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Das Reich der Ironie in kulturgeschichtlicher und ästhetischer Beziehung
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der poetischen Darstellung gewährten Vortheil abgesehen, befindetsich die Poesie schon durch ihren konkreteren Charakter sowohl derMalerei wie auch der Mimik, ja allen Künsten gegenüber in einerviel günstigeren Stellung. Denn es giebt für den Ausdruck vonIdeen, für die künstlerische Gestaltung eines ideellen Inhaltskein konkreteres Darstellungsmittel als die Sprache. Allerdingsist in unserm Falle wohl zu unterscheiden zwischen derjenigenForm der Ironie, welche der Poesie nicht als solcher, sonderndem sprachlichen Gedanken- und Empfindungsausdruck überhaupt,also auch der Prosa, zugänglich ist. Sehen wir von dieser letzterenallgemeinen Bedeutung der sprachlichen Ironie ab, um speciellnur die poetische Ironie in's Auge zu fasten, so werden wirdieselbe auf den Gegensatz der komischen und tragischenIronie zu beschränken haben, wobei es ganz gleichgültig ist, obdie Form derselben, äußerlich betrachtet, eine prosaische oder poetischeist, d. h. ob sie in freier oder gebundener Rede zum Ausdruckkommt. Hat doch schon der alte Aristoteles darauf aufmerksamgemacht, daß es ebensowohl versificirte Prosa als Poesie ohnemetrische Form gebe.

Wir haben jenen Gegensatz schon früher in beiläufigerWeise erwähnt und müssen hier, zum Schluß, noch einmal daraufzurückkommen, weil darin für die höchste Gattung der Poesie,für das Drama nämlich, ein wesentliches Bestimmungsmomentliegt. Wird nämlich die Ironie ganz allgemein als der un-endliche Widerspruch zwischen Idee uud Wirklichkeit gefaßt, sokommt es für den obigen Gegensatz nur darauf an, auf welchesder beiden gegensätzlichen Momente, Idee oder Wirkichkeit, inHinsicht der ästhetischen Wirklichkeit der Accent gelegt wird. ImKomischen ist es die Endlichkeit des die bornirte Wirklichkeitvertretenden Subjekts, welche im Widerstande gegen die Unend-lichkeit der Idee als selbstsüchtige Beschränktheit bloßgelegt und

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