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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
Entstehung
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D.

Hansen, 1) Maurits Christopher, nor-weg. Novellist u. Dichter, geb. 5. Juli 1794 inMoLum, wurde 1816 Sprachlehrer beim Land-cadettencorps iu Christiania, 1820 Lehrer an derRealschule in Drontheim u. 1826 Rector in Kongs-berg, wo er 1842 st.; er schr.: Gedichte, 1816 u.Drontheim 1825, 2 Bde.; den Roman: Otharvon Bretagne; die Novellen: Theodors Tagebuch,Palmyra, Das Riechfläschchen, Die Klosterrnine,Das Abenteuer an der Reichsgrenze, n. a. (Ilä-vaiA 11-8 Roirmnsr vA ikloveller, Christ. 1841bis 1843, 2 Bde., ist eine nicht vollendete Aus-wahl; eine Sammlung, idlovsllvr oA^ortasllinAsr,besorgt von C. N. Schwach, erschien daselbst 1855bis 1858, 8 Bde.); ferner die Dramen: Nor u. Gor,Hakon Athelstan, 1838. 2 ) Peter Andreas,berühmter Astronom, geb. 8. Dec. 1795 zu Ten-dern in Schleswig, erlernte zuerst die Uhrmacher-knnst, wobei er aber in seinen Mußestunden ma-thematischen Studien oblag. Durch diese seinePrivatstudien in der Mathematik u. Astronomiei tüchtig vorbereitet, fand H. 1821 eine Anstellungi an der Sternwarte zu Altona als Gehilfe Schuh-! machers und als Mitarbeiter bei der großen dän-s ischen Gradmessung in Holstein und Lanenburg,

I folgte 1825 einem Ruse als Director der Stern-

^ warte Seeberg bei Gotha, die er bis 1859 mit

! großer Umsicht leitete. Auf seine Veranlassungwurde 1859 in Gotha eine neue Sternwarte er-richtet, wo er bis zu seinem Tode als Directorthätig war. Außer der Direktion der Sternwarte

> leitete er auch die Landesvermessung u. war seit

> 1853 Referent des Staatsministerinms mit dem

Titel Geheimer Regiernngsrath. Er st. 28. März1874. Seine Thätigkeit erstreckte sich vorzugs-weise auf die Probleme der physischen Astronomie,sowie auf die Berechnungen der Störungen undTheorie der Mondbeweguugen. Von seinen zahl-reichen Schriften sind bemerkenswerth: Methode,

^ mit dem Fraunhoferschen Heliometer Beobacht-^ ungen anznstellcn, Gotha 1827; Untersuchungenüber die gegenseitigen Störungen des Jupiter u.Saturn, Berl. 1831 ; sknnäamsniu nova invssti-Antionis orbitas vsras, gnam Inns. perlnsbrsb,Gotha 1838; auf Grund deren die ausgezeichnetenRabies äs la Inas oonstruitss ä'spres Is prin-oixs nsrvtonien äs 1a Aravibatron universelle,Lond. 1851, entworfen sind; Ermittelung der ab-soluten Störungen in Ellipsen von beliebiger Ex-centricität n. Neigung, Gotha 1843; Theorie desÄquatoreals, ebd. 1855; Berechnung der absolutenStörungen der kleinen Planeten 1856 57, 3 Th.;Theorie der Sonnenfinsternisse, ebd. 1858 (dieseletzten sämmtlich in den Berichten der königl. sächs.Gesellschaft der Wissenschaften); Theorie der Pendel-bewegung mit Rücksicht auf die Gestalt und Be-wegung der Erde, gekrönte Preisschrist, in denPicrerS v. Ausl. x.

Neuen Schriften der Natnrforschenden Gesellschaftzu Danzig, 1858; .Darlegung der theoretischenBerechnung der in den Mondtafeln angewandtenStörungen, 2 Thle., Leipz. 186264; GeodätischeUntersuchungen, ebd. 1865; Von der Methode derkleinsten Quadrate n. ihrer Anwendung auf Geo-däsie, ebd. 1868. Außerdem veröffentlichte ernoch in verschiedenen Zeitschriften eine Reihe vonAbhandlungen über theoretisch-astronomische Gegen-stände. Die Ladlss än solell gab er mit Oluffen,Kopenh. 1854. heraus. i) c- A Specht.

Hansen, Lheophil von, Architekt, geb. 13.Juli 1813 zu Kopenhagen, besuchte die dortigeAkademie n. erwarb ein Stipendium, das ihn inden Stand setzte, 1838 eine Reise durch Deutsch-land und Italien nach Griechenland zu machen.In Athen, wo sein Bruder Christian bereits längereZeit lebte, blieb er acht Jahre u. war sowol alsArchitekt, wie als Lehrer an der technischen Lehr-anstalt thätig. So baute er die Universität, dasvon Salvanby für die Franzosen gestiftete archäo-logische Institut, die Sternwarte (im Auftrag VeSBarons von Sina) u. das Haus des Demetrios.1846 folgte er einer Einladung des ArchitektenLudw. Förster nach Wien, wo er seitdem blieb.Vereint mit demselben, baute er die evangelischeKirche in der Vorstadt GnmpeNdorf, die PereirascheVilla in Altenbnrg bei Greifenstein n. wirkte amBau des Arsenals mit. Später führte er alleinviele Um- u. Neubauten, besonders in Wien, aus.Im Aufträge des Baron v. Sina entwarf er so-dann die Pläne zur Akademie der Wissenschaftenin Athen, reiste 1861 selbst dorthin, erkrankte ansder Rückreise an einer gefährlichen Augenentzünd-ung in Paris. Wiedergcnescn entwickelte er eineüberraschende Thätigkeit, theils auf dem Gebietedes Privatbaues (Paläste n. Zinshäuser, besondersam Ring in Wien), theils auf dem des Monu-mentalbaues (Mnsikvereinsgcbände in Wien, Spi-tal und böhmischer Leseverein in Brünn, evangel.Kirche zu Käsmark in Siebenbürgen) u. ist augen-blicklich mit der Ausführung der großartigen Neu-bauten des Reichsrathsgebändes, der Börse u. derAkademie der bildenden Künste in Wien beschäftigt.H. ist, wenn er auch im byzantischcn u. Renaissance-stil viel gebaut hat, seiner Hanptneigung nachHellenist, hat aber auch durch sein hervorragendesVerständniß für malerische Effecte u. Grnppirungim Sinne der Renaissance auf den luxuriösen u.üppigen Charakter der Bauten Nen-Wiens großenEinfluß gehabt. Für sein Streben, die Außen-seiten der Gebäude durch Farben und malerischeDarstellungen zu beleben, fand er in Nahl (s. d.)einen treuen Genossen (Heinrichshos, Kirche amFleischmarkt). Mit seinem Schwiegervater Förstergab er seit 1851 auch die (Förstersche) AllgemeineBanzeitung heraus. iehstidt.

Land.

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