen überden Magnetismus der Erde (Christiania 1819) be-rühmt. Um die von ihm ausgestellten Theorienin Sibirien zu erproben, unternahm er 1828—30eine Reise dahin. Er schr.: Neiseerinnerungen ausSibirien, deutsch von Sebald, Lpz. 1863; Resultatemagnet., astron. n. meteorol. Beobachtungen auseiner Reise nach Sibirien, Christ. 1863. Unter seinerLeitung wurde 1833 die neue Sternwarte in Chri-stiania erbaut, deren Director er war. Specht.
Haustein, ein altes, schon in der 2. Hälste des12. Jahrh. genanntes Geschlecht im Eichsfelde,Lessen 1706 ihm verliehene Freiherrnwürde 1840von Preußen anerkannt wurde, und welches imEichsfelde, in Hessen u. im Hannoverschen Besitz-ungen hat. Seine Vorfahren waren Vicedomeder Kurfürsten u. Erzbischöfe von Mainz auf demEichsfelde. Vgl. Geschichte des Geschlechts von H.in Eichsfeld in der Provinz Sachsen, Kassel 1856.
Hanswurst, sonst ein stehender grottesk-komischerCharakter der deutschen Bühne, dem ^.rksoobinoder Italiener nachgebildet u. ähnlich gekleidet. Erhatte seinen Namen, gleich den nationellen Spaß-machern der Franzosen (llsan xobnAs), der Eng-länder (ckaoic pllLäinZ) u. der Holländer (Pickel-Häring), von dem Lieblingsgerichte seiner Landsleute,Wurst. Bereits auf einem Holzschnitt 1504 vorkom-mend, läßt sich der Name 1519 in dem niedersächstschcnNarrenschiff, u. 1541 bei Luther Nachweisen. 1533führte der Nürnberger P. Probst H. in ein Fast-